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34. Winterlaufserie Rheinzabern - der 15er

[eingestellt am 10. Januar 2016]

Von: Jochen Höschele

Fotos: Gabi Gründling

stolzer frischgebackener Papa: Daniel und Sophie Hochmuth

ca. 10% der Helfertruppe

warmlaufen ist angesagt

der Lautsprecherwagen heute weit voraus

Elektro-Führungsfahrzeug, eine Leihgabe der örtlichen VR-Bank

Die Führungsgruppe distanziert sich gleich vom Feld

1. M75 Peter Lessing

2. W55 Ulrike Hoeltz

2. MJU18 Lukas Ring, hinter ihm in blau Vater Markus

Zwei Wege führen zum Ziel: geradeaus auf dem Bürgersteig oder rauf auf die Straße

Und plötzlich kam die Sonne raus

3. W65 Claudia Lörsch

2. M80 Ludwig Mesel

Eveline Dehaut wird von den Führungsradlern überholt

Sieger Habtom Weldu

Zweiter Jan-Lukas Becker

1. W75 Helga Walker (846)

Dritter Frederik Unewisse

3. MHK Sven Perleth

2. M30 Jochen Uhrig

Isaac Kibrom – Gesamt-Sechster und 4. MHK

Joshua Sickinger

Lukas Bittigkoffer

3. M30 Patrick Meyer (255) überholt Christophe Krech und Florian Bausch noch auf den letzten 500 m

1. MJU20 Joshua Klein

1. M35 Tobias Balthesen

Philipp Kern am Limit

1. M50 Matthias Koch

1. M45 Marcus Imbsweiler

1. M40 Christoph Hakenes hinter Tim Ellerhoff

2. M40 Matthias Müller

2. MJU20 Erik Döhler überholt gerade Kevin Götz

2. M50 Gunnar Dussa

Siegerin Tanja Grießbaum vor 3. M40 Timo Engel

2. M45 Christian Bauer

3. MJU20 Julius Ott

Zweite Melina Tränkle

3. M35 Christian Magin

3. M50 Thomas Dehaut

2. W30 Tinka Uphoff einen Schritt vor 1. W30 Veronica Hähnle-Pohl, die sie im Endspurt am Zielanstieg wieder von Platz 3 auf 4 verweist

1 W35 Latifa Schuster

3. WHK Lena Knirsch

1. M60 Erich Hofstätter

Dynamisch: Lena Berg

Jens Deiß und Kai Morgenstern

Sophia Kaiser und Lea Düppe

1. W40 Marika Bernhard

1. W50 Josefa Matheis

1. WJU20 Johanna Krischke

2. M55 Bernhard Scheib

3. M55 Dieter Zimmermann (616)

1. M70 Wolfgang Nehring (510)

2. W35 Valerie Stopa

2. M60 Wolfgang Bronner

3. W40 Nadine Bucci (619)

2. WJU20 Josie Cornelius mit ihrer Vereinskameradin Jana Uderstadt

3. W30 Laura Geiger

1. W45 Marion Gollnick (970)

3. W35 Tanja Turczyn hier noch hinter Beatrice Latz

1. W55 Regina Vielmeier (391) und 2. W45 Kirsten Wieditz (412)

2. M70 Edmund Schlenker

3. W45 Susanne Ullrich

3. M65 Herbert Rollwa

Stimmungsnest LT Rheinhessen-Pfalz

In Rheinzabern werden die Urkunden mit der Hand geschrieben

Daniel Hochmuth mit seinen Eltern

Die frühe Sophie und der kleine i-nterschied

Rheinzabern, den 10. Januar 2016 – Es rußt nicht mehr in Rheinzabern. Das heißt: Fast nicht mehr. Die Tage es alten Dieselführungsfahrzeugs sind gezählt. Auch wenn er beim 15er, dem zweiten Lauf der 34. Rheinzaberner Winterlaufserie, noch unverzichtbar war, weil auf des Diesels Dach der Lautsprecher montiert war, so gehört die Zukunft doch einem Elektroauto eines bayerischen Herstellers. Dieses hört auf den Namen „i 3“, daher auch Teil zwei der Überschrift. Zum neuen Führungsvehikel später mehr – der anderen Hälfte der Überschrift gebührt nunmehr unsere volle Aufmerksamkeit: Drei Tage vor dem mittleren der drei Winterserienläufe kam die kleine Sophie, erstgeborene Tochter des Organisatorenehepaares Sabrina und Daniel Hochmuth, auf die Welt. Auch an dieser Stelle unseren herzlichen Glückwunsch an die jungen Eltern zu diesem erfreulichen Ereignis!

Zum sportlichen Geschehen: Schon in der Vergangenheit hat sich oft gezeigt, dass nicht alle Athleten, egal, ob an der Spitze oder im Mittelfeld, gleichermaßen gut über die „fetten“ Weihnachtstage kommen, bei denen oft genug ein Missverhältnis zwischen Kalorienzufuhr und –verbrauch herrscht.

So sind schon so manches Mal Hoffnungen auf einen Seriensieg bereits beim 15km-Lauf am zweiten Sonntag im Januar zerstoben und Träume von Platzierungen geplatzt. Andererseits lässt sich über die selten gelaufene Distanz auch Boden gut machen, den man aufgrund einer schlechten Tagesform beim 10km-Lauf am dritten Advent verloren hatte. Verloren – und im Umkehrschluss gewonnen – ist jedenfalls vor dem zweiten Lauf der Serie noch nichts, und auch danach kann man allenfalls von Vorentscheidungen sprechen. Da es keine Streichergebnisse gibt, müssen sowohl Fitness als auch Gesundheitszustand bis zum abschließenden 20km-Lauf am 7. Februar auf „lauffähigem“ Niveau bleiben, will man nicht das Ausscheiden aus der Gesamtwertung riskieren.

Mit Melina Tränkle, Tanja Grießbaum, Veronica Hähnle-Pohl und Tinka Uphoff waren gleich die vier schnellsten Frauen des 10km-Laufes wieder angetreten, bei den Männern stellte sich der Zweitplatzierte des Zehners, Habtom Weldu (LG Region KA / Laufteam Rennwerk) sowie der 8. Frederik Unewisse, der 17. Jochen Uhrig, 18. Matthias Müller  und mit Joshua Sickinger und Isaac Kibrom auch der 26. und 27. des 10km-Laufes dem Starter. Beziehungsweise der Starterin, denn die ganz in Startnähe wohnhafte Vizepräsidentin des Rheinland-Pfälzischen Landtages, Barbara Schleicher-Rothmund ließ es sich nicht nehmen, das gut eintausend Köpfe zählende Feld auf die Strecke zu schicken. Selbiges durfte erstmals – dank einer Initiative von TV Rheinzabern-Mitgliedern, die bei der VR-Bank arbeiten, hinter einem elektrisch angetriebenen Fahrzeug herrennen. Einzig der Lautsprecher war mangels Dachträger des E-Mobils noch auf dem „althergebrachten“ Diesel montiert, dessen Abgase erst zu einer Beschwerde aus Läuferkreisen und in der Folge zum Einsatz des Elektroautos geführt hatten.

Sozusagen im Schlepptau der beiden Führungsfahrzeuge befand sich alsbald ein einziger Läufer: Habtom Weldu übernahm früh die Führung und baute diese auch kontinuierlich aus. Der seit fünf Monaten in Deutschland lebende Eritreer, der als Flüchtling nach Karlsruhe kam und mittlerweile in Rüsselsheim untergebracht ist, wusste schon beim ersten Lauf der Serie zu überzeugen, als er nur um drei Sekunden geschlagen Zweiter in 30:07 min wurde. Er trainiert auch nach seinem Umzug weiterhin mit den Sportlern der LG Region Karlsruhe, die ihm das Zugticket gemeinsam finanzierten. Freudestrahlend berichtete er nach dem Rennen, dass es „a good race“ gewesen sei, er jedoch noch nicht wisse, ob er zum abschließenden 20km-Lauf überhaupt antreten würde. „I prefer 5k and 10k. Today was okay, but I don’t run that far normally.“ Also eher ein Athlet, der auf kürzeren Strecken und auf der Bahn zuhause ist, und wir werden uns in Geduld fassen müssen, um zu sehen, ob er den greifbar nahen Seriensieg (bei vier Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten in der Serie, seinen Vereinskameraden Frederik Unewisse) einfach kampflos herschenkt.

Eben dieser Frederik Unewisse war es, der nach einem eher durchwachsenen Auftritt über 10km (31:24 min, beinahe eine Minute über seiner Bestzeit) nunmehr gewaltig Boden gut machen konnte in der Serienwertung. Zwar landete er hinter seinem Vereinskameraden Jan-Lukas Becker (47:07 min) in 48:58 min „nur“ auf dem dritten Rang, doch mit 80:22 Minuten in der Addition von 10km- und 15km-Lauf hat er ein Polster von 77 Sekunden auf den dritten Platz. Diesen nimmt mit Jochen Uhrig der erste Athlet ein, der nicht von der LG Region Karlsruhe kommt, sondern vom Laufteam Weinheim. Jochen lief exakt neun Sekunden hinter Frederik auf Platz fünf der Tageswertung ein, knapp hinter dem Ostheimer Sven Perleth (49:04 min). Beim Zehner hatte Jochen noch als 17. in 32:32 min über eine Minute hinter Unewisse zurückgelegen.

Für diesen war es ausschließlich darum gegangen, in der Serienwertung zu bleiben und sich hier Platz zwei vorerst zu sichern. „Ich bin erkältet an den Start gegangen und sehr verhalten gelaufen, immer zwischen Platz zwei und fünf. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel habe ich angezogen und mir mit einem flotten Kilometer Platz drei gesichert. Jetzt möchte ich zunächst einmal die Serie erfolgreich zu Ende bringen und danach eine eher kurze Bahnsaison machen. In Barcelona werde ich einer der Tempomacher für die Hahnerzwillinge beim Halbmarathon von Barcelona sein, und für den Herbst plane ich meinen ersten Marathon.“

Noch spannender als bei den Männern war es bei den Frauen aufgrund der geringeren Abstände zwischen den beiden schnellsten Läuferinnen, Melina Tränkle (LG Region KA / Laufteam Rennwerk) und Tanja Grießbaum (LG Rülzheim). Melina hatte den Zehner in 34:29 min gewonnen, Tanja bei diesem Lauf mit 34:59 min eine neue Bestzeit erzielt. Über 15km lautete der Einlauf genau umgekehrt – Tanja siegte in 53:58 min vor Melina in 54:37 min. Während Melina aufgrund von Magenproblemen „nur ins Ziel kommen wollte“, war Tanja natürlich überglücklich. „Ein supergenialer Lauf und ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit und so glücklich über den Gesamtsieg“ schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite. Mit Oliver Trauth und André Zschaubitz hatte sie gleich zwei erfahrene Tempomacher, bei denen sie sich auch bedankte und gestand, dass sie es „ohne die zwei nicht geschafft“ hätte. Melina hingegen gab sich kämpferisch und kündigte schon an, dass sie „die Serie gewinnen“ wolle. Neun Sekunden sind es nur, die die beiden trennen – da ist also für den Ausgang der Serie noch alles offen und von einer Vorentscheidung kann hier wahrlich nicht die Rede sein. Auf Platz drei kam, wie schon beim 10km-Lauf, die Heilbronnerin Veronica Hähnle-Pohl in 55:36 min genau fünf Sekunden vor Tinka Uphoff (Spiridon Frankfurt) ins Ziel. Erst quasi auf der Zielgeraden sicherte sich die 30jährige Hähnle-Pohl den Podiumsplatz, während Uphoff wie schon beim Zehner, im Endspurt den Kürzeren zog. Entschieden ist auch in diesem Duell noch gar nichts, da – Parallele zum Duo Grießbaum / Tränkle – nur neun Sekunden zwischen beiden Sportlerinnen liegen.

Zunächst steht für Tinka Uphoff wieder, wie im Vorjahr, ein „Ausflug“ auf die Langstrecke auf dem Programm. Sie wird am 30. Januar in Rodgau wieder über 50km an den Start gehen und versuchen, bei entsprechend günstigen Boden- und Witterungsverhältnissen, den Uralt-Streckenrekord von Constanze Wagner (3:37 h) anzugreifen.

Hinter Uphoff in Lauerstellung liegt Latifa Schuster, die als Fünfte beim 15km-Lauf in 55:54 min nicht weit zurück war und auf Veronica Hähnle-Pohl in der Gesamtwertung einen Rückstand von 65 Sekunden aufweist.

Wie auch schon vor vier Wochen, so gab es auch beim Auftakt im neuen Jahr ein Feuerwerk an herausragenden Leistungen in den Altersklassen. Matthias Koch, schneller Senior von der LAV Stadtwerke Tübingen, ließ sogar die M40- und M45-Sieger hinter sich und gewann die M50 in sehr guten 51:57 min. Leider hat Matthias aufgrund einer Wadenverletzung den 10km-Lauf ausgelassen, sonst wäre ihm der Seriensieg wohl kaum zu nehmen.

Ähnliches gilt für den Neu-M65er Peter Beil, der mit seiner 1:03:12 h zwar nicht zufrieden war („ich wollte ein, zwei Minuten schneller sein“), aber dennoch über 100 Sekunden „Polster“ auf seinen Vereins- und Jahrgangskollegen Angelos Svarnas aufweist.

Noch überlegener stellt sich die Situation eine Altersklasse höher dar, obwohl Eddy Schlenker mit einer 1:04:16 h wahrlich nicht langsam lief. Sein um zwei Jahre jüngerer Vereinskamerad Wolfgang Nehring jedoch gewann die M70 in 1:01:39 h und hat vor dem Abschluß in vier Wochen beinahe dreieinhalb Minuten Vorsprung auf Eddy.

Bei den Frauen schaffte es Marika Bernhard (TV Herxheim; 59:20 min) als Zehnte noch so eben vor der W50-Siegerin Josefa Matheis (TSG Eisenberg; 59:25 min) ins Ziel. In der Serie liegt Josefa mit genau einer Sekunde (1:38:08 h) noch vorne. Als W55-Siegerin kann Regina Vielmeier (1:04:11 h; SV Oberkollbach) dem finalen Lauf der Serie auch ganz gelassen entgegen sehen. „Heute lief es zwar nicht so gut bei mir wie vor vier Wochen, aber ich habe mich zum Schluss wieder etwas berappelt, nachdem ich zwischendurch einen Hänger hatte.“

Ihr Vorsprung auf Ulrike Hoeltz (LSG Karlsruhe; 1:09:48 h) ist auf über acht Minuten angewachsen und unter normalen Umständen nicht mehr aufholbar.

W60-Siegerin Felicitas Kuld (1:08:35 h; SSC Karlsruhe) ist in ihrer Altersklasse ebenfalls ziemlich überlegen und kann nur noch durch eine Krankheit oder Verletzung gestoppt werden.

In den meisten Fällen geht es jedoch so eng zu, dass der letzte Lauf am 7. Februar, wo dann zwei komplette Runden à zehn Kilometer zu absolvieren sind, die Entscheidung über die Gesamt- und Altersklassenplatzierungen bringen muss. Auch in den Mannschaftswertungen der Männer und Frauen ist „der Käs’ noch längst nicht gegessen“, denn der Winter – auch wenn er bislang weitgehend ausgeblieben ist – birgt so manche Tücken. Vor diesen gilt es sich in acht zu nehmen, will man fit und gesund auch beim 20km-Lauf wieder um Platz und Zeit wetteifern. 986 Zieleinläufe verzeichneten die Rheinzaberner um Chef Daniel Hochmuth beim 15km-Lauf, was zwar einen Schwund von über 300 Teilnehmer gegenüber dem 10km-Lauf darstellt, aber sich völlig im üblichen Rahmen bewegt.

Immerhin 706 Läuferinnen und Läufer haben beide Läufe bestritten, so dass zu erwarten ist, dass die komplette Serie von etwa 600 Athleten gemeistert wird. Aus der Addition der drei gelaufenen Zeiten lässt sich übrigens die potenzielle Marathonzeit errechnen. Wenn das mal keine Motivation ist, in den kommenden vier Wochen lieber nach draußen auf die Laufstrecke, als zum Kühlschrank zu gehen!

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.tv-rheinzabern.de und www.laufinfo.eu


http://www.laufinfo.eu

 

 


20. Ludwigshafener Stadtlauf
Swiss City Marathon Luzern