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35. Winterlaufserie Rheinzabern - der 10er

[eingestellt am 11. Dezember 2016]

By: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

die Ruhe vor dem Sturm

Der Tisch von Jochen Heringhaus ist gerüstet

Warmlaufen – von hinten

Und dieselbe Gruppe auf dem Rückweg – links Zweite Tanja Grießbaum

Udo Bölts mal wieder zu Fuß unterwegs

Wildes Gewusel vorm Start

Tim Könnel auf Bestzeitenjagd gleich mal vorne raus

Imposante Menge: 1.308 erreichten das Ziel

Bei km 7,5 führen Stefan Hettich und Tobias Arnold das Feld an – Hettich siegt in 31:10 min, Arnold wird in 31:16 min Dritter

Habtum Weldu, Frederik Unewisse und Tim Könnel folgen

Martin Diebold

Die Spitze auf dem Weg nach Jockgrim

1. M30 Mussa Hudrog

Christophe Krech und Kim Abel

3. M30 Jochen Uhrig hier noch vor 2. M30 Andreas Kuhlen

Isaac Kibrom, Henrich Kolkhorst und Semere Gaim

Maik Weickun

Christoph Uhl

1. M40 Christoph Hakenes (217) mit Philipp Weng und Joshua Sickinger

1. M50 Marcus Imbsweiler

Siegerin Melina Tränkle

Patrick Hilpert, Jonas Janzer und Moritz Pöndl

2. M50 Matthias Koch

Beide Dritte: Latifa Schuster und Veronika Hähnle-Pohl

Manuel Seidl beißt

Verbesserte ohne Uhr seine pB von 36:28 auf 35:54: Dennis Bachmann (24), neben ihm 2. M40 Michael Ohler, ganz links Benjamin Weber

Ebrima Touray

Aidon McSwiney

1. WJU20 Franziska Althaus (14)

Gute Flugphase: Martin Kunz

3. WHK Sarah Hettich

2. WJU20 Johanna Flacke (159), hinter ihr ganz in schwarz Carsten Bresser

2. W30 Friederike Kallenberg

Sieger Stefan Hettich im Zielanflug

Zweiter Frederik Unewisse

Tim Könnel kämpft um Platz 3, wird dann aber hinter Tobias Arnold Vierter

Rheinzaberner Gegenverkehr

Marius Meyfarth – 9. Gesamt und 8. MHK

Jasper Püschel

2. M35 Thomas Schlohmann

1. W40 Katrin Ochs

2. W35 Tanja Wittmann

2. W40 Karin Schenk

3. W30 Lena Schmidt

3. M55 Achim Stammer

2. MJU18 Jona Bodirsky

3. WJU20 Alicia Koßmann

1. W50 Josepha Matheis

2. W45 Vera Martens

3. W35 Micaela Vidal

1. M65 Peter Beil

Franziska Pfeifer

1. W55 Ulrike Hoeltz

3. W50 Cati Seiffer

1. W60 Felicitas Kuld

Linus Schaller

Alles so schön bunt hier

1. M80 Horst Liebing

Der Läuferlindwurm nimmt kein Ende

1. M60 Armin Härle (rechts) mit seinen Vereinskameraden Gerhard Bracht und Jochen Höschele

Gewusel in der Halle

Trostpreis für Platz 6: Thomas Dehaut bekam vom 3. M50 Paulo Sergio eine Birne aus dessen Präsentkorb

Daniel Hochmuth mit Ursula Heid

Gut für den Teint

Rheinzabern, 11. Dezember 2016 – seit 35 Jahren beginnt am 3. Adventssonntag im südpfälzischen Rheinzabern die Winterlaufserie, die aus einem 10er im Dezember, einem 15er im Januar und einem 20er im Februar besteht. Wenn man die 45 km aus dem vollen Training heraus läuft, soll die Summe der Einzelzeiten genau die Zeit ergeben, die man aktuell über 42,195 km zu laufen imstande ist. Nicht nur deshalb ist die Serie so beliebt im ganzen südwestdeutschen Raum.

Seit 35 Jahren stand auch Ursula Heid an der Kaffee & Kuchen-Kasse. Jetzt hat sie sie vertrauensvoll in jüngere Hände abgegeben und wurde von Orgachef Daniel Hochmuth mit einem Blumenstrauß in den wohlverdienten Helferruhestand entlassen.

Die IGS Rheinzabern, die als Logistikzentrum für die Winterlaufserie dient, baut derzeit an, auf dem hinteren Schulhof entstanden zwei neue Gebäude. Früher war es eine Haupt- und Realschule, aber seit dort auch das Abitur abgenommen wird, braucht man mehr Platz. Das führte aber dazu, daß zur Zeit die Schulhöfe vom TV Rheinzabern nicht als Parkplatz genutzt werden können. Zwar wurde als Ausweichparkplatz schon der am Rewe-Markt zur Verfügung gestellt, aber wenn so viele Läufer in die 5.000 Seelen-Gemeinde strömen wie an diesem Sonntag, werden auch die angrenzenden Wohngebiete von ihnen geflutet. Wohl dem Veranstalter, der dann wohlwollende Nachbarn hat.

Bei 6-8 Grad, am morgen leichtem Niesel und während des Laufs Sonnenschein konnte am Wetter niemand ein schlechtes Haar lassen. „Das Wetter ist gut für die Haut“ lachte Monika Groß, um einen Grund dafür zu finden, warum sie trotz vermeintlich schlechter Form am frühen Sonntagmorgen das Bett zugunsten der Laufschuhe verließ.

1.308 LäuferInnen wurden vom Zeitnahmeteam Baumann im Ziel abgescannt. In Rheinzabern bauen sie zwei Zielkanäle auf, um keine Staus aufkommen zu lassen. Zum Serienauftakt steht VanMan Jochen Heringhaus eingangs des Zielkanals, um die SportlerInnen zu begrüßen und die Zuschauer mit seinem Fachwissen zu informieren und zu unterhalten.

1.308 bunte Becher gaben die Leichtathletikmädels im Ziel aus, für diese hatten die Läufer mit ihrer Startgebühr 1 € Pfand bezahlt. Im Ziel werden sie mit Tee gefüllt, der nach einem Spezialrezept gekocht wird, das die Frau des langjährigen Orgachefs Werner Roth einst ersonnen hat. Wer seinen Becher dann in der Halle abgibt, bekommt sein Pfand zurück. Manche lassen es einfach in der Vereinskasse, ab und zu stehen auch mal Spendenkassen dort. Heute hatte Ralph Nagel aus Wörth einen Spendentopf aufgestellt, um Geld zu sammeln für eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. 436 € kamen zusammen - jeder Dritte hat also seinen Pfandeuro in die Box geworfen.

Der schnellste Läufer am heutigen Tag war einer, dessen übliche Wettkampfstrecke kaum länger ist als 1.308 m. Stefan Hettich ist 1.500 m-Läufer. Sein bisher größter Erfolg war die Bronzemedaille bei der diesjährigen Hallen-DM. Im Saisonaufbau geht’s für den IT-Spezialisten, der seit dem 1. Dezember nach Abschluß seines Studiums in Lohn und Brot ist, auch auf längere Strecken. Aber 10 km sind dann doch das Ende der Fahnenstange. Die beiden kommenden Läufe wird er deshalb nicht bestreiten. Anfangs lief er in einer Fünfergruppe mit Tobias Arnold, Frederik Unewisse, Tim Könnel und Habtom Weldu, dem Seriensieger des letzten Winters. Der Eritreer im Trikot der LG Region Karlsruhe hatte angekündigt, neuen Streckenrekord und nach Möglichkeit gar unter 30 min laufen zu wollen. Für dieses Vorhaben hatte er aber einen schwarzen Tag erwischt und wurde auf den letzten 3 km noch von Platz 4 bis auf Platz 11 durchgereicht. Stefan Hettich lief zu diesem Zeitpunkt mit Tobias Arnold einige Meter vor den Konkurrenten. An der Wende in Jockgrim, etwa bei km 9, nahm er das Heft in die Hand und setzte sich von Arnold und dem stark aufkommenden Duo Unewisse/Könnel ab. Am Ende wurde es nochmal richtig knapp, reichte ihm aber dann doch zum Sieg, für den 31:10 min gestoppt wurden: neue persönliche Bestzeit für den 24jährigen vom TSV Gomaringen (ca. 10 km südlich von Tübingen gelegen). Jetzt steht für in die Hallensaison an, er möchte vor allem seine 1.500 m-Zeit verbessern, die zur Zeit bei 3:42 min liegt.

Auf den letzten Metern konnte sich Frederik Unewisse den zweiten Platz sichern. Nach einer verletzungsbedingt verkorksten Sommersaison hatte er in Frankfurt mit nur 11 Wochen Vorbereitung sein Marathondebut gegeben. Danach waren erstmal drei Wochen komplette Laufpause angesagt. Entsprechend wenig vorbereitet ging er in das heutige 10 km-Rennen. Daß er schon wieder 31:14 min würde laufen können, damit hatte er selbst nicht gerechnet. Entsprechend zufrieden war der Finanzwirt, der sich nun erst recht auf den 15er in vier Wochen freut, wenn die Karten neu gemischt werden.

Neue persönliche Bestzeit lief auch Tim Könnel. Der 22jährige Medizinstudent konnte seine bisherige Duftmarke um 17 Sekunden auf 31:18 min drücken. Damit ist er natürlich hoch zufrieden, auch wenn er heimlich damit spekuliert hatte, eventuell sogar schon unter 31 min zu laufen. Wenn er das geschafft hätte, wäre der nächste Plan gewesen, sich für die 10.000 m-DM zu qualifzieren, wofür man 30:40 min bringen muß. Nun überlegt er, ob er das schon fürs Frühjahr 2017 angeht oder nochmal vertagt.

Beinahe wäre der 17 Jahre alte Streckenrekord bei den Frauen gefallen. Melina Tränkle lief zwar am Limit, aber wenn sie realisiert hätte, daß sie dem Streckenrekord von Manuela Zipse bis auf sechs Sekunden nahe kommt, hätte sie vielleicht doch nochmal eine Schippe drauflegen können. Ärgerlich war sie über ihre 34:16 min aber nicht. Sie hofft nun, über Winter gesund zu bleiben und wieder um den Seriensieg zu kämpfen.

Den hatte sich letzten Winter beim abschließenden 20 km-Lauf Tanja Grießbaum erkämpft. Wie Tränkle ist sie Jahrgang 1992. Heute ging sie gewohnt schnell an, Melina überholte sie erst bei etwa der Hälfte des Rennens, Tanja konnte das Tempo der Konkurrentin nicht halten und mußte sie ziehen lassen. Trennten die beiden bei km 5 gerade mal 2 Sekunden, waren es im Ziel derer 45. Damit war sie nur zwei Sekunden langsamer als im letzten Dezember, als sie zielgerichtet eigens auf die 10 km hintrainiert hatte. Im Frühjahr will die Läuferin, die von der LG Rülzheim zur LG Region Karlsruhe wechselt und dann Mannschaftskameradin von Melina Tränkle ist, endlich ihren ersten Marathon laufen. Zur Auswahl stehen Kandel, weil er vor der Haustür liegt oder Hamburg, weil sie dort eingeladen ist. Entschieden hat sie sich noch nicht. Anfang April will sie auf jeden Fall bei der Halbmarathon-DM in Hannover an den Start gehen. Daß die ganz langen Strecken ihr liegen, hat sie spätestens gemerkt, als sie Anfang Oktober bei einem Spendenlauf auf einem Sportplatz in Mannheim aus der kalten Hose 50 km lief – und das in handgestoppten 3:46 h. Bei der 50 km-DM hätte das dieses Jahr zu Platz 2 gereicht.

Um Platz 3 gab es einen harten Kampf – im wahrsten  Sinne des Wortes. Wenige Meter vor dem Ziel lagen die Französin Latifa Schuster und Veronica Hähnle-Pohl gleichauf. In der Unterführung Richtung Ziel kam es dann zu einem Rempler, der Veronika an die Mauer und aus dem Konzept brachte. Latifa Schuster schwört aber, daß die Konkurrentin ihren Ellenbogen unabsichtlich zu spüren bekam. Sie hätte sich im Ziel auch dafür entschuldigt. Glücklich sah sie jedenfalls nicht aus, als sie zur Siegerehrung aufgerufen wurde. Daniel Hochmuth hatte die beiden salomonisch zeitgleich mit 35:28 min auf Platz 3 gesetzt und auch beiden dasselbe Preisgeld zuteil werden lassen, aber die Heilbronnerin Hähnle-Pohl blieb verärgert nicht zur Siegerehrung.

Traditionell muß man in Rheinzabern im Dezember schon in der Altersklasse des kommenden Jahres laufen, weil ja 2/3 der Serie nach dem Jahreswechsel ausgefochten werden. Marcus Imbsweiler ist so ein Kandidat, der eigentlich noch M45 ist, aber jetzt schon M50 gewertet wurde. „Unter 34 min“ hatte sich der Krimiautor vorgenommen und diesen Plan auch mit 33:43 min fulminant in die Tat umgesetzt. Da blieb dem Deutschen Marathonmeister der M50, Matthias Koch, mit 34:40 min „nur“ Platz 2. Er war aber mit der Zeit und dem zweiten Platz absolut im Reinen. Nach dem Frankfurt-Marathon Ende Oktober hatte auch er nicht mehr viel trainiert, zumal er zwischendurch geschäftlich auch noch in China unterwegs war.

Die jüngste Teilnehmerin kam aus Karlsruhe. Mira Helget ist erst 7 Jahre alt und bewältigte die 10 km in 57:49 min. Der älteste Teilnehmer war 75 Jahre älter. Horst Liebing, der Deutsche Marathonmeister der M80, brauchte 52:32 min.

In vier Wochen wird Daniel Hochmuth wiederum um 10:05 h das Startkommando geben für den 15 km-Lauf der 35. Winterlaufserie. Die Startzeit ist übrigens dem Fahrplan der Deutschen Bahn geschuldet, damit keiner der Läufer am Ende noch an der geschlossenen Schranke stehen muß.

Ergebnisse www.laufinfo.eu

 


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