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36. Hochfelln-Berglauf mit DM in Bergen/Chiemgau

[eingestellt am 29. September 2009]

Von: Elke Bölts

typisch für den Hochfelln-Berglauf: die breite Startschneise. Keiner steht weiter hinten als Reihe 3

der Zieleinlauf verlangt nochmal alles ab

Sieger Jonathan Wyatt zeigt, was er hat

Schnellsiegerehrung: die ersten 3 Männer

Schnellsiegerehrung: die ersten 3 Frauen

in der Mitte: Bibi Anfang

Helmut Schießl zu Späßchen aufgelegt

Timo Zeiler nach gelöschtem Durst

tolle Aussicht

Siegerehrung Deutsche Berglauf-Mannschaftsmeister 2009

pretty in Kompressionspink

das Hochfellnhaus

Impression

Carsten Bresser erklimmt den Zielhang

Udo Bölts tut es ihm gleich

die drei DM-Ersten Frauen: Alexandra Bott, Lisa Reisinger, Kerstin Straub (v. links)

siegreiche Mannschaft TuS 06 Heltersberg: Matthias Hecktor, Carsten Bresser, Tom Heuer, Udo Bölts (v. links)

Stilleben Pasta auf Porzellan

Siegfried Blum

Wolfgang Münzel mit Jonathan Wyatt

Marco de Gasperi

Lisa Reisinger vorm Start

Bründlingsalm

Blick vom Hochfelln

Andrea Mayr

Die Favoriten wurden ihrer Rolle gerecht

27. September 2009 – Bei der 36. Auflage, des Hochfelln Berglaufs zugleich Berglauf-Grand-Prix, fanden in diesem Jahr zum dritten Mal nach 1986 und 1996 auch die deutschen Meisterschaften statt.

Der „Hochfelln“ ist Deutschlands ältester, bedeutendster und inzwischen auch international bestbesetzter Berglauf.

Der Ski Club Bergen e. V. lädt unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Bernd Gietl, zu diesem anspruchsvollen Berglauf mit einer Laufdistanz von 8,9 km und einem Höhenunterschied von 1.074  Höhenmetern ein. 

Bergen ist eine Gemeinde im oberbayrischen Landreis Traunstein. Der Luftkurort im schönen Chiemgau bietet sich förmlich an, einen  Aktivurlaub egal ob beim wandern, laufen oder beim biken zu erleben und erfahren.

Wie in jedem Jahr, vor allem auch dank der guten Kontakte von Organisationsleiter Bibi Anfang, kam es auch in diesem wieder zu einer Neuauflage des Prestigevergleichs, zwischen Leichtathleten, Spitzenskilangläufern, den international erfolgreichsten Bergspezialisten, allen voran der amtierende Weltmeister Jonathan Wyatt/Neuseeland, dem weltbesten Bergläufer bergauf/bergab Marco de Gasperi sowie Marco Gaiardo, Antonio Toninelle alle Italien  und der starke Tscheche Krupicka. Auch die deutschen Spitzenläufer Timo Zeiler und Helmut Schießl waren mit von der Partie. Ebenso wie Martin Schedler, der sich zur Zeit auch auf die Langstrecken Berglauf- WM Mitte Oktober am Wilden Kaiser vorbereitet. 

Bei den Frauen ging die amtierende Weltmeisterin Andrea Mayr/Österreich sowie die Britin Anna Lupton/Siegerin Tour des Alpages 2009  und die Weltklasseläuferin Anna Frost aus Neuseeland an den Start. Ebenfalls mit von der Partie, waren die Deutschen Alexandra Bott und Lisa Reisinger.  Letztere galt auch als Favoritin für den deutschen Meistertitel der Frauen. 

Der pfälzische TuS Heltersberg hatte mit Matthias Hecktor, Carsten Bresser, Udo Bölts und Tom Heuer ebenfalls eine Mannschaft am Start. 

Der deutsche Klassiker, bei dem im Jahr 2000 auch die WM ausgetragen wurde, bietet einen interessanten Leistungsvergleich, auch für gut trainierte nicht lizenzierte Volksläufer.

Nach der Nummernausgabe, die bereits am Samstagnachmittag ab 15 Uhr stattfand, hatte man sofern gewünscht, ab 19 Uhr die Möglichkeit, bei der anschließenden Pastaparty andere Läuferkollegen zu treffen oder vielleicht auch kennen zu lernen. 

Mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein, kündigte sich der Wettkampftag an und mit einem zufriedenen Lächeln quittierten die Akteure diese äußerlichen Bedingungen. Überall wimmelte es von Läufern, und pünktlich um 10 Uhr erhallte durch einen Kanonenschuss direkt neben der Talstation der Start.

unsere Autorin Elke Bölts mit Jonathan Wyatt

Das hochkarätige große Läuferfeld von insgesamt 447 Läufern setzte sich in Bewegung und sorgte von Beginn an für Stimmung und Spannung. Die knackigen 8,9 km und ihre Höhendifferenz von 1074 m galt es nun in Angriff zu nehmen. Für Betreuer und Presse bestand indes die Möglichkeit, mit der Seilbahn den Berg zu erklimmen. Diese „Eroberung“ des Hochfelln, war um einiges komfortabler und den tollen Ausblick der sich bot, konnte man so auch in aller Ruhe genießen.  

Ziel war das Hochfellnhaus in 1674 m Höhe. In 1160 m Höhe befand sich außerdem eine Verpflegungsstelle. Nach dem Startschuss, der so manchen bis ins Mark erschrecken ließ, ging es gleich mit flottem Tempo zur Sache. Der erste Kilometer verlief noch auf sicherem Asphalt, bevor es dann links in den Wald auf einen breiteren aber schon sehr giftig, steilen Schotterweg ging. Hier zeigte sich bereits schon, dass dieser Lauf zu Recht einer der schwersten  Bergläufe Europas ist. Von Vorteil war es, sich seine „Körner“ noch etwas aufzusparen denn die anfangs noch breiteren Wege, gingen schnell über, in bis zu 24 % steile, enge Pfade mit viel Geröll und hohen Treppenstufen aus Gestein und Wurzeln. Dieses anspruchsvolle und kräftezehrende Terrain, machte es sehr schwierig ein flüssiges und gleichmäßiges Tempo durchzulaufen. Selbst sehr gute Läufer waren hier gezwungen, Gehpausen einzulegen. 

Vorbei an der Bründlingsalm, wo sich auch die Verpflegungsstelle befand, ging es weiter zur so genannten Scharte. Hier lieferten sich Timo Zeiler und Marco de Gasperi ein spannendes Duell, welches später dann der kleine Italiener für sich entscheiden konnte. An der Spitze des Feldes befand sich jedoch Jonathan Wyatt. An der Mittelstation hatte er einen Vorsprung von ca. 50 Metern auf seine Verfolger Antonio Toninelle, Marco de Gasperi, Timo Zeiler, Robert Krupicka und Helmut Schießl. 

Den zahlreichen Zuschauern im Zielbereich bot sich ein atemberaubendes Panorama und bereits nach 38 Minuten konnte man einen ersten Blick auf den Führenden Jonathan Wyatt erhaschen, der sich an der Scharte endgültig von seinen Verfolger absetzen konnte. Leichtfüßig und mit einem guten und sicheren Tritt nahm er die letzten Serpentinen in Angriff und überquerte als erster das Ziel in einer Zeit von  42:50,0 min. hoch oben auf der „Kuppe“ des Hochfelln. 

Dieser letzte Anstieg verlangte den Läufern noch einmal alles ab. Als Zweiter des Tages kam Antonio Toninelle 43:21,0 min ins Ziel. Marco de Gasperi 43:42,0 min. erreichte als Dritter, gefolgt von Timo Zeiler 43:54,0 min. den höchsten Punkt des Hochfelln. Somit stand auch der neue deutsche Meister im Berglauf fest. Timo Zeiler konnte sich über seinen Sieg freuen. 

Robert Krupicka erreichte als 5ter in einer Zeit von 44:26,0 min. vor Helmut Schießl, 44:37,0 min das Ziel. Letzterer belegte Platz 2 bei der deutschen Meisterschaft. Nun war die Frage, wer würde als dritter deutscher Läufer die Ziellinie überqueren und sich somit noch ein Platz auf dem Podium sichern? Nach 45:53 min. war auch diese Frage beantwortet. Dritter wurde John Mooney und zumindest bei den Herren war die Podiumsfrage nun geklärt. 

Erste Frau im Ziel war, wie nicht anders zu erwarten, Andrea Mayr aus Österreich mit einer Zeit von 48:53,0 min. Die Neuseeländerin Anna Frost wurde Zweite in  51:50 min. und drittbeste Läuferin des Tages und somit ihrer Favoritenrolle bei der DM gerecht, war Lisa Reisinger in 53:05,0 min. Vierte insgesamt und Zweitplatzierte bei der DM wurde Alexandra Bott in 54:43 min.

Kerstin Straub kam mit 55:42,0 min eine Minute später als Dritte bei der deutschen Meisterschaft ins Ziel. 

Ein beachtliches und starkes Rennen lief auch die einzige pfälzische Mannschaft am Start, der TuS Heltersberg. Mit Matthias Hecktor 46:48 min., Carsten Bresser 49:01 min., Udo Bölts 49:30 min. und Tom Heuer 51:05 min lief das harmonische Team auf den 1. Platz der deutschen Meisterschaft in der Mannschaftswertung. Matthias Hecktor belegte außerdem bei der Einzelwertung der DM den hervorragenden 6. Platz. Die Mannschaftswertung war eine spannende Angelegenheit, trennten die Sieger und die Drittplatzierten doch gerade mal 33 Sekunden.

Deutsche Mannschaftsmeisterinnen wurden die Frauen des SSC Hanau-Rodenbach in der Besetzung Lisa Reisinger-Kerstin Straub-Anette Portele. 

Die „kleine Siegerehrung“ direkt nach dem Lauf, oben am Hochfellnhaus, fand bei bestem Wetter und in entspannter familiärer Atmosphäre statt und so mancher Läufer spülte die Anstrengung des Tages mit einem Schlückchen Bier hinunter. 

Die eigentliche Siegerehrung fand jedoch in gebührendem Rahmen und wie schon den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen, im Kurpark von Bergen statt. 

Auch „Bibi“ Anfang, die gute Seele dieser professionellen Laufveranstaltung wurde für seine Bemühungen, sowohl von DLV Trainer Wolfgang Münzel als auch von den deutschen Läufern Timo Zeiler und Helmut Schießl für sein Engagement gelobt und mit einem Präsent geehrt. 

Und so neigte sich dieser Wettkampftag langsam aber sicher seinem Ende entgegen und nicht nur die Sieger waren die Helden des Tages, sondern jeder Einzelne hatte seinen Kampf gegen sich selbst gewonnen. 

Veranstaltungsseite: www.hochfellnberglauf.de