DUV - Deutsche Ultramarathon Vereinigung
10. Bad Waldseer Lauffieber

4. Bärenfels 50 km-Trail

[eingestellt am 01. Mai 2011]

Von: Gabi Gründling

gemütlich geht’s los: Vorstartbriefing

in den nächsten Stunden erwartet die Läufer viel Wald

Dieter Albrecht auf ungewohntem Terrain

Über sieben Brücken mußt Du gehn

… und das geht eben nur hintereinander

So macht laufen Spaß

Daß es bei Bärenfellers immer rauf und runter geht, ist bekannt

Reich gedeckter Tisch bei km 6,6

Nicht nur Melanie und Steffen Kohler haben Spaß

Neuer Streckenteil

Auch zwischen den Waldstücken viel Grün

… und viel Aussicht

Jeder Kilometer ist markiert

Durch den Steinbruch nach oben

Die erfolgreichen 13er schwenken die Pfannen: Thomas Morgott, Annerose Hoffmann, Marco Peifer

Zweitschnellste Ultra Annette Johann mit Laufpartner Hans Gaab

Tobias Schmuck bei einer taktischen Gehpause

Hans-Peter Roden hat noch Kraft für Sprünge

Andrea Fellers Reserve für alle Notfälle diente in diesem Jahr auch als Absperrband

Auch Frank Motsch ist guter Dinge

Dritte Ultrafrau Iris Hadbawnik und Lebensgefährte Oliver Weis genießen den Nudelsalat an der Verpflegungsstelle

Ein Amerikaner im Saarland: Michael Pawlowski

.. zusammen mit Hans-Joachim Dilg nimmt er sich Ruhe zum Essen

Bärenfels-Stammgast Thomas Weiß

Sieger Ultra Gerhard Petermann

Siegerin Ultra Steffi Krieg

Dritter Ultra Jürgen Hoffmann

Zweiter Ultra Martin Birkenmaier

Monika Weyand-Schmelz zwischendurch mal eher lustlos

Suppentopf auf Abwegen: Ricarda Gottschling brauchte Kühlung für ihren Knöchel

Joachim Kreischer debutiert immer am Bärenfelsen

Elisa Helferich lief 13 km

Riesen-Bärenklau oder Herkulesstaude war die Giftpflanze des Jahres 2008; sie wächst am Bärenfelsen massenhaft

Lauf in den Mai

Hoppstädten-Weiersbach, 30. April 2011 – Überraschungen gibt es immer wieder, wenn man ins saarländischen Hoppstädten-Weiersbach fährt, um dort unter den Fittichen des im positiven Sinne verrückten Fellerclans den Wald unsicher zu machen. Seit 2002 wird rund um den Bärenfelsen gelaufen. Am Anfang stand ein 7,5 km-Lauf an Heiligabend und mit der Zeit kam Lauf um Lauf hinzu. Schon 2003 rief die Familie um Robert & Andrea Feller sowie Gernot & Silke Helferich im Juli die Ultrafamilie zum Trail über wahlweise Halbmarathon, Marathon oder Ultramarathon (63 km) an die Grenze zwischen Saarland und Rheinland Pfalz und 2006 kam noch ein 10 km-Lauf im Mai hinzu.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich die Veranstaltungen. Der Heiligabendlauf wurde erst länger und dann um einen Marathon erweitert. Der Lauf im Mai bekam einen 50 km-Lauf angehängt und rutschte auf den 01. Mai als Fixtermin. Kinder- und Schülerläufe ergänzen bei allen drei Terminen das Angebot. Schließlich wollen Fellers nicht nur dem eigenen Nachwuchs eine Laufchance geben.  

Neben ein paar wenigen Freunden der Familie sind des vor allem “die Fellers” selbst, die sich liebevoll um ihre Veranstaltungen und ihre Lauffreunde kümmern. Neben Robert Feller und seiner Frau Andrea zeichnen für die Organisation vor allem Roberts Schwester Silke Helferich mit ihrem Mann Gernot verantwortlich. Bruder Stefan und Schwester Sigrid sind genauso an Bord wie Mutter Jutta. Vater Franz läuft üblicherweise selbst mit, aber der war diesmal im fernen Brandenburg, um seine Serie bei der 100 km-DM nicht reißen zu lassen. Er ist der einzige Läufer in Deutschland, der bisher an allen 100 km-Meisterschaften teilgenommen hat. Patrick Feller, der Filius von Andrea und Robert, hilft genauso mit wie Eva-Maria, Elisa und inzwischen auch Evita, das Dreimädelteam aus dem Hause Helferich. Vor allem Elisa Helferich hat die Laufgene ihrer Eltern und Großeltern geerbt, sie läuft nicht nur begeistert sondern inzwischen mit ihren fast 9 Jahren auch gerne lang. 2 km-Kinderläufe sind ihr zu wenig und so startet sie bei den Feller-Läufen über die Erwachsenendistanzen zwischen 8 und 13 km. 

Seit vergangenem Jahr ist der Marathon im nur 20 km entfernten St. Wendel auf das Feller-Laufwochenende eingeschossen und der Halbmarathon dort saugt Fellers die Kurzstreckenläufer ab. In diesem Jahr findet der St. Wendeler Marathon sogar am 01. Mai statt und man bat Fellers, ihren Lauf um einen Tag nach vorne zu verlegen. Auch im Sinne der Marathonsammler unter ihren Stammgästen wurde der 50er also auf den 30. April vorgezogen und bot so die Möglichkeit eines Doppelstarts.  

Damit keine Langeweile aufkommt, denkt sich Streckenchef Robert Feller immer wieder neue Nettigkeiten aus, um die Strecke zu ändern und mit anspruchsvollen Teilen zu versehen. Der 50 km-Lauf ist schon seit Jahren kein 50 km-Lauf mehr, über 52 km muß man offiziell schon laufen, um “den 50er “ zu beenden. Waren 2010 noch fünf Runden à 10,5 km zu absolvieren, so waren es in diesem Jahr vier Runden à 13,1 km. Dabei waren Streckenteile eingebaut, die seit 2002 noch kein Bärenfelsläufer zu Gesicht bekommen hat. Schön waren dabei vor allem auch die Holzstege mitten im Wald und die neue Verpflegungsstelle auf dem “Rastplatz an den Eichen”, die Andrea Feller und ihren Helferinnen mit dem großen Tisch und den Bänken einen optimalen Standort bot.  

Wie immer war die Strecke ein Genuß für alle Sinne. Die Wege sind zum Teil breit, überwiegend schmal, weitgehend wirklich “trailig” und streckenweise auch mit richtig schönem weichen Waldboden, der das Herz aller Freunde des Landschaftslaufs höher schlagen lässt.

Bei “Bärenfellers” treffen sich regelmäßig viele Wiederholungstäter und neuerdings auch immer mehr Debutanten, die ihre ersten langen Strecken nicht bei irgendeinem Stadtevent laufen wollen. So wunderte man sich Heiligabend 2010 schon, daß sich dort einige Laufwillige bei dichtem Neuschnee zum ersten Mal auf die Marathonstrecke trauten. Einer von ihnen war Joachim Kreischer, der nun schon wieder am Bärenfelsen debutierte, nämlich seinen ersten Ultramarathon lief. Als Gesamt-Neunter erreichte er das Ziel nach 6:15:03 h. 

Seinen ersten Gesamtsieg errang Vielstarter Gerhard Petermann aus der Schillerstadt Marbach am Neckar. Der 46jährige Lehrer gehört zum Orgateam des Bottwartalmarathons und wird dort ab 2012 die Gesamtleitung übernehmen. Da gerade Osterferien sind, radelte er in zwei Tagen von zuhause zum Bärenfelsen, seine Frau kam mit dem Auto nach, um ihn nach Hause zurück zu holen. Die beiden bereisen an den Wochenenden gemeinsam die Laufwelt. Im Saarland sammelte Gerhard bei seinem ersten “Berglauf” Höhenmeter für die 100 km lange Zugspitzumrundung Ende Juni. Er lief sehr gleichmäßig und schob sich im Laufe des Rennens immer weiter nach vorne. Lag er zu Halbzeit noch sechs Minuten hinter dem späteren Zweiten Martin Birkenmaier, kam er nach drei Rundne mit 23 Sekunden Vorsprung zur Rundenkontrolle und baute seinen Vorsprung in der Abschlußrunde auf über sechs Minuten aus.  

Birkenmaier, Steuerberater aus Kirchheimbolanden, wird in drei Wochen bereits zum achten Mal von Eisenach nach Schmiedefeld laufen. Drei Mal von und bis Hoppstädten-Weiersbach brauchte er 5:34:55 h. 

Jürgen Hoffmann von der LSG Schmelz-Hüttendorf lief als Dritter 28 Sekunden hinter der schnellsten Frau ins Ziel, mit der er einige Kilometer gemeinsam unterwegs war. Nach 5:41:08 h war sein Tagwerk beendet. Da wartete seine Frau Annerose schon eine Weile auf ihn, sie hatte mit 1:29:15 h den 13 km-Lauf gewonnen. In Hamburg wird sie ihren ersten Marathon laufen und hofft, ihn im 6er Schnitt, also 4:12 h, beenden zu können. Ihr sportliches Betätigungsfeld ist nicht nur draußen sondern auch noch drinnen, sie ist Trainerin im Bereich Kunstturnen.

Steffi Krieg von der LG MuLi war nun zum dritten Mal zum 50er bei Fellers und konnte ihn schon zum dritten Mal gewinnen. Da Robert Feller ganz gute Kontakte zur ortsansässigen Firma Fissler hat, gibt es für die Sieger immer praktische Markenware für die Küche. Steffi hat nun ihren dritten Schnellkochtopf aus dem Hause Feller zuhause. Nach 5:40:40 h wurde sie von Gernot Helferich im Ziel registriert. Sie will in vier Wochen beim Keufelskopf-Utratrail über 84 km starten. Die begeisterte Neu-Triathletin, die wegen des Radtransports sogar ihr Cabrio gegen ein praktischeres Auto eintauschte, wird dieses Jahr beim Ironman in Regensburg an den Start gehen. 

Ebenfalls beim Keufelskopf-Ultratrail wird man Annette Johann (TV Rheinzabern) antreffen. Zusammen mit ihrem Laufpartner Hans Gaab bewältigte sie die Strecke in 6:34:29 h.  

Iris Hadbawnik lief gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Oliver Weis. Die Marketingfachfrau aus Frankfurt hat gerade ein Buch über Extremsportler geschrieben, das voraussichtlich Ende Mai erscheinen wird. Nachdem sie sich an der Verpflegungsstelle bei Andrea Feller mit selbstgemachtem Nudelsalat gestärkt hatten, kamen die beiden nach 6:56:00 h ins Ziel. 

Wer den Namen Michael Pawlowski in der Ergebnisliste sieht, vermutet dahinter nicht unbedingt einen US-Amerikaner. Der M40er aus Downey in Kalifornien war beruflich in Österreich und weil er sich gerade auf einen 100 Meilen-Lauf vorbereitet, suchte er “in der Nähe” einen Traillauf. Bekanntermaßen haben Amerikaner ein völlig anderes Verhältnis zu Entfernungen als wir Mitteleuropäer. Also nahm er für einen Start am Bärenfelsen noch eine Odyssee auf sich. Er flog von Österreich nach Frankfurt und verpaßte wegen einer Flugverspätung den letzten Zug nach Neubrücke. Nach nur zwei Stunden Schlaf in einem Frankfurter Hotel nahm er dann um 3 Uhr früh die erste mögliche Verbindung ins Saarland. 7:35:40 h brauchte er für die 52,5 km und lernte unterwegs nicht nur Nudelsalat sondern auch noch Malzbier kennen und schätzen. 

Den 13 km-Lauf gewann eigentlich Marco Peifer vom PSV Pirmasens, Abteilung Triathlon. Der Gelegenheits-Volksläufer, dessen ehrgeizige Wettkampfzeiten vorbei sind, brauchte 1:11:50 h. Seine Freundin freute sich schon auf die Bratpfanne, da brach Thomas Morgott (Grojos LTF Elversberg) das eientlich geplangte 52 km-Rennen ab. Er war umgeknickt und wollte seinen geplanten Start am Rennsteig nicht aufs Spiel setzen. Gernot Helferich hatte aber angekündigt, jeden Ultra-Abbrecher mit seiner ersten Rundenzeit in die 13 km-Ergebnisliste aufzunehmen und Morgott war 1:01 min schneller als Peifer. Zum Glück hatte man im Hause Feller noch eine Bratpfanne übrig und so bekamen beide eine. Später brach dann auch noch Patrick Leidinger das Rennen ab, der die erste Runde in 1:08:26 h absolvierte und nun auf Platz 1 des 13ers auftaucht. Auch in der Frauenwertung verschob sich die Reihenfolge durch Abbrecherinnen nochmal. Dieses Vorgehensweise sollte wohl im Hause Feller nochmal überdacht werden, um keine Ungereimtheiten ins Rennen bzw. dessen einzubauen. Ein DNF kann eigentlich nicht zur Folge haben, daß man in einem “niedrigeren” Lauf den Platzierten die Ränge vor der Nase wegschnappt.

Beim 13 km-Lauf war der LC Völklingen mit einer siebenköpfigen Nordic-Walking-Gruppe unterwegs, die überwiegend aus Kindern zwischen 11 und 13 Jahren bestand. Nach 2:36:30 h waren die beiden ersten im Ziel, nach 2:55:17 h der letzte.

Am 2,2 km langen Schlülerlauf nahmen sechs Kinder teil. Die Jüngste war Evita Helferich, die jüngste Helferich-Tochter, die im Dezember erst sechs Jahre alt wird.  

Insgesamt weisen alle drei Ergebnislisten 64 Namen aus, für die das Ziel rein theoretisch 10 Stunden lang offen gehalten worden wäre. Nach 9:32:38 h war Feierabend in Hoppstädten-Weiersbach und ein schöner Lauftag nahm sein Ende. 

Nächste Veranstaltung am Bärenfelsen ist der Ultratrail mit der Möglichkeit eines Halbmarathon- oder Marathonstarts am Samstag, 16. Juli 2011. 

Veranstaltungsseite mit Ergebnissen: www.baerenfelslauf.de

 

 

 

 

 


Bottwartal-Marathon