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Marathon Deutsche Weinstrasse

5. energis Nachtwächterlauf Ottweiler

[eingestellt am 12. Dezember 2009]

Von: Gabi Gründling

Brunnen als Adventskranz

Süße Preise für die Sieger

… und Platzierten

Osterhasis

Werkzeugcheck des Nachtwächters

Sambatrommler heizten den Läufern ein

Die Zuschauer werden mit Fackeln versorgt

Und so sieht das dann fertig aus

1. M30 Viktor Vass (210), 2. MHK Michael Peter (525), 1.MJA und 3. Gesamt Thomas Uebel (496)

Flotten Schrittes in Runde 2: Philippe Babe aus Canada

3. MHK Philpp Bahlke

Stimmung auf der Strecke

“The Fingers” zu Fuß unterwegs

Eine von “vielen” Spaniols auf der Strecke: Ilka Schmidt-Spaniol (256)

Läufer vom alten Schlag: bei 1,7 °C oben Baumwolle und unten kurz

Liefen die 10 km zusammen: Nikoläusin, Engel und Mönch

Steffen Justus folgt dem Führungsradfahrer ungefährdet in Runde 3

Auch Heike Alaimo mit Start-Ziel-Sieg

2. M40 Markus Wagner

Mit 20 Leuten auf der Strecke: Kongo Hilfe Saar e.V.

Der etwas andere Babyjogger

Schnellen Schrittes in die nächste Runde

Mit Fackeln und Laternen heimgeleuchtet

Die Zeitnahmebude von meisterchip.de

Auch Nikoläuse müssen die Zeit checken

1. M45 Ludger Leist im Ziel

2. MJB Fabian Lutz

Steffen Justus

Pia Jäkel Klahm als Nikolausfrau unterwegs

Die ersten drei Frauen: Marion Jakobs, Jessica Kammerer, Heike Alaimo (v. links)

Silke Ritter und Elke Merckel

Schnatterte selbst und die Läufer über die Strecke und ins Ziel: Vanman Jochen Heringhaus

Der heiße Zieltee schmeckt

Wie immer Objekt der Begierde: die Ergebnisliste

Der Zielbogen macht schlapp

Volle Begeisterung

Saarländer Spezialität?

Fachmännische Siegerehrung von Heino Müller

Zweiter Erik Theis übernimmt seine Urkunde aus erlauchter Hand

Stempel auf die Urkunde

Amtmann, Stadtschreiber, Turmwächter, Gräfin Katharina und Nachtwächter kamen zur Siegerehrung

Kommt Ihr Leute, laßt Euch sagen

12. Dezember 2009 - .. der 5. energis Nachtwächterlauf in Ottweiler war ein voller Erfolg. Sowohl von den Zeiten her als auch von den Teilnehmerzahlen. 621 LäuferInnen im Ziel waren fast 100 mehr als der bisherige Teilnehmerrekord. 2008 kamen 533 LäuferInnen ins Ziel am Schloßplatz. 

Die Residenzstadt Ottweiler liegt im Saarland, leicht südlich von St. Wendel, ca. 35 km von der Landeshauptstadt Saarbrücken entfernt. 871 wurde hier ein Kloster gegründet, um das sich dann die Stadt bildete. Die Stadtrechte hat der Ort schon seit 1550. Bereits 1763 wurde hier eine Porzellanmanufaktur gegründet, die 1800 ihren Betrieb einstellte. Noch heute ist Ottweiler Porzellan im Umlauf, es zählt zu den seltensten Porzellanen der Welt. Eine der Touristenattraktionen der Stadt sind die Nachtwächterführungen, die etwa eine Stunde dauern und von zwei Nachtwächtern im Wechsel abgehalten werden. Der Nachtwächter vom Dienst gibt eigentlich auch beim Nachtwächterlauf den Startschuß und wohnt, neben dem Stadtschreiber, dem Turmwächter (der Alte Wehrturm ist das Wahrzeichen der Stadt), dem Amtmann und Gräfin Katharina von Ottweiler der Siegerehrung bei. Da der wahre Nachtwächter zur Zeit leider verletzt ist, mußte ein Ersatzmann einspringen, der seine Sache aber gut machte, keiner hätte bemerkt, daß es sich um ein Double handelte, hätte er nicht selbst aus dem Nähkästchen geplaudert.

Der Nachtwächterlauf ist ein 10er. Nicht mehr und nicht weniger. Keine Kinderläufe, kein Einsteigerlauf, kein Walkingwettbewerb. Wohltuend einfach einfach ein 10er. Dabei greift er die Idee des Citylaufs auf, in der Altstadt und drumherum wird ein 2,5 km-Kurs abgesteckt und abgesperrt, der vier Mal zu durchlaufen ist. Start ist um 17.30 h, im Dezember also schon nach Anbruch der Dunkelheit. Start und Ziel sind auf dem Schloßplatz Startnummernausgabe und Siegerehrung im zweiten Stock des dort ansässigen Schloßtheaters, das als Tagungszentrum und für sonstige Feierlichkeiten und ähnliche Anlässe gemietet werden kann. Eben auch als Wettkampfzentrum für eine Laufveranstaltung mit 600 Teilnehmern. Aufgrund der Kälte und des einsetzenden Schnees war der Eingangsbereich des Gebäudes ein Nadelöhr, das aber nicht zu größeren Komplikationen führte. 

Die ganze Altstadt mit Renaissance- und Fachwerkhäusern ist vorweihnachtlich beleuchtet, der Brunnen auf dem Schloßplatz ist zum Adventskranz umdekoriert, die riesigen Kerzen leuchten des nachts. In der Ausschreibung steht, daß 100 Fackelträger den Weg der Läufer säumen. Was sich beim ersten Hinlesen so erstaunlich anhört, mag man doch nicht glauben, daß eigens 100 Helfer zum Fackeltragen abkommandiert werden können, entpuppt sich in der Realtiät als die einfachste Sache der Welt. Die Fackeln werden an das hinter den Absperrungen stehende Publikum verteilt. 

In diesem Jahr mußte der Start um einige Minuten nach hinten verschoben werden. Gegen 17.15 h kippte ein Passant neben der Laufstrecke um, der herbeigerufene Notarzt brauchte 20 min, um an Ort und Stelle zu sein. Später stellte sich heraus: in Ottweiler war gerade keiner verfügbar, der Doc mußte aus Neunkirchen geholt werden. Als es dann losgehen konnte, ging auch gleich die Post ab. Vom ersten Meter an setzte sich Steffen Justus an die Spitze des Feldes, schon nach der ersten Runde hatte er einen satten Vorsprung. Der 27jährige hatte hier 2006 schon mal mit 33:02 min gewonnen, wurde 2007 mit 30:52 min Zweiter hinter dem Streckenrekordhalter Heiko Baier (30:27 min) und mußte 2008 wegen eines Trainingslagers passen. Da er seit nunmehr neun Jahren im nahen Saarbrücken wohnt, nimmt er diesen stimmungsvollen Lauf vor der Haustüre gerne mit. Nach 31:36 min passierte er die Zielmatten, war mit sich, den Laufgöttern und dem Führungsradfahrer, der ihm beim Überrunden den Weg bahnte, sichtlich zufrieden. Hinter dem Triathleten liegt eine tolle Saison. Schon 2008 konnte er sich mit 2:21 h in die Siegerliste des München-Marathon eintragen. 2009 belegte er den 5. Platz bei der Triathlon-WM über die olympische Distanz und war beim Frankfurt-Marathon mit 2:18 h schnellster Deutscher. Wo sich andere Triathleten nach Abschluß der Saison erstmal ausruhen, packte er noch drei Wochen intensives Marathontraining drauf und startete in Frankfurt. Zur Zeit absolviert der Soldat der Sportkompanie in Mainz einen achtwöchigen Feldwebellehrgang, der noch bis 23. Dezember dauert. Das Training kommt dadurch absolut zu kurz, was aber offenbar seiner Form nicht wirklich einen Abbruch tut. Da seine Schwester in München wohnt, wird er sie zu Silvester besuchen und dort am Silvesterlauf teilnehmen. 

Erik Theiß von Grojos LTF Elversberg, ebenfalls “um die Ecke gelegen”, bauchte 34:25 min, um Steffen Justus über die Ziellinie zu folgen. Hinter ihm ging es Schlag auf Schlag, denn Thomas Uebel und Michael Peter folgten ihm innerhalb von nur fünf Sekunden.

Den Streckenrekord bei den Frauen hält die Triathletin Joelle Franzmann, die hier 2006 und 2007 gewinnen konnte. 2007 war das schnellste Jahr in Ottweiler, denn nicht nur der Streckenrekord von Heiko Baier resultiert aus diesem Jahr sondern auch der von Joelle Franzmann (36:23 min). Heimo Müller, der Laufgruppenleiter des 150 Jahre alten TV Ottweiler, hatte schon die Hoffnung, daß dieser Rekord 2009 fallen würde. Mit Heike Alaimo war eine Läuferin aus dem eigenen Verein am Start, die in der Woche zuvor den Nikolauslauf in Neunkirchen für sich entscheiden konnte. Ihre Bestzeit liegt allerdings bei 37:11 min, sie konnte die Zeit von Franzmann nicht gefährden. Die Uhr blieb für sie bei 37:21 min stehen, sie ließ damit nur 25 Männern den Vortritt. Ihre Schwägerin Kerstin ist übrigens auch eine schnelle Läuferin, sie gewann im Oktober den Dreitagestrail “keep on running St. Wendel”. Für 2010 hat Heike große Pläne, die 37 vorne soll nach Möglichkeit definitiv fallen.

Auf Platz 2 lief Jessica Kammerer durch die Gassen von Ottweiler. Die 30jährige Freundin von Matthias Hecktor läuft überhaupt erst seit zwei Jahren, in der vergangenen Saison konnte sie viele gute Platzierungen erlaufen. Die Erzieherin in einem Kinder- und Jugendheim in Pirmasens kam gerade erst aus ihrem zweiten Skiurlaub zurück, merkte die ungewohnte Anstrengung noch in den Oberschenkeln. Über ihren zweiten Platz und die 39:32 min war die bezopfte Läuferin vom TuS 06 Heltersberg glücklich und zufrieden.

Dritte wurde mit Marion Jakobs eine saarländische Läuferin von Schlau.com Saar 05, die bei “keep on running St. Wendel” den zweiten Treppchenplatz eroberte. Mit 39:34 min rutschte sie als Gesamt-52. gerade so eben auf die zweite Seite der Ergebnisliste. 

Die Strecke hat zwei Anstiege, eine Senke und ein relativ steiles Gefällstück Richtung Innenstadt. Hier kann, wer gut Dampf machen kann, alles wieder rausholen, was er auf den Steigungsstücken verloren hat. Der Rest, ca. 2/3 der Strecke, ist flach. Die Strecke ist also nicht so langsam, aber recht voll, so mancher mag durch die Überrundungen nicht so richtig seinen Rhythmus finden. 

Die für ihn relativ langsame Zeit von 38:47 min hat Gernot Helferich (LTF Marpingen) allerdings nicht den Streckenverhältnissen zu verdanken. Vielmehr ist er zwei Wochen zuvor in Palermo 212 km innerhalb von 24 h gelaufen und hat damit den saarländischen Landesrekord seines Schwiegervaters Franz Feller um rund 4 km überboten. Wie das bei den laufverrückten Fellers/Helferichs so ist, stand dieser Samstag ganz im Zeichen der Laufschuhe. Am Vormittag waren Gernots Frau Silke und sein Schwiegervater beim Adventslauf in Offenbach-Hundheim (Westpfalz) am Start, da hütete Gernot die drei Töchter Eva-Maria, Elisa und Evita. Abends liefen Gernot und sein Schwager Stefan Feller in Ottweiler, Silke paßte auf die Kinder auf. Und anschließend fuhr der ganze Troß nach Marpingen zur Vereinsweihnachtsfeier. 

Der Nachtwächterlauf in Ottweiler zieht jede Menge Saarländer auf die Laufstrecke, ein paar mehr Pfälzer würde er bestimmt auch noch vertragen. Die Reise lohnt sich.

Veranstaltungsseite: www.tvo-leichtathletik.de

Ergebnisse: www.meisterchip.de

 

 


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