7. Dachser-Grenzlandlauf der LG Berus in Überherrn
Zehn Kilometer im Deutsch-Französischen Grenzgebiet
Berus, 18. Juli 2010 - Ganz im Westen des Saarlandes, direkt an der deutsch-französischen Grenze liegt die kleine Stadt Überherrn, in der jährlich der zehn Kilometer Grenzlandlauf der LG Berus stattfindet. Mit dem Namen gebenden Sponsor, einem überregionaler Logistikdienstleister, hat man einen Unterstützer gefunden, der dieser Bezeichnung würdig ist.
In früheren Jahren führte die Strecke in das Nachbarland, doch mittlerweile wird der 10 km-Grenzlandlauf auf einer Fünfkilometerstrecke mit insgesamt lediglich 30 Höhenmetern ausgetragen. Der amtliche vermessene Parcours ist mit seinen vielen Richtungswechseln und einer Wendepunktstelle sicherlich nicht ganz einfach, dennoch sind gute Zeiten durchaus möglich. Zusätzlich zum Hauptlauf wird ein Fünf-Kilometer-Lauf und ein Schülerlauf angeboten. Die Siegerehrung findet auf dem Festplatz des zeitgleich stattfindenden Überherrner Grenzlandfestes statt.
Nachdem der Sommer am Tag zuvor eine kurze Verschnaufpause eingelegt hatte, kam am Sonntag morgen schon wieder die Sonne zu Vorschein und ließ die Temperaturen rasch ansteigen. Der Veranstalter trug diesen Bedingungen Rechnung, indem eine Wasserstelle und zwei Sprenkelanlagen auf der Laufstrecke positioniert wurden.
Trotz dieser insgesamt sehr guten Voraussetzungen für einen schönen Volkslauf war das Interesse an der Veranstaltung in diesem Jahr längst nicht so ausgeprägt wie vor Jahresfrist. Mit insgesamt 252 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde das Vorjahresergebnis deutlich verfehlt. Diese kleine Enttäuschung wurde allerdings durch die anwesende Prominenz zu einem großen Teil wieder wett gemacht. Mit Tanja und Jörg Hooß, beide von den LTF Marpingen, waren die amtierenden Deutschen Meister im 100 Kilometerlauf am Start. Hinzu kam der amtierende Deutsche Meister der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung im 50 Kilometerlauf Thomas Dehaut von der LLG Landstuhl, der im November seine Titelverteidigung in dieser Disziplin plant und sich dementsprechend gegenwärtig in einer Regenerationsphase befindet. Kurzfristig abgesagt hatte der Vorjahressieger Raphael Schäfer vom LC Rehlingen, der auch bei der diesjährigen Auflage als Favorit galt.
Als um 10.00 Uhr die Startfreigabe erfolgte, hatte die Quecksilbersäule bereits hochsommerliche Temperaturen erreicht. Ab dem zweiten Kilometer kam es dann auch schon zu einem Zweikampf an der Spitze zwischen dem für den LC Rehlingen startenden Dennis Zimmer und mir. Keiner konnte sich bis 500 Meter vor dem Ziel entscheidend absetzen. Auf der leicht abschüssigen Zielgeraden konnte ich den knapp 27 Jahre jüngeren Konkurrenten dann aber doch noch leicht distanzieren und siegte schließlich in 33:36 Minuten zwei Sekunden vor Dennis. Auf Rang drei folgte Björn Kammer, ebenfalls vom LC Rehlingen, in 34:13 Minuten.
Thomas Dehaut, der der starken Alterklasse M45 angehört, erreichte den vierten Rang in starken 34:45 Minuten, so dass bei der Meisterschaft im 50 Kilometerlauf auf jeden fall mit ihm zu rechnen sein dürfte. Jörg Hooß wurde in 35:44 Minuten Siebter. Seine Nominierung für die Weltmeisterschaft im 100 Kilometerlauf, die im November in Gibraltar stattfinden wird, sollte eigentlich eine Formsache sein.
Ähnlich spannend verlief das Rennen bei den Frauen. Dabei konnten die beiden ersten Frauen die 40 Minuten Marke unterbieten. Anja Strohe, ebenfalls vom LC Rehlingen setzte sich in 39:22 Minuten knapp vor der Ultramarathonspezialistin Tanja Hooß durch, die 39:45 Minuten erzielte. Dritte wurde Kerstin Bock von den Grojos LTF Elversberg in 43:23 Minuten.
Die Siegerehrung ließ ein wenig auf sich warten, was angesichts des schönen Wetters aber nicht unangenehm war. Auf der Bühne des Festplatzes in Überherrn sorgte eine Blaskapelle für Unterhaltung. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gut gesorgt bis zur Übergabe der Auszeichnungen. Es bleibt zu hoffen, dass im kommenden Jahr wieder mehr Athletinnen und Athleten den Weg nach Überherrn finden. Es wird sich mit Sicherheit lohnen.

