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7. Night52

[eingestellt am 17. Juli 2017]

By: Jochen Höschele

Auch die kleinen Borussen und Nachwuchsläufer kamen bei den Schüler- und Bambiniläufen des City Cups auf ihre Kosten

Von Mama und dem Schlußradler begleitet, aber aus eigener Kraft erreichte dieser Steppke die Ziellinie

Startaufstellung zum Night52

Schnell noch ein Interview mit dem Vorjahreszweiten Michael Sommer (in weiß-rot) und dem Sieger der Jahre 2011 und 2014, Jens Santruschek, der auch 2017 wieder als Erster einlief

Schönes Fachwerk auf den ersten (und den letzten Kilometern) in der Brettener Altstadt

„Der Lauf über die Kraichgauhügel“ macht seinem Namen schon nach knapp zwei Kilometern alle Ehre

Beschilderung meistens zweifach durch diese Schilder und grüne Pfeile auf dem Boden

Blick zurück auf Bretten, wo die allermeisten erst in der finstren Nacht wieder ankommen

Es geht voran (bergan geht es aber auch!)

Eine von Sandra Matt und Klaus Becker angeführte größere Läufergruppe auf einem der wenigen nicht asphaltierten Abschnitte des Night52

Gela Höfle und Hanns-Jörg Fleischer

Sprantal und die dortige erste Verpflegungsstelle sind nach etwa sieben Kilometern erreicht

Emsige Helfer an der Verpflegungsstelle sind auch dem großen Ansturm des Rekordteilnehmerfeldes gewachsen

Nur kurz ist die Verschnaufpause nach der Verpflegung, ehe es wieder knackig bergauf geht

Die Pferde nehmen die Läuferschar eher gelangweilt zur Kenntnis

Tanja Niedick freut sich über jeden einzelnen der zahlreichen Kraichgauhügel, wie man sehen kann

Sprantal liegt schon hinter den Läufern, ungefähr 45 Kilometer noch vor ihnen

Flach ist es selten – egal, ob der Blick nach hinten geht….

……..oder nach vorne

Am Pfarramt von Nussbaum vorbei geht es (selbstverständlich) bergauf…

…..an einem sehr gut erhaltenen VW „Bully“ vorbei

Weshalb dieses mobile Toilettenhäuschen mitten im Kraichgau steht, war nicht herauszufinden

Alternativsportler spielen Frisbee, wir laufen lieber weiter

Im Wald geht’s schon wieder kernig bergauf in Richtung Göbrichen

Göbrichen rückt ins Blickfeld, wird aber nicht durchlaufen

Verpflegungsstelle Nummer zwei in Bauschlott (km 15)

Das Kraichgaukorn ist allgegenwärtig, genau wie die Mähdrescher

Auf dem Weg in Richtung Böllstrichseen nahe Ölbronn

Die Böllstrichseen werden nach etwa 16 Kilometern erreicht

Und noch ein See, dieses Mal der bei Anglern sehr beliebte Aalkistensee

Schon ist die nächste Verpflegungsstelle am Ortsrand von Knittlingen erreicht. 24 Kilometer sind geschafft und die Staffeln übergeben hier vom Start- auf den Schlussläufer

Der Tisch ist mehr als reich gedeckt (nicht nur in Knittlingen), das Foto zeigt nur die kaubare Verpflegung

Zahlreiche Sonnenblumenfelder werden passiert

So allmählich bricht bei Oberderdingen die Dämmerung herein

Nachts, wenn der Hosengummi reisst

Bretten, den 15. Juli 2017 – Ungewöhnliches ereignete sich beim 7. Ultramarathon rund um die Melanchthonstadt Bretten, der unter dem Namen „Night52“ firmiert und somit gleich im Titel die Anzahl seiner Kilometer preisgibt.

Ungewöhnlich war zuallererst das Wetter. Bei allen vorangegangen Austragungen des mit gut 850 positiven Höhenmetern auch nicht gerade flachen Laufes (Untertitel des Night 52: „Der Ultralauf über die Kraichgauhügel“ ist Programm) herrschte entweder Hitze, manchmal sogar Affenhitze oder es wird sogar schon von Jahren mit Bullenhitze berichtet. Heuer – nichts dergleichen. Moderate Temperaturen in den niedrigen Zwanzigern, die bei Einbruch der Dunkelheit gegen 22 Uhr rasch auf Werte um die 15 Grad fielen, bescherten zumindest dem etwas gemächlicheren Läufervolk ein unbeschwertes Laufvergnügen ohne Sonnenstich- oder Dehydrierungsgefahren. Also genau das, was gemeinhin als „ideale Laufbedingungen“ durchgeht.

Ob es wohl an den nicht ganz so sommerlichen Temperaturen lag, dass sich viele Teilnehmer noch recht kurzfristig zu einem Start am Simmelturm vor dem Stadion des TV Bretten eingefunden hatten, als um 17:45 Uhr der Startschuss für die lange Distanz fiel? Die Voranmeldeliste hatte zwar schon über 100 Namen verzeichnet, aber auf einen Teilnahmerekord konnten die Veranstalter um Daniel Wittmann und Simon Jung nicht zwangsläufig hoffen. Und doch wurde dieser (auf der Ultradistanz) mit 124 gelisteten Zielankommern (gegenüber 128 aus dem Vorjahr) beinahe geknackt.

Der Verlauf des Männerrennens war wenig spektakulär und gänzlich ohne Positionswechsel. Bereits auf der Startgerade lief Jens Santruschek (Sieger der Premiere 2011 und aus dem Jahr 2014) alleine vorneweg. Der neunfache Deutsche 100km-Meister Michael Sommer (Vorjahreszweiter und Sieger 2015) folgte ihm in gebührendem Abstand, und daran änderte sich auch bis ins Ziel auf der Bahn des TV Bretten rein gar nichts mehr.

Auch Gregor Scharf (TV Hergershausen) lag wohl die ganze Distanz über auf dem Platz, den er auch im Ziel innehatte, er wurde (als letzter Athlet unter vier Stunden) Dritter in 3:57:06 h.

Ein Blick auf die Siegerzeiten sei noch gestattet, da sowohl der Brettener Jens Santruschek als mittlerweile alleiniger Rekordhalter mit drei Siegen (jeweils im Abstand von drei Jahren) als auch der für EK Schwaikheim startende Michael Sommer (drei Teilnahmen hintereinander seit 2015) es gestatten, hier Vergleiche zu ziehen.

2015 gewann Sommer mit 3:55:01 h denkbar knapp mit elf Sekunden (!) vor Santruschek, 2016 lief Sommer in 3:44 h als Zweiter hinter dem Sieger und Streckenrekordhalter Wouter Decock aus Belgien ein (Santruschek erreichte das Ziel nicht).

Santruscheks Siegerzeiten waren 4:10 h bei der Premiere 2011, 4:00 h 2014 und heuer erreichte er seine persönliche Night52-Bestzeit mit 3:38:55 h, was die zweitbeste je gelaufene Zeit auf dieser Strecke ist.

Bei den Frauen gab es gleich zwei Siegerinnen über die Ultradistanz, auch ein Novum in der Geschichte des Night52: Bettina Eyhorn vom Lauftreff der TSG Schopfheim und Natascha Bischoff von der LSG Karlsruhe liefen gemeinsam als Zwölfte über die Ziellinie und benötigten 4:31:56 h, die beste Zeit bei den Frauen seit 2012. Sarah Sieringer (Landau Running Company) erklomm die dritte Stufe des Podiums bei den Frauen nach 4:52:30 h Laufzeit.

Außer der Ultradistanz, die auch als Staffel (der Wechsel erfolgt in Knittlingen an der dortigen Verpflegungsstelle nach knapp 24km und 380 Höhenmetern) zu zweit zurückgelegt werden kann, gab es im Rahmen des „Sparkasse City Cup“ noch weitere Distanzen von den Schülerläufen über 800 beziehungsweise 1600m sowie einen Einsteigerlauf über 5km und den Hauptlauf über 10km.

Sieben Ultrastaffeln bewältigten die Strecke erfolgreich, „The Roadrunners“ waren dabei sogar schneller als der Sieger bei den „Solisten“. Rainer Bäuerle und Benjamin Weber legten die 52km in 3:30:56 h zurück und verwiesen Jürgen Dulkies und René Rinderspacher vom Team tb-active.com (3:57:39 h) auf Rang zwei. Dritter wurden die „Spörr-Runners“ Markus Domes und Jürgen Zieblod in 4:23:34 h.

Im 5km-Lauf setzte sich die Lokalmatadorin des TV Bretten Triathlon, Sophia Weiler, in 19:02 min klar durch, bei den Männern gewann Stefan Morlock in 18:45 min vor Ralf Gaberdiel (18:51 min) und dem überraschend starken Nachwuchstriathleten Philipp Hannich (TV Bretten Triathlon Youngsters, Jahrgang 2003), der 19:25 min benötigte.

Lea Düppe vor Katrin Ochs und Katja Bäuerle, so lautete die Einlaufreihenfolge im Hauptlauf über 10km. Düppe (Engelhorn Sports Team MTG Mannheim) siegte in 39:09 min vor der für LG Filder laufenden Ochs (39:50 min), die wiederum fast zwei Minuten Vorsprung auf die nach 41:55 min einlaufende Bäuerle (VfB Bretten) hatte.

Jannik Arbogast und Marcin Balzinski lieferten sich ein spannendes Duell um die „Krone“ bei den Männern mit dem besseren Ende für den Karlsruher Arbogast (Rennwerk Karlsruhe), der in 30:34 min letztlich 15 Sekunden vor dem Athleten der LG Farbtex Nordschwarzwald lag. Dahinter auf Rang drei der Pforzheimer Markus Nippa mit 32:46 min deutlich zurück, aber im Kampf um den Sieg in der M40 knapp vor Christoph Hakenes (32:58 min).

Bleibt noch die Frage, was es mit der seltsam anmutenden Überschrift zu diesem Artikel auf sich hat.

Das Missgeschick eines gerissenen Hosengummis trug sich in Hörweite des laufenden Reporters zu. Der von diesem Unbill heimgesuchte Läufer befürchtete schon, die restlichen fast 20km ab dem Exitus des Hosengummis mit beiden Händen am Beinkleid beenden zu müssen.

Wie sich später herausstellte, hatte der pfiffige Pechvogel aber flugs aus seinem Startnummernband ein adäquates Ersatzteil für den Hosengummi gebastelt und erreichte somit unbeschadet und wohlbehost das Ziel.

Ob der Veranstalter deswegen in weiser Voraussicht Startnummernbänder in alle Teilnehmertüten gepackt hatte?

Von der Qualität des Laufes, der Verpflegung und der (in diesem Jahr buchstäblich „chilligen“) Atmosphäre im Ziel sollte man sich unbedingt einen persönlichen Eindruck verschaffen. Mit oder ohne Startnummernband. Immer im Juli in Bretten.

Link zur Veranstaltung und zu den Ergebnissen: www.night52.de 


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