8. Bärenfels-Trail Hoppstädten-Weiersbach
Fotos: Gabi & Peter Gründling
Samstagsvergnügen auf der grünen Wiese
Hoppstädten-Weiersbach, 16. Juli 2011 – Neubrücke ist einer von drei Ortsteilen der rheinland-pfälzischen Gemeinde Hoppstädten-Weiersbach. Um hierher zu gelangen, muß man auf der A62 auch ein Stück durchs Saarland und so mancher ist etwas irritiert, erst im Saarland und dann wieder in Rheinland-Pfalz willkommen geheißen zu werden. Heutzutage ist Neubrücke bekannt durch den “Umwelt-Campus Birkenfeld”, eine Außenstelle der Fachhochschule Trier, in der über 2.300 Studenten diverse Bachelor- und Mastersstudiengänge in den zwei Fachbereichen Umweltwirtschaft/Umweltrecht und Umweltplanung/Umwelttechnik belegen. Deutlich sichtbar wurde der Campus früher als amerikanisches Militärlazarett genutzt. Auf ihm findet man, nur wenige hundert Meter vom Start- und Zielgelände des Bärenfelstrails entfernt, ein Tagungshotel, in dem man günstig übernachten und vor allem in der Regel die Zimmer auch bis nach dem Lauf behalten kann. “Kommen Sie zurück, ruhen Sie sich aus, duschen Sie – und dann lassen Sie den Schlüssel einfach im Zimmer liegen und ziehen Sie die Tür zu.” Ein toller Service, zumal die offiziellen Trailduschen sowieso nicht start- und zielnah sondern im Dorfgemeinschaftshaus in Neubrücke angesiedelt sind. In Sachen “Außenstelle” kennt man sich in Neubrücke schon lange aus, denn im zweiten Weltkrieg befand sich hier auch eine Dependance des Konzentrationslagers “Hinzert”.
2002 kam der in Ultrakreisen bekannte Feller-Clan auf die Idee, hier in ihrer Heimat Laufveranstaltungen anzubieten. Robert Feller (Jahrgang 1962), Stefan Feller (Jhg 1968) und Vater Franz (Jhg 1938) waren Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre ein nur schwer zu schlagendes 100 km-Team, sind alle drei mit 100 km-Bestzeiten von deutlich unter 8 Stunden notiert. Dabei fing die Laufkarriere der Familie erst 1980 an, als Robert nach einem Handbruch vorübergehend keinen Fußball mehr spielen durfte und von seinem Trainer zum Laufen in den Wald geschickt wurde. Ruckzuck war die ganze Familie vom Laufvirus befallen. Auch die Schwestern Siglinde (Jhg 1961) und Silke (Jhg. 1970) sowie Mutter Jutta (Jhg. 1936) mischten mit. Noch heute laufen alle – bis auf Siglinde. “Dafür” haben sich Robert und Silke ebenfalls laufverrückte Ehegesponse gesucht und vor allem Silkes Tochter Elisa hat offenbar den Laufspaß und die Laufgene von Mutter und Vater Gernot Helferich geerbt. Sie läuft nicht nur bei den Bärenfels-Läufen mit, wurde diesmal als knapp 9jährige mit 14:01 min Gesamt-Dritte beim 2,5 km langen Kindertrail.
Der Bärenfels, der den Fellerläufen seinen Namen gibt, ist eine Steinformation im weitläufigen Wald über Neubrücke. Der Sage nach lebte dort vor ungefähr 100 Jahren ein Bär. Überliefert ist das allerdings nicht. Da sich das Ganze im Naturpark Saar-Hunsrück abspielt, gibt es im saarländischen Teil auch noch einen 12 km langen Premiumwanderweg namens Bärenpfad, der in Teilen auch zur Strecke der Fellertrails gehört.
Was 2002 mit einem 7,5 km langen Heiligmorgenlauf anfing, hat sich inzwischen zu einem ganzen “Bärenfels-Cup” entwickelt, zu dem der inzwischen an Heiligabend stattfindende Marathon, der 50 km-Lauf am 01. Mai sowie der 63 km-Trail Mitte Juli gehören. An allen drei Terminen gibt es neben den genannten Strecken noch “Beigaben”: immer einen Kinderlauf und immer eine bis zwei kürzere Strecken.
Der Sommertrail gehörte dieses Jahr nicht nur zum hauseigenen Cup sondern auch noch zu zwei externen. Der 2,5 km-Schülertrail steht in der langen Liste der Laufveranstaltungen, bei denen man Punkte sammeln kann für den Nachwuchscup der Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer (IGL). 14 Kinder nahmen daran teil, 11 davon aus dem 17 km entfernten Otzenhausen. Mit 13:31 min siegte der M12er Florian Hirsch, seine Vereinskameradin Jule Frank brauchte 13:55 min.
Die Langstrecke gehörte erstmals zum Lafuma-Trailcup. Lafuma ist ein Outdoor-Ausstatter, die Serie umfasst acht Trails zwischen 25 und 65 km in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und eben im Grenzgebiet zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Repräsentanten der Firma waren in Neubrücke und haben die gesamte Logistik aufgebaut. Erstmals sah man bei Fellers Treppchen und Start-Zielbogen, dazu kamen jede Menge Zelte, in denen bequem Startnummernausgabe, Wettkampfbüro, Verpflegungsstelle und Kuchentheke untergebracht waren. Zudem nahmen die drei erstplatzierten Männer und Frauen jeweils ein “gutes Stück” von Lafuma mit nach Hause – die Sieger Trailschuhe, die anderen Shirts.
Wie immer waren auch einige ausländische Gäste am Bärenfelsen. Franzosen finden oft den Weg nach Neubrücke, zumal Robert und Andrea Feller selbst oft Trails in Frankreich laufen. Dieses Jahr kamen, wahrscheinlich durch den Trailcup angelockt, auch einige Belgier zum Felsen. Und es erstaunt beim Feller-Clan auch niemanden mehr, daß sich immer wieder US-Amerikaner anmelden. Und nicht etwa solche, die in der Westpfalz stationiert sind, sondern Amerikaner auf Europareise oder auch mal auf Geschäftsreise in Österreich. Diesmal war es ein Pärchen im Urlaub, das noch schnell den Trail “mitnahm”, bevor es am Sonntag heimwärts ging. Owen Bradley, der mit freiem Oberkörper lief und sich den Namen seines Vereins (Rockj Creek Race Team) mit Edding auf die Brust hatte schreiben lassen, belegte mit 3:48:22 h den dritten Platz beim Marathon. Seine Frau/Freundin Hannah Pate lief für den britischen Verein Lululemon Birmingham und beließ es bei einer Runde durch den Neubrücker Wald. In 2:08:23 h belegte sie Platz 1 der W30.
Eigentlich war die Startzeit mit 8 Uhr angegeben, aber so genau nimmt das am Bärenfelsen nie jemand und in diesem Jahr war es ca. 8.20 h, als über 200 LäuferInnen nach einer kurzen Ansprache von Robert Feller auf die Strecke geschickt wurden. Alle drei Distanzen (Halbmarathon, Marathon, Ultratrail) werden gemeinsam gestartet und wer die von ihm vorher gewählte längere Strecke nicht packt, wird einfach “runtergewertet”. So kann man anschließend gar nicht genau feststellen, wie viele Ultras nach einer oder zwei Runden aufgehört haben, denn auch die Startnummern werden “wild gewürfelt” ausgegeben. Letztlich stehen 107 Läufer in der Halbmarathonwertung, 43 haben zwei Runden oder Marathon absolviert und eben so viele schafften drei Runden. Robert Feller hatte morgens noch angekündigt, daß der, der eine vierte Runde dranhängt, sein Startgeld zurück bekommt. Doch obwohl einige “Hardcore-Ultras” am Start waren mutete sich wider Erwarten niemand eine weitere Runde zu. Zwar waren tatsächlich nicht die über 900 angekündigten Höhenmeter pro Runde zu überwinden, aber etwas mehr als 700 waren es schon, über die Ultradistanz insgesamt ergo deutlich mehr als 2.000.
Martin Schedler (Team Salomon/LAZ Saarbrücken) hatte im Rahmen eines Staffelwettbewerbs am Vorabend schon einen 5 km-Wettkampf hinter sich gebracht. Am Bärenfelsen dominierte der hoch aufgeschossene Berglaufspezialist die Halbmarathondistanz. Er konnte sich sogar noch einen Verlaufer leisten und hatte trotzdem fast 20 min Vorsprung vor dem zweitschnellsten Kurzstreckler. Die Strecke war vorbildlich markiert, teilweise waren sogar hervorstehende Wurzeln angesprüht, um gut sichtbar zu werden. Aber in der großen Kurve knapp zwei Kilometer vorm Ziel, in der man über eine große Wiese, die vor Jahren sogar mal zu durchlaufen war, schon den Zielbogen sieht, hing noch kein Flatterband, um den Zugang zur Wiese zu sperren. So übersah Schedler die weißen Pfeile und lief über die Wiese direkt Robert Feller in die Arme, der die Flatterbandrolle schon in der Hand hatte, um die Kurve noch abzusichern. Also hieß es “kehrt – marsch” und zurück auf die Strecke. Nach 1:31:02 h wurde Martin Schedler im Ziel erfasst. “Wer gerne Trail läuft und hier nicht an den Start geht, ist selbst schuld” war das begeisterte Statement des Saarländers.
Seine Zeiten mit den Vorjahressiegern zu vergleichen, ist müßig, da die Strecke nie zwei Jahre hintereinander gleich ist. Waren Start und Ziel bis vor zwei Jahren schon auf der Wiese, auf der sie auch 2011 installiert waren, lag beides in den vergangenen zwei Jahren ca. 200 m weiter bergauf auf einem geschotterten Platz direkt über der Autobahn. Dort befindet sich zur Zeit durch eine große Autobahnbaustelle ein mehrere Meter hoher Schuttberg und so mußte die gute alte Wiese wieder herhalten. Bei Fellers heißt sie “die Campingwiese”, weil dort vor den Läufen oft Teilnehmer zelten oder in ihren Autos schlafen. Durch die Zielverlegung wurden die Läufer auf den letzten Metern nochmal durchs Unterholz geschickt und alleine dieser neue Streckenabschnitt war es schon wert, die Verlegung in Kauf zu nehmen. Die Schreiberin dieser Zeilen war nicht die einzige, die der Meinung war, daß man diesen Abschnitt unbedingt in den nächsten Jahren beibehalten sollte.
Gab es früher auch immer einige hundert Meter über Asphalt und durch freies Feld, um zwei Waldstücke miteinander zu verbinden, so ist auch dieser Teil inzwischen völlig von der Bildfläche verschwunden. Fellers finden bei ihren Trainingsläufen übers Jahr immer wieder neue und immer schönere Wege in “ihrem” Wald, die sie ihren Teilnehmern dann nicht vorenthalten wollen. Der Trail wird so immer verwunschener, immer attraktiver, aber auch immer anspruchsvoller.
Timo Schmidt (LTF Köllertal) und Martin Ziemer (The B-Side Baumholder) kamen gemeinsam nach 1:50:38 h wieder auf der grünen Wiese an. Die Plätze vier bis sechs wurden innerhalb von nur 20 Sekunden vergeben. Wobei Georg Frank und Carina Weidler (beide TuS 06 Heltersberg) die gesamte Strecke gemeinsam in 1:52:46 h bewältigten und Georg vor Carina in der Ergebnisliste steckt. Die Siegerin der Frauenwertung wollte nur trainieren, in vierzehn Tagen steht bei ihr das große Abenteuer “Ironman Regensburg” ins Haus. Mit ihren Triathlonschläppchen war sie für den Trail eigentlich nicht richtig beschuht. “Bergab war es wie skifahren” lachte sie denn auch später, als sie nach einer 51 km langen Radtour mit ihren Vereinskameraden Georg Frank und Jens Deman, der ebenfalls den Halbmarathon lief, wieder an der Fellerschen Kuchentheke landete.
Birthe Hilmes (LG Meulenwald Föhren, 1:59:20 h) und Alexandra Pfeifer-Zimmermann (TuS 06 Heltersberg, 2:03:11 h) vervollständigten das Halbmarathontreppchen.
Insgesamt blieben 18 Halbmarathonis unter zwei Stunden. Dazu kamen noch einige Marathonis und Ultras, die für die erste Runde ebenfalls weniger als 120 Minuten brauchten.
Auch der Marathonsieg ging ins Saarland. Manfred Komenda (TV Lebach) wird im September den Trans Alpin laufen – zusammen mit Halbmarathonsieger Martin Schedler. 1:40:19 h brauchte er für die erste Runde und war damit 10 min langsamer als Schedler, aber zweitschnellster Läufer überhaupt. Seine zweite Runde war mit 1:52 h deutlich langsamer, in Summe kamen 3:32:36 h zusammen.
Christian Zimmer (LSG Schmelz Hüttersdorf) wollte eigentlich Ultra laufen und so war er das Rennen auch angegangen. Erst unterwegs auf der zweiten Runde entschloß sich der Polizist, der beim Sondereinsatzkommando arbeitet und so auch noch diverse andere Sportarten wie z.B. Krafttraining, Boxen und Klettern betreiben muß, es mit zwei Runden gut sein zu lassen. Mit 1:49:17 h und 1:50:42 h lief er sehr gleichmäßig. Er merkte nicht nur seinen 13. Platz beim 101 km-Zugspitz-Ultra Ende Juni in den Beinen sondern auch das Klettertraining der vergangenen Woche im Rest seines Körpers. Sein Vorsprung auf den Amerikaner Owen Bradley betrug neun Minuten.
Aus dem hessichen Flörsheim war Judith Scheifler nach Neubrücke gekommen. Auch sie war beim Zugspitz-Ultratrail unterwegs und mit 19:15 h bei ihrem ersten Lauf über 100 km, die dazu noch 5.474 Höhenmeter in sich hatten, deutlich schneller als sie und ihr Mann es erwartet hatten. Bei Fellers war die ganze Scheifler-Familie unterwegs: Judith als Marathonsiegerin 4:40:33 h, ihr Mann Gert mit dem Hund 2:38:45 h über Halbmarathon und der Filius einfach so und schneller als sein Vater ebenfalls über eine Runde. Dabei hatten alle vier unter der Woche schon etliche Wanderkilometer absolviert, denn den Sommerurlaub nutzen sie, um jeden Tag an einem anderen Ort ihre Wanderschuhe zu schnüren.
Mit Susanne Becker war auch die zweite Marathona eine Hessin. Sie war aus Mittelhessen angereist, gehört dem LLT Wallernhausen an. Zwei sehr gleichmäßig gelaufene Runden brachten ihr 5:28:35 h ein. Nicht mal drei Minuten später war nach 5:31:01 h das Treppchen voll. Den letzten freien Platz hatte Janet Jung vom Team Jutsch ergattert.
24 Stunden München, 12 Stunden Grieskirchen, LGT Alpin Marathon Liechtenstein, 69 km Zugspitz-Supertrail, 100 km Thüringen Ultra, 63 km am Bärenfelsen – das ist die beeindruckende Laufliste von Rainer Leyendecker. Wohlgemerkt nur die der vergangenen sechs Wochen. Und der Neu-M55er schläppelt nie einfach nur so über die Strecke sondern läuft immer für eine gute Leistung. Beim Bärenfelstrail wurde er mit dem Sieg über die Ultrastrecke belohnt. Am vorletzten Verpflegungsposten lag er noch auf Platz 3, bekam dort von Andrea Feller den ungefähren Abstand zu den vor ihm laufenden Konkurrenten und packte hochmotiviert nochmal eine Schippe drauf. Nach 5:51:53 h hatte er sein Tagwerk beendet, wurde von seiner Frau Marlyn und ihrer stets im Anschlag befindlichen Kamera im Ziel empfangen. Die Leyendeckers sind fast immer am Bärenfels anzutreffen, denn Rainers Eltern leben nicht weit entfernt im Saarland und so verbindet er dann das Angenehme mit dem Sportlichen, die weite Anreise aus Holzkirchen südlich von München muß sich ja lohnen. 24 Stunden Reichenbach, 100 km Leipzig, 69 km Sonthofen, 100 km Winschoten – mindestens das ist das weitere Ultralaufprogramm des Vielstarters. Wohlgemerkt nur für die kommenden zwei Monate. In Reichenbach würde er gerne mindestens 206 km schaffen, um sich an die Spitze der deutschen Bestenliste 2011 in seiner neuen Altersklasse zu setzen.
Frank Buka war viereinhalb Stunden aus dem Sauerland angereist, um bei Fellers zu trailein. Auch er war Ende Juni rund um das Zugspitzmassiv unterwegs. Seine Ultralaufkarriere begann erst 2010, bescherte ihm aber außer an der Zugspitze überall Treppchenplätze. So auch in Neubrücke, wo er mit 5:54:11 h Zweiter wurde.
Nur 24 Sekunden hinter ihm kam der für das Triteam Staufen startetende Achim Gokeler durch den Zielbogen. Seine Vereinszugehörigkeit bei TriTeam Staufen ist eine Remineszenz an sein Sportlerleben, als er noch keine Familie hatte und noch studierte. “Damals” war der 39jährige Triathlet in seiner schwäbischen Heimat. Inzwischen lebt er schon seit Jahren in Frankfurt und hat nur noch Zeit für das Training in Laufschuhen. Auch sein Eintrag in der DUV-Statistikdatenbank weist ausschließlich Landschaftsläufe aus.
Stefanie Krieg (LG MuLi) ist nicht nur Dauergast am Bärenfelsen, sie konnte sich auch schon oft ganz oben in die Siegerliste eintragen, in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal. Den Bärenfelscup 2010/2011 konnte sie daher auch für sich entscheiden und nahm zu ihren Preisen für den Tagessieg auch noch den Wok für den Cupsieg mit nach Hause. Die Fellerfamilie wird von der ortsansässigen Firma Fissler unterstützt und so finden am Bärenfelsen regelmäßig Pfannen, Schnellkochtöpfe und eben Woks neue Besitzer. Nach drei Schnellkochtopfen war für Steffi nun Zeit für eine Pfanne und den Wok. Nah 7:14:12 h wurde sie als Gesamt-12. im Ziel erfasst. Nach einer recht flotten 2:18er ersten Runde lief sie ihre beiden Abschlußrunden sehr gleichmäßig jeweils in 2:28 h.
Juliane Raubuch (LTF Köllertal) war auf der ersten Runde vier Minuten langsamer als Steffi, zusammen mit ihrem Vereinskollegen Kurt Dernbecher legte sie Runde 2 in 2:33 h und Runde 3 in 2:36 h zurück und summierte ihren Rückstand auf die 13 Jahre jüngere Vorderpfälzerin so auf 17 Minuten. Bei ihrem bisher einzigen Start in Neubrücke vor fünf Jahren konnte sie noch auf den obersten Treppchenplatz klettern.
2:22 h – 2:44 h – 3:01 h waren die Splits von Christane Zehrer aus Braunschweig. Der diesjährigen Dritten des Rennsteiglaufs und Siegerin des Röntgenlaufs 2005 war die Anstrengung deutlich anzusehen, als sie nach 8:07:03 h das Ziel erreichte.
Auf neuen unwegsamen Pfaden war Josef Willerich vom TV Maikammer unterwegs. Der 51jährige ist eigentlich leidenschaftlicher 24 Stunden-Läufer mit einer Bestleistung von knapp 232 km. Nachdem es im Mai in Basel für ihn nicht gut lief, hat er diese Disziplin für 2011 erstmal abgehakt und wollte mal was Neues ausprobieren. “Mir tun ganz schön die Füsse weh” meinte er dann auch im Ziel. Und wie es sich für einen waschechten Pfälzer gehört, meinte er damit die ganzen Beine. Denn für Pfälzer hören “die Fieß” erst in der Leiste auf.
Den Sanitätern im Zielbereich wurde nicht wirklich langweilig, denn sie hatte einiges an Schürfwunden zu versorgen. Viele Läufer kamen mit mindestens einem Sturz in den Knochen ins Ziel zurück. Beim Bärenfelstrail steht eben nicht nur Trail drauf, da ist auch Trail drin.
Was aber einmal mehr vollkommen unverständlich war, war die Tatsache, daß sich die leeren Geltütchen im Wald sammelten und nicht in den Müllsäcken an den Verpflegungsstellen. Da nimmt die Zahl derer, die in der Natur und nicht auf Asphalt laufen wollen, stetig zu und dann werfen sie ihren fast unverottbaren Abfall einfach in die Landschaft. Veranstalter haben oft genug Genehmigungsprobleme und auch Robert Feller mußte seine Strecken schon ein bis zwei Tage vor der Veranstaltung umbauen, weil ein Jagdpächter ihm den Durchlauf verwehrte. Solche merkwürdigen müllentsorgende Zeitgenossen tragen nicht eben zur Akzeptanz von Läufern in der Bevölkerung und bei den Waldbesitzern bei!
Veranstaltungsseite mit Ergebnissen: www.baerenfelslauf.de



