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8. Nacht im Grünauer Forst

[eingestellt am 15. Mai 2018]

By: Volker Goineau

Buntes Treiben vor dem Start

Keine 5 Minuten mehr bis zum Start

Sprecher und Organisator Helmut Winter in Aktion

Die Fürungsradfahrer machen sich bereit

Gleich geht'a los

Die Favoriten in vorderster Front

Der Startschuss ist gefallen

Die Wendeschlaufe

Schirmherr Wesley Korir auf dem Foto

Der Streckenplan

Der Führende kommt

Carsten Krüger geht in die zweite Runde

Der 5km-Sieger hat das Ziel erreicht

Und ab in die nächste Runde

Buntes Treiben im Zielbereich

Der Sieger im Ziel

Die schnellste Frau auf den letzten Metern

Das Siegerpaar Olesia und Dymitro Didovodiuk

Siegerehrung 5km

Schnelle Waldlaufstrecke im Berliner Südosten

Berlin-Grünau, 12.5.2018 - Zum achten Mal fand in diesem Jahr die „Nacht im Grünauer Forst“ statt. Der Stadtteil Grünau liegt im Berliner Südosten und gehört zum Großbezirk Treptow-Köpenick. Dieser Ortsteil hat eine lange Sport-Tradition; so trainierten hier viele Top-Marathonläufer der ehemaligen DDR regelmäßig auf den Straßen und im Wald. Auch Ruderer und Segler fanden auf der Dahme, einem Nebenfluss der Spree, gute Traningsbedingungen vor.

Organisiert wird der Waldlauf im Grünauer Forst von Helmut Winter, einem früheren Physik-Professor, der für die Streckenvermessung bei vielen internationalen Straßenläufen wie beispielsweise dem London-Marathon verantwortlich zeichnet und somit ein Faible für genaue Zeiten und Zwischenzeiten hat.

Gelaufen wird auf einer genau (mitterlweile sogar „amtlich“) vermessenen, flachen 5km-Strecke durch den Wald, also auf Waldboden, ohne Asphalt. Es handelt sich herbei fast um eine Wendestrecke, nur dass nach knapp 2,5 km  keine 180°-Wende, sondern ein kleines Rechteck gelaufen wird, bevor man sich wieder auf dem Rückweg befindet, was somit angenehmer zu laufen ist. Allerdings ist der Weg an manchen Stellen relativ schmal, sodass es beim „Gegenverkehr“ insbesondere für die schnelleren Läufer nicht optimal ist. Durch die nicht ganz so hohe Teilnehmerzahl von insgesamt rund 150 Läufern für die 5 und 10km zusammen ist das allerdings kein so großes Problem. Die 10km-Läufer laufen die Runde zweimal, wobei nach der ersten Runde eine kleine Wendeschlaufe zu laufen ist. Jeder Kilometer ist exakt markiert und mithilfe von Kameras werden sogar die Zwischenzeiten bei nach jedem Kilometer erfasst.

Da die Strecke ein offizielles Vermessungsprotokoll hat, können die Zeiten sogar in die Bestenliste im Straßenlauf (!) aufgenommen werden.

Kenianischer Topläufer als Schirmherr 

Bei dieser detailverliebten Organisation erhofft sich Helmut Winter natürlich auch ein paar sportlich beachtliche Leistungen, was seit mehreren Jahren zumindest  im Männerbereich auch der Fall ist. So lief im Jahr 2015 Paul Schmidt hier im Alleingang bereits ziemlich flotte 30'37“ und mittlerweile steht der Streckenrekord aus dem vergangen Jahr bei 29'42“, aufgestellt vom ukrainischen Spitzenläufer Roman Romanko. Übrigens steht die Veranstaltung unter dem Motto „Run for Kenya“ und hat als Schirmherren den früheren Sieger des Boston-Marathon Wesley Korir. Das Besondere ist, dass die Teilnahme am Lauf kostenlos ist; es wird aber um Spenden für die „Kenyan Kids Foundation“ gebeten.

Nach einen 500m-Lauf für Kinder bis zur ersten Klasse  um 17 Uhr sowie um 17:30 Uhr einem Meilenlauf für Grundschüler, welcher dank des Teamwettbewerbs einen guten Zulauf hatte (127 Finisher), ging es um 18:30 Uhr für die 5km- und 10km-Läufer gemeinsam auf die Strecke. Auch in diesem Jahr waren ukrainische Top-Läufer am Start, die für die „LG Buchsbaum Berlin“ und deren Gründer und „Manager“ Karl-Heinz Wegener an den Start gingen: Dymitro Didovodiuk, der die 10km-Distanz bereits unter 30 min absolviert hat, sowie seine Frau Olesia, die dafür sorgen sollte und wollte, dass im Grünauer Forst erstmals auch eine Top-Frauenzeit gelaufen wird. Außerdem der Vorjahreszweite und Sieger von 2016 Andriy Starhinsky, der allerdings derzeit nicht in Top-Form ist.

Starker Alleingang von Didovodiuk

So wurde das Rennen zu einer „One-man-show“ von Dymitro Didovodiuk, der von Beginn an mächtig auf das Tempo drückte. Die 5km-Zwischenmarke passierte er bereits nach 14'56“, wonach er auf der zweiten Runde etwas langsamer wurde, jedoch nach immer noch sehr schnellen 30'12“ min das Ziel erreichte. Somit lief er die zweitschnellste Zeit, die bislang bei dieser Veranstaltung erzielt wurde. Der Sieger zeigte sich nach dem Rennen zufrieden und lobte die schnelle Strecke, die eine willkommene Abwechslung zu den Straßenrennen bietet. Didovodiuk möchte in diesem Jahr versuchen, sich über 5000m für die EM in Berlin zu qualifizieren, wofür er seine bisherige Bestzeit von 14'10“ allerdings auf 13'50“ steigern müsste. Den zweiten Platz über die 10km erreichte Andriy Starhinsky in 33'06“, nachdem er die erste Hälfte noch in unter 16 Minuten gelaufen war. Den dritten Rang belegte Moritz Milbradt vom LAC Olympia 88 Berlin, der in 34'19“ nur rund 15“ über seiner Bestzeit blieb.

Die Frauen-Konkurrenz dominierte wie erwartet Olesia Didovodiuk. Nach einer ersten Hälfte in 17'15“ konnten die Zuschauer schon auf eine Zeit von unter 35 Minuten hoffen, was allerdings ein deutlicher Tempo-Abfall auf der zweiten Runde zunichte machte. Nichtsdestotrotz konnte sie mit 35'22“ eine sehr ordentliche Zeit abliefern, womit sie den vorherigen Streckenrekord um über vier Minuten pulverisierte. Damit hatte sie über 11 (!) Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten Manuela Milbradt, die nach 46'27“ das Ziel erreichte. Der 10km-Lauf konnte 42 Finisher verzeichnen. Über 5km waren es mit 67 etwas mehr; hier siegte Marek Neumann (Running Twins Zeuthen), der bislang bei allen „Nächten“ im Grünauer Forst am Start war, in 17'20“; gefolgt vom früheren polnischen Spitzen-Marathonläufer Edmund Kramarz (17'36“), der seit geraumer Zeit in Berlin lebt. Schnellste Frau über die 5km war Anne Oertel von der TG Südwest Berlin in 24'04“.

Die „Nacht im Grünauer Forst“ war auch anno 2018 ein kleine, aber fein organisierte Laufveranstaltung, die sich ihren festen Platz im Berliner Laufkalender verdient hat.


Kossmann Laufdesign