8. Vogelsberger Südbahnlauf
Trotz Regen beste Läuferstimmung
Unterreichenbach, 17. Juli 2011 - Bereits zum 8. Mal luden die Veranstalter „Dalles Kicker Unterreichenbach“, genau genommen die Lauftreff-Abteilung, zum Vogelsberger Südbahnlauf ein. Der fünfte Wertungslauf der Main-Kinzig-Challenge findet auf der alten Trasse der früheren Vogelsbergbahn statt. Bei den Läufern der Region hat sich der Lauf zu einem Geheimtipp entwickelt: durchstreifen die Läufer die schönen Wälder und Wiesen des südlichen Vogelsberges und erhalten während ihrer „Qual“ atemberaubende Panoramablicke. Start und Ziel beim Südbahnlauf befinden sich am Sportplatz in Birstein-Unterreichenbach. Von den 310 m über NN geht es zunächst bergauf.
„Schweiss, Tränen, Triumphe - besonders das Streckenprofil könnte den Puls in die Höhe treiben“, so heißt es in der Ausschreibung. Ganz so schlimm ist es dann wohl doch nicht. Sowohl Halbmarathonis als auch 10km-Läufer laufen bis km 5 auf ca. 410m über NN. Während Erstere damit den höchsten Punkt ihrer Laufstrecke erreicht haben, müssen Letztere noch ein wenig weiter klettern. Die 10er laufen auf der zweiten Streckenhälfte deutlich steilere Bergabpassagen hinab, die 21,1er laufen noch einige Kilometer auf und ab, um dann die letzten vier km steil bergab zu flitzen.
Insgesamt verlaufen die Strecken teilweise auf dem asphaltierten Vogelsberger Südbahn-Radweg, aber auch auf befestigten Wald- und Feldwegen. Bereits ab 7 Uhr am Sonntagmorgen und bis 30 Minuten vor dem jeweiligen Start konnten kurzentschlossende Läufer Nachmeldungen vornehmen. Aber nicht erst ab da, sondern ab ca. 4:45 Uhr gingen die Arbeiten der Veranstalter los. Nachdem am Vortag die groben Aufbauarbeiten geleistet wurden, hieß es Sonntag früh nochmals einen Streckencheck zu machen, zumal es in der Nacht heftig geregnet hatte. So manchem Läufer steckte sicherlich noch die Nacht in den Knochen. Sind die Startzeiten des Südbahnlaufs doch recht zeitig, allerdings für die meisten Läufer als Frühaufsteher eher selten ein Problem. Außerdem stellen frühe Startzeiten am Morgen gerade bei heißen Temperaturen einen nicht zu unterschätzenden Vorteil für die Athleten dar. An diesem Tag war das wohl egal. Die Temperaturen lagen bei zunächst leichtem Nieselregen um die 15 Grad. Im weiteren Verlauf sollte aber der ein oder andere Wolkenbruch daniedergehen und den Läufern einigen Kampfeswillen abverlangen. Allerdings sollte der Zieleinlauf über den blauen Teppich den Höhepunkt eines anstrengenden, aber auch interessanten Laufs darstellen und für so manche Strapaze entschädigen.
Punkt 9 Uhr erfolgte der Start für die Halbmarathonis. Von Rennbeginn an wahrte hier Rolf Eckert seine Chancen auf den Gesamtsieg in der Challenge-Wertung. Der Läufer des TV Bad Soden-Salmünster gewann als 1. der M45 in 1:22:12 h. Thomas Kraushaar (Laufteam Gelnhausen) war eine knappe Minute dahinter und lief 1:23:09 h. Der Gelnhäuser wird nächste Woche den Marathon in Füssen rennen und nutzte den Lauf im Vogelsberg als letzte Standortbestimmung. Das Podium der schnellsten Männer wurde durch Wolfgang Schlögel komplettiert. Der Kefenröder, der für www.ausdauer-tankstelle.de startet, gewann die M 50 in 1:24:26 h.
Bei den Frauen konnte sich Seriensiegerin Regina Blatz vom TV Bad Soden-Salmünster durchsetzen. Sie siegte zugleich in der W50 in der Zeit von 1:30:46 h. Vorjahressiegerin Astrid Staubach (LG Vogelsberg) folgte auf Rang zwei in 1:33:12 h. Simone Stöppler (SSC Hanau-Rodenbach) finishte in 1:35:20 h als Dritte.
Um 9.15 Uhr nahmen die 10 km Läufer ihren Abschnitt in Angriff. Hier sah es recht zeitig nach einem Start-Ziel-Sieg von Jörn Harland aus. Der Student der Sportwissenschaften nutzte den Südbahnlauf als gute Trainingseinheit und konnte in 33:54 min. den alten Streckenrekord deutlich unterbieten. Burkhard Guthmann vom Laufteam TTV Selters folgte mit deutlichem Abstand in 39:29 min. Der Ortenberger ist oft gesehener Läufer bei den Rennen im Vogelsberg und Umgebung. Als Dritter folgte bereits der erste Jugendliche. Alexander Krieg von der SG 1947 Freiensteinau hatte eine Endzeit von 39:59 min. und meinte im Ziel: „Das Laufen macht mir schon Spass, aber so richtig trainieren tue ich eigentlich nicht. Spiele ich doch lieber Fußball.“
Sabine Fröhlich vom TV Gelnhausen gewann die Frauenwertung. Die Gründauerin lief in 49:08 min. über die Zielmatte und siegte mit knapp zwei Minuten Vorsprung deutlich. Sabine Baist (TV Steinau) ließ mit einer Endzeit von 50:51 min. früh ihre Ambitionen auf Rang zwei erkennen. Claudia Ulm vom TV Schotten wurde Dritter. Die Rainroderin hatte wiederum eine Minute Rückstand mit ihrer Zeit von 51:48 min. als Dritte.
Gegen 9.20 Uhr starteten die Nordic-Walker ihre 10 km -Runde, es folgten die Bambini über die 300 m und Schüler über 1,9 km. Nele Gotschalk von der LG Altenstadt in 1:03 min. sowie Konstantin Koch in 1:15 min. siegten über die kurze Distanz. Interessant, dass hier die Mädels schneller als das männliche Geschlecht waren. Über die knapp zwei Kilometer setzten sich Christian Ries (SV Gelnhausen) in 6:55 min. sowie Gina-Marielle Schürg (TSV Friedberg-Fauerbach) in 7:19 min. durch.
Während des Laufs wussten die Langstreckler durch die guten Streckenmarkierungen jederzeit über ihren Lauf Bescheid. Neben den Kilometerschildern wurden den Läufern zahlreiche Verpflegungsstellen geboten. Im Abstand von ca. 2,5 km gab es feuchte Schwämme, Wasser, Schorle und Limonade. Im Zielbereich erwartete die Finisher zusätzlich Obst, Muffins und alkoholfreies Weizenbier.
Ein ausgiebiges Kuchenbuffet ließ die erfolgreichen Athleten nach dem Lauf ihre Strapazen schnell vergessen. In gemütlicher Runde wurde bei Speis und Trank die ein oder andere Läuferanekdote ausgetauscht bzw. der Ehrung der schnellsten Läufer an diesem Tag entgegengefiebert.
Bereits wenige Minuten nach dem Zieleinlauf konnten die Ergebnislisten eingesehen werden, erschienen aber auch relativ zeitnah im Internet. Da mussten Einige sich trotz der nahegelegenen Umkleiden und Duschen sputen. Die Läufer hatten also keinen Grund sich zu beschweren.
Im Gegenteil: der 8. Südbahnlauf war ein voller Erfolg. Insgesamt hatten sich 377 Läufer im Alter von 3 - 81 Jahren angemeldet. Dabei war das Laufprojekt Gelnhausen nach dem heimischen LT Unterreichenbach mit 18 Läufern am stärksten vertreten. Für das nächste Jahr bleibt nur zu bitten: „Petrus, bitte halte die Schleusen dicht, die Läufer und vor allem die Veranstalter haben es verdient!“
Veranstaltungsseite: http://www.vogelsberger-suedbahnlauf.de/



