8. Weiltalweg-Marathon
Sieg mit acht Anläufen
Weilburg, 18. April 2010 - Die „Meldung des Tages“: Frank Wiegand (Passtschon 98) hat es geschafft, bei seiner achten Teilnahme am Weiltalweg-Landschaftsmarathon den Lauf zum ersten Mal zu gewinnen. Organisatoren und Läufer waren sich heute absolut einig: „Der hat es verdient.“ Der sympathische Läufer aus dem Rhein-Main-Gebiet hatte bisher an allen Weiltalweg-Marathons teilgenommen und dabei zwei dritte und zwei zweite Plätze belegt, bevor er heute zum ersten Mal den Sieg errang. Sein Kommentar dazu: „Das passt schon.“
Nun zum Laufbericht:
Der letzte Winter hatte es in sich. Er war lang und kalt und bot für die Läufer im Hochtaunus nur begrenzt die Möglichkeit zu trainieren. Das merkten auch die Veranstalter des Weiltalweg-Landschaftsmarathons, denn noch nie hatten sich so wenige Läufer angemeldet wie in diesem Jahr.
Aber die Organisatoren hatten sich einen klugen Schachzug einfallen lassen: Sie boten zusätzlich einen Lauf über 23 Kilometer an und ermöglichten damit noch knapp 150 Läufern die Teilnahme. Dies wird eine einmalige Ausnahme bleiben, um den besonderen Umständen in diesem Jahr gerecht zu werden. Im Gegensatz zum Marathon war die Marathon-Staffel (100 Staffelteams können hier starten) wie in jedem Jahr innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.
Am Morgen vor dem Start in Schmitten-Arnoldshain schien es so, als ob der Winter zurückkehren wollte. Die Wiesen waren bereift, im Hochtaunus herrschten Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt. Zum Glück war für den Tag wunderschönes Wetter vorausgesagt – das ließ die Läufer hoffen – und es wurde am Ende fast zu warm.
Das Startsignal ist beim Weiltalweg-Marathon traditionell ein Kanonenschuss, mit dem sicher auch der letzte Einwohner des Ortes geweckt wird. Nach dem Start geht es zunächst am Flüsschen Weil entlang auf flachen Wegen bis nach Hunoldstal (km 5, erste Verpflegungsstelle). Hier kann man sich auch gleich noch mal stärken, denn kurz danach beginnt der Anstieg zum Pferdskopf, DEM „Gipfel“ beim Weiltalweg-Marathon. Es sind aber nur 80 Höhenmeter zu überwinden, so dass sich die Anstrengung in Grenzen hält.
Auf der weiteren Strecke offenbart sich dann die ganze Schönheit des Hochtaunus. Durch Wald und Feld, auf und ab, immer der Weil folgend, geht es bis nach Weilburg. Die Stecke ist sehr abwechslungsreich und für Naturliebhaber absolute Klasse.
Ein Landschaftsmarathon heißt so, weil durch die Landschaft gelaufen wird. Und da dort nicht so arg viele Menschen wohnen, sind die Läufer auf vielen Passagen unter sich.
Aber zum Glück gibt es auch bei einem Landschaftsmarathon Ortschaften an der Strecke, und dort wohnen bekanntlich Leute. Und die schauen zu! Es waren zwar weniger Zuschauer als in den Jahren zuvor, aber trotzdem war an der Strecke was los. Viele der Zuschauer kennen die Läufer aus ihren Orten, und dann gibt es ein richtig großes „Hallo“ unter Bekannten und motivierende Anfeuerungen.
Die „Obstler“, eine Gruppe Zuschauer in Emmershausen, die sich jedes Jahr das Jubeln mit einer Batterie Obstbrand auf einem langen Tisch verschönt, gehört auch bereits zum „Inventar“ des Marathons.
Der letzte Teil der Strecke führt entlang der alten Bahnlinie von Weilmünster (Kilometer 30) bis ins Ziel nach Weilburg. Es ist ein schöner glatter Splittweg, der keine Steigungen mehr aufweist, und so lässt es sich gemütlich bis ins Ziel durchlaufen. Hier passiert man noch bizarre Felsen, zwischen denen früher die Züge durchgeschnauft sind - und heute die Läufer.
Die letzten zwei Kilometer läuft man auf der Straße nach Weilburg ein und kann schon von Weitem den Zielsprecher hören. Das beflügelt dann noch zu einem kleinen Endspurt.
Als Erster kam bekanntlich Frank Wiegand ins Ziel. Er hatte den Lauf in 2:48:56 h beendet. Ihm folgten Gerald Baudek (ASC Marathon Friedberg) in 2:52:13 h und Peter Haberzettl (TUS Naunheim) in 2:55:00 h.
Bei den Frauen hatte Lokalmathadorin Martina Groß (MTV Kronberg) in 3:10:31 h die Nase vorn. Zweite wurde Barbara Keller (ETSV Lauda) in 3:18:40 h und dritte Claudia Stadler (Team Campana) in 3:20:50 h.
Damit waren die Zieleinläufe bei Männern und Frauen so knapp wie selten bei diesem Lauf.
Über die „Sprintstrecke“ von 23 Kilometern wurden folgende Resultate erzielt:
Die Damen vom RFC Oberstedten belegten Platz 1 und 3. Es siegte Prisca Lepper-Schwarzer in 1:40:40 h, Svenja Lepper benötigte 1:42:09 h. Dazwischen schob sich noch Olivia Gruener aus Biebrich in 1:41:53 h.
Auch bei den Herren stellte der RFC Oberstedten mit Arne Lepper-Kötzner in 1:24:33 h den Sieger. Zweiter wurde Maik Fink (Kaufungen) in 1:29:47 h, Dritter Ingolf Sattler (TV Braunfels) in 1:33:07 h.
Die Veranstalter des Weiltalweg-Marathons setzen inzwischen konsequent auf den Langstreckenlauf, die in den letzten Jahren angebotenen Nordic-Walking-Strecken und Kinder-Läufe wurden aus dem Programm genommen. Damit wird deutlich, dass man die Teilnehmerzahl nicht um jeden Preis steigern will, sondern das bestehende Angebot in der gewohnt guten Qualität weiter anbieten wird.
Alle Ergebnisse einschließlich der Resultate der Staffeln sind zu finden unter:

