9. Bad Waldseer Lauffieber
Fotos: Peter und Gabi Gründling
Vorsicht, akute Infektionsgefahr!
Bad Waldsee, 14. Mai 2011 - Bad Waldsee, in der Region Bodensee-Oberschwaben gelegen, könnte sich, würden solche Titel doppelt vergeben, Bad Bad nennen. Denn neben einem Moorheilbad handelt es sich auch noch um einen Kneippkurort. Doch zum Wassertreten kamen die knapp 1.200 LäuferInnen an diesem Maisamstag nun wahrhaftig nicht in die schöne Altstadt des 20.000 Einwohner-Städtchens mit den zwei Seen im Innenstadtbereich. Auch wenn die 10 km-Läufer, die den Lauffiebertag beschließen, am Ende doch noch in den fraglichen Genuß von reichlich Wasser kamen, allerdings von oben, nicht im Becken.
Der Wetterbericht ließ Mitte der Woche nichts Gutes hoffen, doch von Tag zu Tag besserten sich die Voraussagen der Meteorologen und am Ende zeigte Petrus ein Einsehen und schickte den Regen deutlich später nach Oberschwaben als prognostiziert.
Auch wenn das Lauffieber die Stadt erst ab 11.30 Uhr packt, ist es natürlich schon Stunden davor präsent. Ob die Leute vom Wettkampfbüro schon morgens um 8 Uhr die Stadthalle okkupieren, um die Startnummernausgabe pünktlich um 9 Uhr öffnen zu können oder ob die Absperrungen in der Altstadt schon aufgebaut werden – die Vorlaufzeit ist lang und es bedarf vieler fleißiger Helferhände, um so einen Lauftag reibungslos über die Bühne zu bringen.
Acht Läufe stehen auf dem Programm und als Erstes dürfen die Staffeln ihrem Start entgegenfiebern. Gelaufen werden 4 x 2.000 m durch die Altstadt und um den Stadtsee. Das Teilnehmerfeld ist gut durchmischt. Vom ambitionierten Freizeitläufern bis zu bekennenden Biertrinkern (denen man das auch ansieht), von jeder Menge Schülerstaffeln bis zu Firmenteams – Jung und Alt waren bunt gemischt mit den bunten Staffelhölzern unterwegs. Die erste Runde ging eindeutig an das Team “Poldi Sports”, einem ortsansässigen Sportgeschäft, dessen Inhaber Thomas Rettich ebenfalls mitstaffelte – und mit 6:45 min die langsamste Zeit seines Teams ablieferte. Tobias Schanne war der schnellste “Poldi” und übergab das Holz nach 6:11 min an seinem Clubkameraden von den SGA Yetis Aulendorf, Torsten Moch. Der M40er, der vor einigen Jahren auch schon den 82 km langen Brüder-Grimm-Lauf von Hanau nach Steinau an der Straße für sich entscheiden konnte, hat dem Leistungslaufen inzwischen abgeschworen, “aber für 2 km reicht es natürlich immer noch” meinte er vorm Start grinsend. 6:19 min sind nun auch nicht von schlechten Eltern. Eigentlich wollte er beim abschließenden 10 km-Lauf auch noch mit von der Partie sein, aber da findet man ihn dann doch nicht auf der Ergebnisliste. Tobias und Torsten hatten nach zwei Runden einen Vorsprung von 13 Sekunden auf das Verfolgerteam “Grüner Baum” herausgelaufen. Der Grüne Baum ist ein aGasthaus/Hotel mitten im Start-Ziel-Bereich und stellte schon im vergangenen Jahr das Siegerteam, das deutlich mehr ist als eine “Thekenmannschaft”. Markus Baur übernahm den Staffelstab von Johannes Shuschkewitz und überrannte auf seiner Runde Thomas Rettich. Nach Runde 3 wechselte die Farbe des Führungstrikots also von Gelb auf Grün. Auch wenn “Poldi”-Schlußläufer Michael Kurray nochmal alles gab, war er nur eine Sekunde schneller als “der letzte Baum” Simon Yohannes und die Gaststättenstaffel siegte in 25:19 min gegenüber 25:31 min. Zu Behlohnung wurde ihnen vom Servicepersonal des Grünen Baums standesgemäß Spezi und Sekt in den Zielbereich gebracht. Zu Thomas Rettichs Ehrenrettung muß man aber auch noch sagen, daß er der insgesamt zweitschnellste Läufer der dritten Runde war. Auch auf Platz 3 findet man ein Kneipenteam, das “Laufziel Galerie”. Die vier Jungs waren professionell in langen Kompressionshosen unterwegs, hatten aber mit 28:20 min Endzeit nie eine Chance gegen ihre Vorläufer.
Nach 48:08 min war mit den Sportfreaks der Klasse 5 b das letzte Team im Ziel und Moderator Achim Linder sowie das Abavent-Zeitnahmeteam konnten zwölf Minuten Kräfte sammeln, bevor die Bambini Jahrgang 2004 und jünger auf die 700 m lange Altstadtrunde geschickt wurden. 87 kleine Flitzer machten sich auf den Weg, neun von ihnen waren erst vier Jahre alt. Erfreulich war die niedrige Zahl der Kinder, die von ihren Eltern über die Strecke begleitet wurden. Wie bei allen anderen Kinderläufen des Lauffiebers galt: im Ziel gibt’s eine Medaille und jeder bekommt einen Gutschein für eine Kugel Eis beim Italiener direkt an der Strecke. Kinderherz, was willst Du mehr? Fünf Jungen Jahrgang 2004 schafften die 700 m unter drei Minuten, Lukas Lehmann war mit 2:42 min der Schnellste. Auch bei den Mädchen wird die Ergebnisliste von Jahrgang 2004 angeführt, Lea Dümmler blieb mit 2:49 min als Einzige unter drei Minuten und sah dabei nur drei Jungenrücken.
Schlag auf Schlag ging es weiter, um 12.40 h 88 Kinder der Jahrgänge 2002 und 2003 auf den Weg, um ebenfalls 700 m Altstadt zu erobern. Mit 48 Jungen und 40 Mädchen war das Verhältnis gut ausgewogen. Der 9jährige Xaver Mayer war mit 2:31 min der schnellste Junge, aber er hatte das Nachsehen gegen die sogar noch ein Jahr jüngere Julia Stützenberger, die mit 2:24 min als einziges Kind überhaupt unter 2:30 min lief.
Zwei Kinderrunden oder 1.400 m hatten die älteren Kids zu bewältigen, die sich um 13.15 h bzw. 13.25 h sportlich betätigen konnten. Wie überall galt leider auch in Bad Waldsee: je älter die Kinder, desto dünner die Teilnehmerfelder. Von den Jahrgängen 2000 und 2001 trauten sich nur 31 Jungen und 27 Mädchen den Lauf zu, bei den älteren (Jahrgänge 1998/1999) waren es gar nur noch neun Mädchen und neun Jungen. Die Sieger hörten auf die Namen Linus Lehnen (Jhg. 2000, 5:02 min), Maya Wollin (Jhg. 2001, 5:26 min), Jan Drewniok (Jhg. 1999, 4:47 min und damit als Einziger unter 5 min) und Franziska Hartmann (Jhg. 1998, 5:07 min als Gesamt-Zweite des Laufs “Kids3”)
Zwischendurch, um 13 Uhr waren erstmal wieder die Großen an der Reihe. Alle Zeichen im Startbereich standen auf Marathon. Das Teilnehmerlimit von 300 war nicht annähernd erreicht. Am Start hieß es, es stünden 161 LäuferInnen unter dem Transparent, ins Ziel kamen am Ende nur 119. Die Marathonstrecke besteht aus zwei gleichen Runden. Los geht’s mit einer Runde um den Stadtsee und durch den Bad Waldseer Stadtteil Steinach durch Wald und Feld auf einem 5 km langen Gegenverkehrstück nach Untermöllenbronn. Wobei dieses Örtchen den Läufer durch seine Omnipräsenz verblüffte. Nicht weniger als drei Mal lief man pro Runde durch Untermöllenbronn und mitnichten immer wieder in dieselben Häuseransammlungen rein. Zwischen den Orten Tannweiler, Untermöllenbronn und Reute gibt’s jede Menge Natur, aber der Untergrund ist auf der ganzen Strecke meistenteils asphaltiert. Auch wenn sie einige Bodenwellen aufweist, die sich aber pro Runde auf nur 57 Höhenmeter addieren, ist die Bad Waldseer Runde eine durchaus schnelle Strecke, die auch gute Zeiten zulässt. Einziges Handicap ist der teils heftige Gegenwind. Daß der keine Zufallserscheinung des Wetters an diesem Samstag war, bewies eines der vom Veranstalter aufgestellten Motivationsschilder mit der Aufschrift “Gegenwind formt den Charakter”, das man genauso schmunzelnd wie charakterformend zur Kenntnis nahm. Für Reute hatte Achim Linder vor dem Start in Bad Waldsee ein kleines Volksfest versprochen. Man gab sich dort auch alle erdenkliche Mühe, hatte einen Moderator, eine Cheerleadergruppe und eine Jazzband aufgeboten, aber es mangelte ein wenig an Zuschauern, die das länger als die vorbeilaufenden Marathonis und Halbmarathonis genießen konnten.
Reute war bei km 13 erreicht und nach einer metergewinnenden Schleife durchs Dorf ging es gut 2 km zurück nach Untermöllenbronn und von dort auf das Begegnungsstück. Die ersten Marathonis hatten Steinach noch nicht wieder erreicht, als ihnen die eine Stunde nach ihnen gestarteten Halbmarathonis entgegen kamen, die die Runde einmal zu bewältigen hatten. Hier war die Ausfallrate ebenfalls extrem hoch. Von den über 700 Angemeldeten kamen nur 527 ins Ziel. Auch wenn sicher nicht alle Voranmgemeldeten ihre Startnummern abgeholt hatten, so ist das doch eine ziemliche Quote. Ob sich viele einfach mit dem Anfangstempo übernommen hatten oder der Schwüle und dem Gegenwind Tribut zollten, ist nicht bekannt. Allerdings habe ich, die im Laufe des Laufes von einem Kilometerschnitt von 5:50 min selbst schon auf 6:20 min abgefallen war, auf den letzten 10 km nur noch überholt und wurde selbst nur noch von den schnellen Marathonis überrundet.
Bei den Marathonis war Tobias Schanne nach seinem Auftaktsprint bei den Staffeln angetreten, um die 3h-Marke zu knacken. Seit Januar lief seine Marathonvorbereitung, 2.000 Trainingskilometer hatte er seitdem in den Beinen. Am Ende reichte es für ihn nur zu 3:06:07 h, die ihm Platz 7 einbrachten. Aber wirklich böse oder arg enttäuscht war er darüber nicht. “Hat halt nicht sollen sein” war sein schulterzuckendes Statement.
Andreas Ruf aus Illterissen lief lange Zeit alleine auf weiter Flur dem Feld voraus. Auf der zweiten Runde hatte er in Reute noch einen Vorsprung von 1:40 min auf Steffen “Beff” Wittmann. Der sagte sich bei seinem sechsten Marathon aufgrund dieser Information “Jetzt oder nie” und nahm die Beine unter den Arm – immer darauf hoffend, daß sich das Muskelzucken in den Oberschenkeln nicht zu einem Wolkenbruch Marke “Krampf” ausweiten würde. Aber die Muskulatur hielt, bei km 40 hatte er Alexander Ruf eingeholt und nahm ihm auf den letzten beiden Kilometern noch rund 1,5 min ab. Nach 2:50:57 h blieb die Uhr für den für die Laufarena Allgäu startenden angehenden Physiotherapeuten stehen. Er freute sich damit auch gleich noch über eine neue persönliche Bestzeit. “Unter 2:50 h wären heute sicher drin gewesen – ohne den Gegenwind”. Nun kann er sein Potential bei einem anderen Marathon auszuschöpfen versuchen. Er liebäugelt mit einem Start beim Königsschlösser-Marathon in Füssen, aber vorher stehen noch die Bayrischen Halbmarathonmeisterschaften in Bad Wörrishofen auf seiner Agenda.
Andreas Ruf erreichte den Rathausplatz zu Bad Waldsee nach 2:52:25 h als schnellster M40er und auch Tobias Benke (1. M30, 2:56:06 h) und Vorjahressieger Alexander Schwarz (1. M35, 2:56:59 h) blieben noch unter der begehrten 3 h-Marke.
Ebenfalls neue persönliche Bestzeit verbuchte Marathonsiegerin Dina Gerstenacker bei ihrem erst dritten Marathon. Wobei sie den ersten vor 15 Jahren “einfach so, ohne Uhr und bloß zum Spaß” gelaufen war und dann 13 Jahre Marathonpause machte – bis zum Einstein-Marathon Ulm 2009. Nun möchte sie ihren Sieg erstmal auskosten und dann gucken, was ihr die nähere Laufzukunft bringt. Da sie in Ulm wohnt, liegen natürlich die Ulmer Laufnacht und der Einstein-Marathon nahe, aber genau weiß sie das noch nicht. Mit 3:28:37 h blieb die W40erin als einzige Frau unter 3:30 h.
Birgit Fauser von der ausrichtenden LG Bad Waldseer Lauffieber hatte sich 2006 mit einer Zeit von 3:39:19 h ganz oben in die Siegerliste des Marathons eingetragen. In diesem Jahr war sie mit 3:32:09 h, die sie in Begleitung ihres Mannes Hermann absolvierte, deutlich schneller und trotzdem reichte es “nur” zu Platz 2, sowohl gesamt als auch in der Altersklasse.
In der W45 lief Ute Wöhrmann vom Lauftreff Aulendorf in 3:34:03 h zum Altersklassensieg und eroberte damit auch noch den dritten Treppchenplatz des insgesamt leider nur vierzehnköpfigen Frauenfeldes.
In der M55 siegte Helmut Gräble aus Ostrach, ein Läufer, der auch auf den Ultralangstrecken (sowohl im Laufen als auch beim Triathlon) unterwegs ist. Hinter ihm ging es in seiner Altersklasse Schlag auf Schlag, denn auf seine 3:36:55 h folgten direkt im Anschluß mit 3:37:32 h und 3:37:37 h der Brite Sam Green und Albrecht Schmid aus Pfaffenhofen auf Treppchenplätze. Zwischen die Drei hatten sich insgesamt nur noch drei weitere Läufer “geschmuggelt” und alle kamen vor der vierten Frau ins Ziel.
Um 14 Uhr hatten die Halbmarathonis mit dem Startschuß jede Menge Luftballons in den Himmel geschickt udn begaben sich unter dem Applaus der in der Altstadt versammelten Zuschauer auf ihre Runde. Konstatin Häcker von der LG Bad Waldseer Lauffieber wurde seinem Ruf als Lokalmatador gerecht und siegte in 1:15:53 h, allerdings weit weg vom Streckenrekord, den Thomas Geisenberger im Vorjahr bei 1:11:31 h einlogte. Hinter ihm hieß es dann “alles Müller oder was?”, denn die weiteren Podestplätze gingen an Andreas Müller (LG Welfen, 1:16:38 h) und Michael Müller (BSG ZF, 1:19:11 h).
Wie bei den Marathonis kam auch bei den Halbmarathonis die erste Frau als Gesamt-26. über die zeitnehmenden rot-blauen Chronotracks-Schwellen. Das neue Zeitmesssystem ermöglicht es sogar, die aktuell Einlaufenden auf einem großen Monitor im Bereich der Zielverpflegung anzuzeigen und man konnte auch zu seinem eigenen Ergebnis zurückscrollen, während man es sich bei Joghurt, Zopf, Obst, alkoholfreiem Weizen, Wasser und/oder Apfelschorle gut gehen ließ.
Die schnellste Halbmarathona ist in Bad Waldsee keine Unbekannte, konnte sie den Wettbewerb in diesem Jahr doch bereits zum dritten Mal gewinnen. Roswitha Weber läuft für die TSG Leutkirch – und schon in der W50. Mit 1:27:58 h ließ sie den Jüngeren keine Chance und verbuchte auch noch ihre schnellste Lauffieber-Siegeszeit.
Erst ziemlich genau zehn Minuten und 61 Läufer später kamen mit Karin Wenger (Grünkaut, 1:37:10 h) und Patricia Heigele (Berkheim, 1:37:13 h) ihre beiden “Verfolgerinnen” direkt hintereinander ins Ziel. Beide laufen noch in der W20!
Der Zieleinlauf der Marathonis und Halbmarathonis war noch in vollem Gange, da wurde um 16.30 h die 254köpfige Meute der 10 km-Läufer losgelassen. Damit die 10 km, die sich auf 5 Runden verteilten, auch amtlich vermessen erreichte werden, wird der Lauf versetzt nicht auf dem Rathausplatz sondern am Stadtsee gestartet.
Stefan Stahl, der seit der Einführung des 10ers 2006 bereits drei Mal gewinnen konnte, kam in der ersten Reihe über den Rathausplatz gestürmt. Zwei Kilometer später war er zum Erstaunen nicht nur seines Chefs Achim Linder etwas abgeschlagen hinter der Führungsgruppe unterwegs. Bei km 1 hatte ihm ein Konkurrent versehentlich den Schuh durch einen Tritt in den Hacken ausgezogen. Dieser flog im hohen Bogen durch die Luft und Stefan mußte ca. 20 m zurück laufen. Leider lag sein Schuh dann direkt vor/in der auf ihn zurollenden Läuferherde und es dauerte einige Sekunden, bis er sich überhaupt traute, zuzufassen. Dummerweise rannte ihn dabei auch noch ein Läufer über den Haufen, zur Siegerehrung kam er nur noch stark humpelnd mit einem dicken Hämatom am Oberschenkel. Zu allem Überfluß hatte er den Schuh auch noch so gut geschnürt, daß er ihn aufbinden mußte, um überhaupt wieder reinzukommen. Die Alternative, 9 km mit nur einem Schuh zu laufen, hatte er angesichts des Kopfsteinpflasters sofort wieder verworfen. Es spricht nicht nur für die sportliche sondern auch noch für die mentale Leistung des M35ers, daß er eine fulminante Aufholjagd startete und am Ende sogar noch mit 33:08 min den Sieg davon trug. “Eine Minute langsamer, als ich sonst wohl gelaufen wäre” meinte er nur. So betrug sein Vorsprung auf Michael Enderle eine Sekunde, Kurray Michael folge in 34:02 min.
Mit auch nur drei Sekunden Abstand wurden die beiden ersten Plätze bei den Frauen ausgefochten. Corinna Nuber (TSG Heilbronn) hatte mit 36:51 min die Nase vor Julia Schmitt (TSG Söflingen, 36:54 min). Zwischen den beiden kam kein Mann ins Ziel, hinter ihnen noch 20 bis zur W45-Siegerin Margit Adelwarth (TV Erkheim), die bisher sage und schreibe sechs Mal den 10er in Bad Waldsee gewinnen konnte. Mit 39:02 min war sie zwar gut eine Minute langsamer als bei ihren ganzen bisherigen Siegen, aber die Zeiten hätten gegen die beiden W20erinnen in diesem Jahr nicht zum Sieg gereicht. Es hat ja durchaus auch sein Gutes, wenn/daß junge Läuferinnen nachkommen! Beide unerliefen übrigens deutlich den bereits 2006 aufgestellten Steckenrekord von Marie-Luise Heilig-Duventäster, der bei 37 min stand.
Eingebettet in alle Wettbewerbe sind noch diverse Sonderwertungen wie Stadtmeisterschaften, Wertungslauf Oberschwabencup, Knacks-Club-Kinderwertung etc, so daß man sich aufgrund der Fülle der aufzurufenden LäuferInnen bei der Siegerehrung auf die jeweiligen Gesamt- und Altersklassensieger beschränkte. Für die drei schnellsten Bad Waldseer Männer der Hauptläufe gab es übrigens Benzingutscheine und für ihre weiblichen Gegenparts Einkaufsgutscheine eines ortsansässigen Wäschegeschäfts. Ansonsten bestanden die Sachpreise aus Laufschuhen – wer kann die nicht brauchen?
Leider hatte es direkt zu Beginn des 10 km-Rennens zu regnen begonnen, so daß die Siegerehrung im Freien von Zuschauerseite weitgehend ins Wasser fiel. Viel mehr als die Geehrten waren nicht mehr vor Ort, obwohl unter allen Teilnehmern sogar noch eine einjährige Nutzung eines Mazda2 verlost wurde. Anwesenheit bei der Siegerehrung vorausgesetzt.
Die Versorgungssituation für den Après-Lauf ist beim Bad Waldseer Lauffieber ebenfalls ansteckend gut gelöst. Wie bei einem kleinen Volklsfest haben kommerzielle Anbieter ihre Stände “Auf der Hochstätt”, auf der, nur wenige Meter vom Rathausplatz entfernt die Siegerehrung stattfindet, ihre Wagen aufgebaut und von Currywurst über Kässpatzen und Dinnede bis zum Crèpes gibt es allerhand Leckereien ohne weiteren Helferaufwand.
Fazit eines kurzweiligen Tages in Oberschwaben: Das Bad Waldseer Lauffieber ist hochgradig ansteckend. Inkubationszeit: ein Jahr.
Homepage der Veranstaltung: www.badwaldseer-lauffieber.de


