DUV - Deutsche Ultramarathon Vereinigung
10. Bad Waldseer Lauffieber

Kinzigtal-Challenge in Wächtersbach

[eingestellt am 23. August 2011]

Von: Jörn Harland

Ältester Teilnehmer mit 80 Jahren Gerhard Klos

Erfolgreiche Frauen in der Gesamtwertung der Main-Kinzig-Challenge

Kuchenbuffet geschützt vor dem Regen

Stets barfußlaufend

Schnellste Frauen und Männer über 10km

Sieger Jörn Harland „übernimmt“ kurzeitig die Moderation von Michael Schrodt

Regnerisches Wetter

Buntes Treiben bei der Siegerehrung

Die schnellsten Männer über 5km

Die wilde Hatz durchs Kinzigtal

Wächtersbach, 21. August 2011 - : eine Stadt zwischen Spessart und Vogelsberg im mittleren Kinzigtal, im südöstlichen Hessen gelegen. Hier fand am Sonntagmorgen der 6. und letzte Wertungslauf der Main-Kinzig-Challenge statt.

Der Wächtersbacher Carnevalsverein (WCV) freute sich auf zahlreiche Teilnehmer bei zunächst guten äußeren Bedingungen. Waren bei 5. Wertungslauf im Vogelsberg vor Monatsfrist noch zahlreiche Höhenmeter zu bewältigen, konnten die Athleten diesmal auf eine sehr flache Strecke setzen. Der Wächtersbacher Lauf kann das Prädikat eines „amtlich vermessenen Straßenlaufs“ für sich beanspruchen. Das bedeutet in der Regel, dass schnelle Zeiten garantiert sind. Zahlreiche Läufer haben die Absicht, eine flotte Leistung für die am Jahresende erscheinende Bestenliste zu erzielen.

Der Kurs zeichnet sich durch ein paar Kurven aus, ist aber ansonsten eine durchgehend asphaltierte, ohne Straßenverkehr entlang an Wiesen und Feldern der Kinzig führende Strecke. Die 5 km-Läufer und Walker sollten diesen „Loop“ einmal, die 10km-Läufer zweimal passieren müssen. Start und Ziel sind in Wächtersbach ca. 1 km auseinander. Hierfür hat der Veranstalter eigens einen Gepäcktransport zum Ziel, dem Freischwimmbad Wächtersbach, organsiert. Diese nette Geste ist in der entrichteten Teilnahmegebühr enthalten.

Dass Laufveranstaltungen etwas für Frühaufsteher sind, konnte man auch beim Wächtersbacher Lauf feststellen. Ab 9.00 Uhr hieß es für die Teilnehmer: „An die Startlinie und Gas gegeben!“ Den Beginn machten die Schüler D bis A über die 1000 m um Punkt neun Uhr, gefolgt von den Teilnehmern des 5 km-Laufs, die sich fünf Minuten später auf die Strecke begaben. Den Läuferreigen schlossen die um 9.35 Uhr startenden 10 km-Läufer ab, ehe dann gegen halb elf die Walker zum Ende der Veranstaltung die 5 km in Angriff nahmen.

Die frühen Startzeiten sollten sich für die Läufer positiv bemerkbar machen. Im weiteren Tagesverlauf stieg das Thermometer an diesem Sonntag noch auf bis zu 28 Grad an. Dem gegenüber konnten die Athleten die Sonnenstrahlen noch bei gemäßigten Temperaturen von ca. 22 Grad genießen. Der Kampfeswille ist aber bei Langstreckenläufern eh immer gefragt, heisst es doch den eigenen Schweinehund für eine gute Leistung zu überwinden.

Durch eine gezielte Voranmeldung werden den Teilnehmern grundsätzlich lange Wartezeiten bei der Startnummernausgabe erspart. Auch in Wächtersbach machten die Läufer von dieser Möglichkeit regen Gebrauch. Kurzentschlossene konnten ähnlich wie bei den anderen Veranstaltungen der MKK-Challenge bis eine halbe Stunde vor dem jeweiligen Start Nachmeldungen vornehmen. Das Ganze sogar sehr läuferfreundlich: ohne Nachmeldegebühr!

In Wächtersbach bewegt man sich zudem mit den Meldegebühren noch in paradiesischen Sphären. 5 € Startgeld für die Erwachsenen ist ein nicht mehr häufig anzutreffendes Startgeld. In der Regel müssen Laufbegeisterte einen deutlich höheren Obolus entrichten, um an der Startlinie stehen zu dürfen.

Wie so oft sind die Kleinsten zuerst gefordert. Auch an diesem Laufvormittag hieß es für die Jüngsten die Distanz von 1000 m zu überstehen. Der 1000 m Schülerlauf machte den Beginn des sportlichen Teils der fünften Kinzigtal-Challenge. Christian Ries vom SV Gelnhausen gewann hier in 3:05,4 min. Schnellstes Mädel war in 3:39,3 min. wurde Lisa Oed von der SSC Hanau-Rodenbach.

Der sich anschließende 5 km Einsteigerlauf gilt quasi als Jedermannslauf für alle Jahrgangsklassen. Tobias Oed in 19:31,4 min. belegte hier Platz eins. Allerdings hatte der für die SSC Hanau-Rodenbach startende Athlet nur einen kleinen Vorsprung. Mit 19:33,6 min. lief Okey Tredway auf Rang zwei ein, mit etwas Abstand dahinter folgte Fabian Jakob als Drittplatzierter in 19:56,8 min. Schnellstes Mädel über die 5000 m wurde Gina-Marielle Schürg (TSV Friedberg-Fauerbach) in 21:29,0 min.

Der 10 km-Hauptlauf sollte das Highlight des Kinzigtal-Challenge darstellen. Bereits von Beginn des Rennens an drückte der spätere Sieger Jörn Harland aufs Tempo. Versuchte anfänglich der spätere Dritte Rolf Eckert noch zu folgen, zog der gebürtige Gelnhäuser bald einsam seine Kreise. „Heute wollte ich eigentlich eine gute Zeit laufen, allerdings habe ich die Nachwirkungen eines Magen-Darm-Infektes scheinbar noch nicht richtig auskuriert.“ Über seine Zeit von 33:00,7 min. zeigte sich der Student der Sportwissenschaften jedenfalls wenig zufrieden.

Ein einsames Rennen lief auch Rudolf von Grot. Der für Skills04 aus Frankfurt startende Athlet hatte sich eigentlich nach einer längeren Verletzungspause nur eine Zeit von 35 min. vorgenommen. Dann lief es allerdings so gut, dass von Grot in 34:28 min. finishte und dies im Ziel auch mit einem breiten Grinsen deutlich zeigte.

„Zu Beginn dachte ich, laufe ich mal Jörn hinterher. Allerdings war mir dann der erste Kilometer doch etwas zu schnell“, lautete die Rennanalyse vom Dritten Rolf Eckert. Der Salmünsterer fand sodann sein eigenes Tempo und beendete das Rennen in einer neuen Bestzeit von 35:35,9 min. Der Polizeibeamte, verantwortlich für die Verkehrserziehung, bereitet sich gerade auf den Berlin Marathon vor, wo er eine Zeit um die 2:50 h anpeilt.

Als Vierter im Gesamteinlauf und Sieger der M50 machte Wolfang Schlögel auf sich aufmerksam. In 36:49 min. lief er locker, leicht durch die Kinzigauen und fühlte sich nach einer mehrjährigen Laufpause wieder bereit zu schnellen Zeiten. „Zwar werde ich an meine Bestzeiten 31:15 min. über 10 km, 1:09 h  über Halbmarathon und 2:30 h im Marathon nicht mehr heranlaufen, bin aber bereit für die Tempojagd im Alter.“

Bei den Frauen konnte sich Seriensiegerin Regina Blatz durchsetzen. Die für den TV Bad Soden-Salmünster startende Läuferin siegte in 41:07,6 min. „Ich befinde mich gerade in der Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon. Als Tempodauerlauf sind solche 10 km Wettkämpfe ein gutes Trainingsmittel.“ In Frankfurt hofft Blatz ihre Bestzeit von 3:10 h angreifen zu können.

Zweite wurde Astrid Staubach von der LG Vogelsberg in einer Zeit von 42:03 min. Die Herbsteinerin gewann damit die W40. Nur eine halbe Minute dahinter lief Sabine Pappert vom TV Salmünster auf Rang drei. In 42:36 min. belegte Pappert auch den zweiten Platz in der W45.

Um 10.35 Uhr wurden die Walker auf die Strecke geschickt. Hier gewann Leni Elbing, http://www.online-anmeldung.net/Ergebnis/Urkunden/Druck.aspx?v1=2733&v2=73von der LGV Marathon Giessen. Die Pohlheimerin benötigte für die 5 km 38:14,2 min.

Pünktlich zur Siegerehrrung fing es dann an zu regnen. Ab 11 Uhr wurden die Sieger gekrönt. Jeder Teilnehmer wurde durch eine Urkunde ausgezeichnet. Die ersten drei jeder Altersklasse erhielten eine Medaille. Einen besonderen Preis gab es für die ersten drei Gesamtsieger. Im Rahmen der Siegerehrung fanden auch die Gesamtsieger der Main-Kinzig-Challenge ihre Würdigung.

Der Veranstalter Michael Schrodt zog eine positive Bilanz. „Ich bin zufrieden mit der Durchführung der Veranstaltung. Toll ist auch, dass zur Siegerehrung der gesamten Cupserie nochmal alle Veranstalter und auch zahlreiche Teilnehmer zusammenkommen.“ Während des Laufes trafen die Läufer auf beste Bedingungen, es war zwar schwül, aber dennoch trocken. Die Siegerehrung wurde immer wieder von Regenfällen heimgesucht. Allerdings war der Veranstalter unter das Vordach des Schwimmbades ausgewichen, so dass man ohne großartige Beeinträchtigungen, nur eben etwas „gedrängter“ beisammen stand. Vielleicht ist ja in 2012 dann neben einem trockenen Lauf auch eine trockene Siegerehrung mit gemütlichem Beisammensein möglich?

Link zur Veranstaltungsseite: www.mkk-event.de/kc_infos.html 


Bottwartal-Marathon