Die schnellen Strecken im Bienwald
Rockie Mountain Lauf Rockenhausen

Peter Becht Südpfalz-Volkscross in Rülzheim

[eingestellt am 18. Dezember 2011]

Von: Gabi Gründling

Fotos: Peter Gründling

deutliche Größenunterschiede bei A- und B-Schülern

Sieger 2.300 m Marius Liebel (65) und Zweiter Jannis Wolff (123)

Dritter 2.300 m Hannes Lang

Siegerin 2.300 m Aline Salzmann

Zweite 2.300 m Eileen Bischoff

Luisa Grießbaum wird Vierte über 2.300 m

Die Hügel im Stadion bringen Abwechslung in die Strecke

Zweiter über 3.400 m Felix Wammetsberger führt die Perlenschnur an

Es läuft wieder für Siegerin über 3.400 m Lisa Sewohl, hinter ihr 2. Laura Müller

3. 3.400 m Lisa-Marie Engelhard

Sieger 3.400 m Philipp Wagner

Konstatin Filsinger guckt, wie weit die Konkurrenz ihm schon enteilt ist

Laufstilstudie mit Marco Sulzer und Xavier Pfister

Sieger 4.500 m Frederik Unwisse (rechts) und Zweiter Benjamin Walter

Siegerin 4.500 m Aline Krebs

Crossstrecken erfordern volle Konzentration

So sehen französische Weihnachtsmänner aus

Zweite 4.500 m Marika Bernhard

Anstrengung Crosslauf

Frederik Unewisse muß sich am Engpaß seinen Weg bahnen

Ein Stück ging’s auf weichem Boden durch den Wald

Dritte 4.500 m Nadine Batot

Zuschauerfreundlich: der 1,1 km-Kurs auf engstem Raum

Siegerin Langstrecke Valerie Knopf

Zweite Pia Winkelblech

Dritte Elke Hamleser

Sieger Langstrecke Stefan Hinze

Zweiter Oliver Trauth auf der Überholspur

Valerie Knopf am längsten Anstieg

Louis McDonagh hat zwischenzeitlich die Führung übernommen

Die Wiedergeburt 

Rülzheim, 17. Dezember 2011 – ein Jahr war Crosspause in Rülzheim, aber jetzt meldet sich die LG mit dem Peter Becht Südpfalz-Crosslauf mit Pauken und Trompeten zurück. 

Kleiner Rückblick: bis 2009 fand der Crosslauf jedes Jahr am vierten Adventswochenende auf dem Freigelände rund um das Spaßbad Moby Dick am Ortsrand 16,66 km² großen und knapp 8.000 Einwohner zählenden Gemeinde im Kreis Germersheim statt. Dann wurde das Moby Dick geschlossen und auch das Freigelände, das inzwischen zumindest im Sommer noch genutzt wird, stand auch nicht mehr zur Verfügung. Guter Rat war teuer und 2010 mußte diese dritte jährlich stattfindende Laufveranstaltung der LG ausfallen. 

Die Rülzheimer Trainingsgruppe von Ede Hamburger trainiert im heimischen Peter-Becht-Stadion und nutzt dazu oft auch die Hügel rund um die Tartanbahn. Und dabei kamen die jungen Leute auf die Idee, das Gelände als neues Crossgelände zu nutzen. Die Strecke innerhalb des Stadions war allerdings ein bißchen kurz und so klärte man noch mit dem zuständigen Forstamt, einen Parallelweg im angrenzenden Wald mitnutzen zu können. Der wiederbelebte Cross läutet auch sanft einen Generationenwechsel bei der LG Rülzheim an, denn erstmals hat die Gruppe der jungen Wilden einen Teil der Organisation übernommen. André Zschaubitz (26), selbst begeisterter und erfolgreicher Crossläufer, nahm es als Streckenchef gerne in Kauf, die Spikes diesmal nicht schnüren zu können. Auf der „Suche“ nach Feedback ging er rum und befragte die Läufer nach der neuen Strecke – und er bekam nur Lob auf die Ohren. Den Spagat zwischen „zu hart“ und „nur Waldlauf“, der sich bei der Konzeption jeder Crossstrecke auftut, haben die Südpfälzer gut gemeistert. 

Die neue Runde ist ca. 1,1 km lang und verläuft hinter dem Stadion eben auf einem geraden Waldweg, im Stadion aber geht es auf und nieder immer wieder. Hügel rauf, Hügel runter. Und das jeweils kurz und knackig. Marika Bernhard, Zweite auf der Mittelstrecke, war zudem froh über die Laufrichtung, denn im Schutz des Waldes war der Gegenwind erträglich, den Rückenwind konnte man dann in der Weite des Stadions nutzen. Daß sie nicht gut mit den kurzen Gefällstücken zurecht kommt und bergab immer bremsen muß, ist ihr persönliches Handicap. Man kann die Strecke gut mit Spikes laufen, muß es aber nicht. Das gibt auch crossunerfahrenen Volksläufern die Chance, „sowas“ mal auszuprobieren. Bei der Länge der Nägel schieden sich allerdings die Geister. Zwischen 6 mm und 15 mm war alles dabei. Die 15 mm waren wohl für das mit Schotter durchsetzte Stück zu lang, für die große Matschkuhle am Übergang vom Wald ins Stadion konnte man sie aber schon brauchen. 

Üblicherweise haben bei den Rülzheimer Veranstaltungen „die Baumänner“ die Hand am Zeitdrücker, da aber der Termin nur sehr kurzfristig festgesetzt werden konnte, war Harald Baumann schon von Kopf bis Fuß auf Urlaub eingestellt und so nahmen Raymond Basch und sein Sohn Bertrand aus Lauterbourg das Zepter in die Hand. Zusammen mit dem Crosslauf von ANA Lauterbourg, der Ende November stattfand, bildet der Rülzheimer Cross auch den deutsch-französischen Pamina Cross Cup. 

Der Namensgeber des Laufs und des Stadions, Peter Becht, war auch vor Ort, um sich ein Bild zu machen und die Läufer anzufeuern. Der 73jährige Ex-Unternehmer kommt allerdings vom Ballsport. Auf Fußball folgte Tennis und dann Golf. Aber er ist sportbegeistert und unterstützt den Lokalsport nach wie vor vielschichtig, auch wenn sein Rohrleitungsunternehmen mit 120 Mitarbeitern längst in die Hände seiner Kinder übergegangen ist. 

Um 13.45 h begann der kurzweilige Crossnachmittag mit dem Lauf der Schüler C, D, E und jünger über eine Runde. Immerhin 71 Kinder stellten sich dieser Herausforderung. Leon Brescher (Turnerschaft Germersheim) brauchte 4:19 min, um den knallroten Sparkassen-Zielbogen als Sieger zu erreichen. Nur drei Sekunden hinter ihm stürmte mit Katharina Welker (LAZ Zweibrücken) schon das erste Mädchen an VanMan Jochen Heringhaus vorbei in den Zielkanal. Ihr folgten mit Chelsea Schonung (PG Mannheim, 4:28 min) und Ronja-Evita Dorflinger (DJK Hockenheim, 4:32 min) zwei weitere C-Schülerinnen, bevor der nächste Junge einen Stich machen konnte. Felix Götzmann (TSV Kandel, 4:37 min und Manuel Hauck (TV Enzberg, 4:41 min) komplettierten das Treppchen. Insgesamt blieben 13 Kids unter der 5 min-Marke. 

Doppelt so lang war die Distanz, die die Schüler A und B ab 13.55 h unter die Spikes nehmen mußten. Ihrer waren es immerhin auch noch 39. Von sechs Treppchenplätzen gingen vier an die LAZ Zweibrücken. Der erste Platz bei den Jungs ging aber erstmal an die veranstaltende LG Rülzheim, Marius Liebel brauchte 7:33 min und hatte damit schon einen Vorsprung von 5 Sekunden auf Jannis Wolff, dem ersten Zweibrücker im Ziel. Hannes Lang (TV Bretten) komplettierte das Treppchen nach 7:48 min. Bei den Mädchen gingen alle drei Lorbeerplätze an die Westpfälzer. Alene Salzmann (8:14 min), Eileen Bischoff (8:23 min) und Anke Schmitt (8:26 min) vertraten die Farben ihres Vereins äußerst erfolgreich.

Nur 15 A- und B-Jugendliche trauten sich auf ihre dreiründige Wettkampfstrecke. Eine Nummer für sich war Philipp Wagner im gelben Trikot des TSV Kandel. Mit 10:24 min blieb der hoch aufgeschossene 2.000 m Hürden-Spezialist als Einziger unter 11 min und das auch noch deutlich. Ihm haben die Rülzheimer Hügel am besten gefallen. Die Zeit ging für ihn ok, zumal er in den letzten beiden Nächten ein bißchen Schlafdefizit aufgebaut hatte. Eine Nacht fiel teilweise dem Lernen zum Opfer und in der zweiten bereitete er den Geburtstag seines Vaters vor. 

Felix Wammetsberger (LG Region Karlsruhe) fogte ihm in 11:01 min ins Ziel. Nicht mit sich und den Laufgöttern zufrieden war Niklas Abele (TV Bretten, 11:17 min). Daß er Philipp Wagner nicht würde folgen können, war ihm klar, aber der zweite Platz hätte drin sein müssen. Der Triathlet, der 12 bis 15 Stunden pro Woche ins Training investiert, hatte morgens noch sein Schwimmtraining absolviert und war sich nicht ganz sicher, ob das nicht etwas zu viel des Guten gewesen ist. 

Lisa Sewohl (LAZ Zweibrücken, 13:10 min) war dagegen sichtlich zufrieden nicht nur mit ihrem ersten Platz sondern auch mit ihrer Zeit. „Das sieht ja wieder richtig nach Laufen aus“ meinte ein Bekannter anerkennend. Lisa litt an einem spät erkannten Eisenmangel und einem daraus resultierenden Motivationstief, aber jetzt hat sie ihre Probleme überwunden und die Eisenwerte fest im Griff und schon läuft’s wieder wie am Schnürchen. Mit ihrer Trainingsgruppe, die zum Jahreswechsel komplett zum LAZ Saarbrücken wechselt, wird sie wie jedes Jahr beim Trierer Silvesterrlauf an den Start gehen. 

Ihre Trainingskameradin Laura Müller, die Ende Oktober beim Cross in Hatzenbühl noch vor ihr ins Ziel kam, kam 45 Sekunden hinter Lisa ins Ziel, Dritte wurde Lisa-Marie Engelhard (TV 1913 Nußdorf, 14:06 min). 

Ab 14.45 Uhr waren dann die Erwachsenen an der Reihe. Zuerst standen vier Runden auf dem Programm, offen für alle LäuferInnen der Altersklassen 20 bis 70, gewertet wurde in 10 Jahres-Schritten. Mit 84 TeilnehmerInnen hatte dieser Lauf das teilnehmerstärkste Feld. 

Von Beginn an setzten sich Frederik Unewisse (LG Region Karlsruhe) und Benjamin Walter (RT Schweighouse) an die Spitze. Dem Zuschauer wurde schnell klar, daß der 18jährige Unewisse, vor Wochefrist Sieger des 10 km-Laufs in Rheinzabern, die deutlich besseren Karten hatte. Drei Runden lang spielte er mit seinem Gegner, wurde sofort langsamer, wenn er sich mal zwei oder drei Schritte von ihm entfernt hatte. Eingangs der letzten Runde zog er das Tempo dann an und nahm dem zwei Jahre älteren Franzosen 22 Sekunden ab. Mit 14:10 min bzw. 14:32 min blieben die beiden als Einzige unter der Viertelstunde. Daniel Vogel (LG Rülzheim) lief in 15:07 min durch den Zielkanal. 

Für Frederik steht zunächst der Silvesterlauf in Forchheim oder Bietigheim-Bissingen auf dem Plan und dann geht’s ab in die Halle. Die Cross-DM im März in Ohrdruf möchte er aber schon auch mitnehmen. 

Über eine Minute betrug in der Frauenkonkurrenz der Vorsprung von Aline Krebs vor Marika Bernhard. Mit 16:10 min ließ die 23jährige nur sieben Männern den Vortritt. Auch sie wechselt in wenigen Tagen von der LAZ Zweibrücken über die Grenze nach Saarbrücken. Nach dem Silvesterlauf in Trier steht auch für sie die Hallensaison ins Haus. Ob sie zur Cross-DM fahren wird, steht zur Zeit noch in den Sternen. Ihr Hauptaugenmerk liegt ja eigentlich auf der Mittelstrecke, also auf der Bahn. 

Marika Bernhard (TV Herxheim), deren Kinder Elena und Bastian schon bei den Schülerläufen auf der Strecke waren, kam nach 17:19 min bei den Zeitnehmern durch und nahm ihre Eisschokolade und die Iso-Getränke-Tablette in Empfang, bevor sie sich den warmen Zieltee schmecken ließ. Mit Nadine Batot (RAC Wissembourg) erreichte nach 17:51 min die erste Französin an diesem Nachmittag einen Treppchenplatz. 

Jens Laudage, dessen Schützling Joshua Klein über 2.300 m erfolgreich war, lief seinen ersten Cross im Seniorenbereich. Er war restlos begeistert vom Lauf und der Strecke. Mit 16:08 min wurde er 10 Sekunden hinter Doppelstarter Mekki Saad Zweiter in der M40. 

Den krönenden Abschluß bildete die Langstrecke über 8 Runden. Von Anfang an bestimmte Stefan Hinze (LG DUV) das Tempo der 64 Läufer starken Gruppe, auch wenn er zwischendurch mal Louis McDonagh, dem Franzosen mit dem schottischen Namen, der in Kaiserslautern lebt, den Vortritt ließ. Mit zunehmender Rundenzahl nahm die Kraft des Franzosen ab und Stefan, für den es in diesem Jahr der 28. Wettkampf war, zog davon, beendete das Rennen in 29:50 min als Einziger unter der Halbstundenmarke. Der 48jährige hält jetzt bis Anfang Januar die Bälle flach, ein Silvesterlauf steht für ihn eh nicht nur Debatte, weil er in der Klinik den Silvesterdienst übernommen hat. Und dann beginnt für ihn die Vorbereitung auf den Marathon Deutsche Weinstraße, bei dem er mit Startnummer 72 in Bockenheim auf die Strecke gehen wird. 

Louis mußte sich auf der letzten Runde auch noch Oliver Trauth (TV Herxheim) geschlagen geben, für den die verletzungsbedingte Durststrecke endgültig vorbei ist. Mit 30:14 min kam er letztlich noch 11 Sekunden vor Louis ins Ziel. Während für Oliver Trauth Silvesterläufe kein Thema sind („ich starte Anfang Januar in Insheim und irgendwann muß man ja auch noch trainieren“), weiß Louis noch nicht, ob er in Kottweiler-Schwanden oder in Paris an den Start gehen wird. 

Ganz begeistert von der Strecke zeigte sich Valerie Knopf (LSG Karlsruhe), die die Frauenkonkurrenz beherrschte. Mit 36:17 min belegte sie in der Gesamtwertung Rang 20. Für sie geht es Silvester nach Bietigheim-Bissingen. Mit dem Zug kann man ganz entspannt in 45 min hinfahren und die Stimmung dort gefällt ihr so gut, daß sie zu den Wiederholungstätern gehört.

Pia Winkelblech (TSV Kandel, 37:12 min) und Elke Hamleser (LG MuLi, 38:00 min) machten hinter Valerie den Treppchensack zu. 

Bei den Erwachsenen gab es einige, die die Möglichkeit nutzten, gleich zwei Volksläufe an einem Tag zu absolvieren. Zu ihnen gehörte auch Willy Streily (TG Oggersheim), der in der M70 startet und auch schon in Lauterbourg unterwegs war. Auf der kürzeren Strecke hatte er nicht weniger als 6 Mitstreiter in seiner Altersklasse.

Sicher kann die LG Rülzheim mit dem Ergebnis und den Teilnehmerzahlen zufrieden sein. Die neue Strecke hat die Feuerprobe bestanden und auch die Infrastruktur (Sportplatz und Integrierte Gesamtschule) eignet sich bestens für die Durchführung einer Laufveranstaltung.

Veranstaltungsseite mit Ergebnissen: www.lg-ruelzheim.de


Marathon Deutsche Weinstraße 2012