Kanzlei.org - laufend gut beraten
Hier könnte IHRE Werbung stehen!

Transeuropalauf von Skagen nach Gibraltar

[eingestellt am 12. September 2012]

Von: Gabi Gründling

Fotos: Gabi & Peter Gründling

auch auf dem Weg zum Essen werden Wunden geleckt/gepflegt

Kinder lassen sich in Waldkappel während des Essens Autogramme geben – allerdings nicht für die Ewigkeit

Opulenter wird schon gespeist beim TEFR

Keine Geister sondern reflektierende Läufer morgens um 6

Morgenstimmung in Osthessen

Im Pulk kamen die Läufer immer nur zu Beginn einer Etappe

Iwata Satoru

Selbst bei 30 Grad oder auch in der Wüste mit Handschuhen unterwegs: Gérard Bertin

Deutschlandradio-Kultur lief auch mal 20 km mit

Außer Konkurrenz unternimmt er mit seinem Roller schon die dritte Kontinentdurchquerung: Peter Bartel

Da sie direkt an der Strecke wohnen, machten einige Triathleten aus Lispenhausen ein bißchen Party für die Läufer

.. und sammelten Autogramme

Die Japaner erfüllten zum Teil das Klischee vom Dauerfotografieren – hier Asai Yasuhiro

Immer gut gelaunt: Satoshi Sanoyama

…mit richtungsweisendem Hut

Veronika Möller – wie fast alle HelferInnen Rentnerin

Wenn Trond seine Ria überholt, ist auch mal Zeit für ein paar Worte im Gehschritt

Kein Trink- aber Spülwasser

Transeuropaläufer sind Frühaufsteher – das sieht auch der Vollmond über Queck

Der Gepäcklaster füllt sich

Die 7 Uhr-Gruppe macht sich auf den Weg. Robert Wimmer wie immer im Halbtiefstart

In Deutschland als Streckenteile beliebt: diverse Radwege

Fotostopp an der 1000 km-Marke

Auch Betreuer Helmut Rosieka guckt mal nach dem ersten 1000er

Bernd Kalinowski (links) und Stefan Bichler (beides Etappenläufer) sind sich für keinen Ulk zu schade

Stéphane Pelissier macht den Fotografinnen den Bolt

Ewald Komar und Heike Pawzik nach 1.000 km

Robert Wimmer will eigentlich lieber sterben als stehen zu bleiben, aber zum Trinken bleibt ihm nichts anderes übrig

Am Verpflegungsposten bei Thomas Dornburg gibt’s immer Nudelsuppe. Hier genehmigt sich Jean-Balthaszar (J.B.) Jaouen eine

Oft geht’s einfach an der Landstraße lang

Auch Wolfgang Böss löffelt seine Suppe aus

Schönes Deutschland

Spartathlon-Freak Eiolf Eivindsen

Äußerst beliebt: die Eiswürfelmaschine

Betreuer Dietrich Schiemann bei seiner täglichen „Buchführung“

Christian Marti hat große Wäsche

Fürst Pückler

Stiller Zuschauer im Morgendunst

Großer Pfeil: Fulda-(Halb)Marathon, kleiner Pfeil: Transeuropalauf

Ehrenrunde im Start-Ziel-Bereich des Fuldamarathons

Diese Herzchen waren auch einem Halbmarathon gewidmet

Asphaltpiste

Lieber zur Abfalldeponie oder lieber nach Sterbfritz?

TE-FR forever – auf dem Bein von Fabrice Viaud

Sowas sehen nur Frühaufsteher wie die Transeuropaläufer

Morgenstimmung – auch bei der Kamera

Auf den ersten Kilometern zieht sich das Feld langsam auseinander

Erster VP in der Morgensonne

Ein Körbchen für jeden VP

Hm.. was nehmen wir denn?

Zum Vergnügen von Brigitte Barthelmann und Marianne Albert entledigt sich Stèphane Pelissier seines Shirts

Gilbert Codet

Tsuyoshi Sugawara

Gérard Bertin

Markus Bernhard….

.. hat dieses Jahr ein volles Programm

Patrick Bonnot, Veranstalter der Ultratrace St. Jacques

Milan Milanovich mußte aussteigen

Jean-Claude Le Gargasson

Kraftvoll vorm Kraftwerk: Neil Bryant

Carmen Hildebrand hatte eine Woche Laufspaß

Wolfgang Böss

Stummer Diener

Markus Bernhards Schuhsortiment – durchnumeriert von 1=Montag bis 7=Sonntag

Sieger 2009 Rainer Koch in seinem Heimatort Dettelbach zu Besuch beim TEFR

Abendessen – zur Abwechslung mal in der Halle

Stéphane Pelissier

Am Verpflegungsstand von Gerard und Nicole Denis

Ein Sitzpäuschen in Ehren kann selbst der Führende nicht verwehren

J.B. und der singende Österreicher Ambros Mühlbachler

Assamstadt: Shuttle“bus“ zur Dusche

Die alte Kirche in Assamstadt ist heute Kulturzentrum – und Läuferunterkunft beim TEFR

Da sag‘ nochmal jemand, Männer seien nicht multitaskingfähig…

Schlafraum Exkirche

Einkaufszettel

Jede Menge neugierige Kids in Assamstadt

Streckenmarkierung – eine von ca. 20.000

Schattenspiele

Ingos Helfer nach dem TEFR ein Vorgeschmack

Unten verbleichte Überbleibsel von alten Deutschlandläufen, oben TEFR 2012

Saeko Kishimoto

Ewald Komar auf der Suche nach Flügeln

Milans Beine

-

Fast wie im wilden Westen

Sieger TEFR2003 Robert Wimmer

Philippe Grizard – mit zwei künstlichen Hüften schaffte er es nicht bis Gibraltar

Ria Buiten

Claudiane Valotaire fährt auf dem Rad mit, ihr Mann Frèderic Borel läuft

Zu Besuch: Julia Fatton. Sie wollte eigentlich selbst laufen, hat’s aber an den Knien

Henry Wehder

Onkel Helmut statt Tante Emma: The worlds greatest Handler Helmut Schieke und sein fahrender Gemischtwarenladen

Zeitnehmer Thierry Poupard und Rüdiger auf der grünen Wiese

Fabrice Viaud meidet die Stufen ins Ziel

Jean-Pierre Richard (3) un d Christophe Midelet laufen ins Ziel, während Patrick Bonnet sich die Zeit nimmt, einer Zuschauerin zu zeigen, wer er ist

Etappenläuferin Ruth Jäger begleitet Ewald Komar ins Ziel

Hiroko Okiyama schickte Grüße per Hand

Schlafend regeneriert man am besten

Heike Pawzik im Gespräch mit dem japanischen Physio

20% Gefälle

Tamura Chizuko

Die Zielrampe von Malmsheim

Bernd Kalinowski und Heike Pawzik werden von Charlie Bächle ins Ziel geholt

Fréderic Gallais

Neil Bryant

Gut vorbereiteter Besuch aus Mannheim

Trond Sjavik

Eigentlich war der Fanclub wegen Ewald da

Julia Fatton und ihre Kreidesprüche versüßen den Läufern den Weg

Stéphane Pelissier frisch geschoren

Christian Fatton gut gelaunt

Werner Sonntag zu Besuch in Malmsheim

Markus Bernhard

Die Frau mit dem Rollator ist, allen Gerüchten zum Trotz, keine Läuferin

Claudiane und Frèderic auf dem Weg ins Ziel

2003 war Tsuyoshi auch schon dabei von Lissabon nach Moskau

Die Malmsheimer Halle war eine der kleineren

Morgendlicher Berufsverkehr und TEFR’ler

Henry Wehder

Ex und hopp – Christian Fatton hat Durst

Jan Straub war 2009 64 Tage als Sani dabei – dieses Jahr konnte er nur einen Streckenbesuch einschieben

Neil Bryant hat Tape von den Olympischen Spielen in London

Es gilt die Straßenverkehrsordnung – also bei Rot stehen bleiben

So nicht!

Klaus Schuhmacher hat beim TransAm Markus Müller betreut, jetzt reist er mit dem TEFR

Zieleinlauf in Ingos Heimatort Horb

Streckenmarkierer Joachim Barthelmann kontrolliert sein Flickzeug

Alles muß als Wäscheleine herhalten

Gerne gesehen: Radwege neben den Straßen

Auch Unterführungen sind nicht tabu – aber anstrengend

Mühlen am Neckar

Yasumasa Namikoshi

Henry kann auch anders als ernst gucken

Immer guter Dinge: Trond Sjavik

Neil Bryant

Markus Bernhard

Wolfgang Böss

Louise Scholl und Daniel Dalphin

Selbsterklärend

Der Fahrer der Japaner hatte das Licht brennen lassen….

Abwechslung Naturwege: nichts für entzündete Läuferbeine

Kann ein VP eine schönere Kulisse haben?

Frederic Gallais tut sich schwer

In Furtwangen gerieten die Läufer in ein MTB-Rennen – und umgekehrt

Eindeutig (steiler) Schwarzwald

Auch Zuschauer brauchen ein Päuschen – in grau der Vater von Markus Bernhard

Trankstelle in der früheren Tankstelle

Europa, wir kommen!

 

Nach 2003 und 2009 findet zur Zeit der dritte Transeuropalauf statt – und der dritte unter der Fuchtel von Ingo Schulze. Ließ er 2003 von Lissabon nach Moskau laufen, reiste die Truppe von „Ingos Fußreisen“ 2009 vom süditalienischen Bari bis ans Nordkap. Dieses Jahr nun geht’s, grob gesagt, von Norden nach Süden. Ursprünglich war die Route von der Nordspitze Schottlands nach Gibraltar angedacht. Da es in Großbritannien aber große Probleme beim Finden von Massenunterkünften gab, wurde der Plan ca. 1,5 Jahre vorm Start aufgegeben und Ingo Schulze und sein Streckenchef Joachim Barthelmann wichen auf die Strecke Skagen-Gibraltar aus. Skagen ist die nördlichste Stadt im Staate Dänemark. Gibraltar liegt an der Südspitze der iberischen Halbinsel, an der Nordseite der Meerenge Straße von Gibraltar, an der Europa und Afrika am dichtesten beieinander liegen. Die Grenze zwischen Spanien und dem britischen Überseegebiet ist nur 1,2 km lang, auf der spanischen Seite liegt die Stadt La Linea. Die Läufer werden nur nach Gibraltar hinein- und gleich wieder hinauslaufen, das eigentliche Ziel ist dann in La Linea. Die Strecke von Schottland aus hätte Deutschland gar nicht berührt sondern wäre durch die Niederlande und Belgien gen Süden verlaufen.

Die aktuelle Strecke hatte 17 Tage Deutschland im Programm. Was für Veranstalter Schulze viele Vorteile hat. Denn in Deutschland ist die Ultramarathongemeinde groß und interessiert. Immer wieder kommen Läufer als Besucher oder gar zahlende Etappenläufer zu den Kontinentdurchquerern. Außerdem haben Ingo Schulze und sein Team hier schon mehrere Deutschlandläufe von Rügen nach Lörrach und letztes Jahr in umgekehrter Richtung einen Etappenlauf von Horb am Neckar nach Berlin gestemmt. Man kennt sich also aus – auf beiden Seiten. In Assamstadt war „Ingos Wanderzirkus“ zum Beispiel schon zum achten Mal zu Gast. Auf der Strecke macht sich diese Tatsache dadurch bemerkbar, daß mancherorts mehrere Streckenmarkierungen übereinander kleben – zwei bis drei ausgebleichte von ehemaligen Läufen, eine gut sichtbare farbige vom TEFR 2012. 

Die Streckenmarkierungen bestehen vor allem aus kleinen Aufklebern. Etwa 1 x 3 cm groß, leuchtend rot mit einem schwarzen Pfeil. Etwa 20.000 von ihnen wird Joachim Barthelmann an Schildern, Pfosten, Zäunen, Bäumen, Sträuchern und vielen Stellen mehr angebracht haben, bis die Läufer Gibraltar erreichen. Dazu kommen noch unzählige Stücke Kreide, die er braucht, um an unübersichtlicheren Stellen auch noch Pfeile auf den Boden zu malen. Und da, wo weder rote Aufkleber noch weiße Kreidepfeile zur Markierung taugen, muß auch schon mal rote Sprühkreide herhalten. Aber das passiert nur äußerst selten. 

Die Aufkleber werden mit der Pfeilspitze in Laufrichtung angebracht. Muß man abbiegen, sind die Pfeile nicht nur schräg oder quer geklebt, meistens gibt es dann zur Verdeutlichung zwei übereinander. Die Läufer sind schon nach kurzer Zeit voll auf die Pfeile geeicht, Verlaufer gibt es selten. Und wenn, sollte man eigentlich schnell merken, daß man vom Weg abgekommen ist. Wenn nach ca. 500 m keine Markierung mehr kam oder gar an einer Abzweigung kein Hinweis zu finden ist, ist man falsch. Trotzdem passiert es gelegentlich, daß Läufer so versunken sind, daß sie schon mal 3-4 km umsonst laufen. 

Nach knapp 5.000 km von West nach Ost und 4.500 km von Süd nach Nord werden es in diesem Jahr etwa 4.200 km von Nord nach Süd werden. Durchschnittlich über 60 am Tag, verteilt auf 64 Etappen zwischen 48 und 85 km. Anders als die Rennradler der Tour de France haben die Läufer keinen Ruhetag und es werden auch nicht hunderte von Kilometern mit dem Flieger überbrückt. Auf Schusters Rappen oder gar nicht werden sie in Gibraltar ankommen. 

49 von 52 Angemeldeten liefen am 19. August in Dänemark los. Wie viele von ihnen am 21. Oktober in Gibraltar ankommen werden, ist zur Zeit natürlich noch ungewiss, aber nach 25 Tagen sind noch 33 LäuferInnen im Rennen. 

Der älteste Teilnehmer war der 77jährige Richard Hofbauer aus Rosenheim. Er reiste aber bereits am zweiten Tag ab. Er hatte einen Virus mit nach Dänemark gebracht und und gab am zweiten Tag 9 km vorm Ziel krampfgeplagt auf. Dabei hatte er eigentlich noch mehr als genug Zeit, gemütlich ins Ziel zu gehen.

40 Jahre jünger als Richard Hofbauer ist der Brite Neil Bryant und damit jüngster Mann im Feld. Sehr gleichmässig läuft er täglich 7,2 min/km und hat sich uhrwerkgleich, Stand Etappe 25, auf dem 12. Platz eingenistet. 

Die Japanerin Fusaku Fushimi war mit 70 Jahren die älteste Starterin. Sie mußte das Rennen nach neun Tagen aufgeben. Allerdings reist sie, wie alle ausgeschiedenen japanischen Teilnehmer, weiter mit. Die große japanische Gruppe hat einen eigenen Fahrer und alle, die den Wettkampf abbrechen mußten, laufen noch Teilstücke weiter. 

Eigentlich wäre Julia Fatton (40) die jüngste Teilnehmerin gewesen, aber die deutsche Rekordhalterin im 48 Stundenlauf hat Knieprobleme und mußte auf einen Start verzichten. So zieht ihr Mann Christian als einer von drei Schweizern alleine mit der Karawane durch Europa – mit gelegentlichen Besuchen von Julia. Bereits 2009 war er erfolgreicher TEFR-Teilnehmer. Damals war Julia als Betreuerin und Etappenläuferin an seiner Seite. 

So fiel die Rolle des Nesthäkchens im Frauenfeld Heike Pawzik zu. Auch die 49jähirge Polizistin aus Rostock war bereits 2009 ans Nordkap gelaufen. In diesem Jahr war kurz vor Bad Krozingen auf der 21. Etappe Schluß für sie. Ein hartnäckiger Shinsplint (Knochenhautentzündung am unteren Schienbein) und erhebliche Wasseransammlungen im ganzen Körper zwangen sie zur Aufgabe. 

Es waren überraschend wenig deutsche Läufer gemeldet – und außer Julia Fatton mußte auch Rüdiger Dittmann aus Kempten kurzfristig passen. Der 51jährige, der vor 19 Jahren am Transamerikalauf teilnahm, wurde von einem Hund so heftig in den Oberschenkel gebissen, daß ein Start unmöglich war. 

Der einzige im Teilnehmerfeld, der die Transeuropaläufe 2003 und 2009 erfolgreich beendete, ist Robert Wimmer aus Nürnberg. Der Optiker konnte 2003 den Siegerpokal mit nach Hause nehmen und versucht nun, nach einem vierten Platz im Jahr 2009, in diesem Jahr nochmal an seinen Erfolg anzuknüpfen. Bis zur 25. Etappe liegt er auf Platz 3, aber Henry Wehder hat nur noch etwas mehr als eine Stunde Rückstand. 

Der Löbauer Alten- und Krankenpfleger, der in Norwegen lebt und arbeitet, ist dabei, sich einen weiteren Traum zu erfüllen. Nachdem er 2009 von Bari ans Nordkap gelaufen ist, wollte er nun von der Nord- zur Südspitze Europas laufen. Also begann er damit 26 Tage vor dem Start des Transeuropalaufs am Nordkap. Durchschnittlich rund 90 km legte er täglich zurück – betreut von einem Freund. Ohne Pause ging er dann auf die Wettkampfstrecke nach Gibraltar. Er meinte, diese langen Etappen, auf denen er sogar die langen Anstiege in Skandinavien alle im Laufschritt zurücklegte, würden ihm beim Transeuropalauf zum Vorteil gereichen, denn keine einzige Etappe ist so lang wie die, auf denen er seine letzten 26 Trainingseinheiten zurücklegt hatte. 

Auch Ria Buiten und Trond Sjavik waren 2009 schon dabei. Während die heute 58jährige Niederländerin seinerzeit nach etwa der Hälfte der Strecke aussteigen mußte, Erreichte ihr zwei Jahre jüngerer Freund das Nordkap in seiner norwegischen Heimat. Ria führt das Frauenfeld 2012 mit deutlichem Vorsprung an. Wenn sie bis Gibraltar durchhält, wird sie nicht zu schlagen sein. Christian Marti, Schweizer Transeuropaläufer 2009 und 2012, kündigte lachend, an, ihre braungebrannten durchtrainierten Beine zu fotografieren, um der Damenwelt in seiner Heimat zu zeigen, welche Figur man mit 58 noch haben kann, wenn man läuft. 

Ebenfalls aus Norwegen ist Spartathlon-Fan Eiolf Eivindsen im Feld. Der Arbeitskollege von Trond Sjavik ist bereits 9x erfolgreich von Athen nach Sparta gerannt. Bei den Spartathleten ist er dadurch bekannt, daß er sich nicht darauf beschränkt, den Zeh des König Leonidas zu küssen/berühren. Vielmehr erklimmt er die ganze Statue. Das Emblem des Laufs hat er auf seinen Brustmuskel tätowieren lassen. Da Eiolf bei schönem Wetter gerne „oben ohne“ läuft, ist König Leonidas auch für jedermann sichtbar. 

Das Logo des Transeuropalaufs befindet sich am Knöchel von Fabrice Viaud. Der 53jährige Lehrer war schon 2009 mit dabei, mußte aber in Skandinavien aussteigen, weil seine Hand operiert werden mußte. Er kann sie bis heute noch nicht wieder vollständig benutzen, sie ist leicht steif. Das hindert ihn aber nicht an einem gleichmäßigen Lauf zwischen 6,8 und 7 min/km. 

Mit Startnummer 2 ist der Franzose Stéphane Pelissier im Rennen. Auch er war 2009 schon an Bord und kam als Zehnter am Nordkap an. In diesem Jahr gewinnt er fast alle Etappen und hat nach 25 Streckenteilen einen Vorsprung von fünf Stunden auf Trond Sjavik. Allerdings ereilte ihn auf der 23. Etappe ein Hexenschuß und man kann nur hoffen, daß er seinen Weg nach Gibraltar noch bis zum Ende fortsetzen kann. Mit 5,3 bis 5,5 min/km ist er einen halben Stundenkilometer langsamer als Rainer Koch, der TEFR-Sieger von 2009. Stéphane war einer der Protagonisten im Dokumentarfilm „I want to run“ über das TEFR 2009, der diesen Sommer in ausgesuchten deutschen Kinos lief und zum Teil nach wie vor läuft und den ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich empfehlen kann. 

Der Tagesablauf der Läufer ist schnell zusammengefasst: laufen – schlafen – essen. In unterschiedlicher Ausprägung, was vor allem die Menge betrifft. „Laufen“ richtet sich natürlich nach der Etappenlänge. Wie schon geschrieben, läuft Stéphane an der Spitze rund 11 km/h. Im hinteren Feld wird das Zeitlimit von 6 km/h jeden Tag gebraucht, um durchzukommen. Überschreitet ein Läufer mal das Limit, bekommt er am nächsten Tag seine zweite Chance. Aber oft ist es so, daß diese Zeitüberschreitung nicht grundlos passiert und der Läufer scheidet dann spätestens einige Tage später aus. Die schnelleren Läufer haben in der Regel auch am Nachmittag noch Zeit, sich hinzulegen, während die langsameren sich noch auf der Strecke befinden. 

Im Startpreis inbegriffen sind Frühstück, Abendessen und natürlich die Verpflegung unterwegs. Dafür werden alle 8-12 km Verpflegungsposten aufgebaut, die alles an Bord haben, was das Läuferherz begehrt – neben diversen Getränken auch allerhand Essbares in Form von Süßem, Salzigem und belegten Broten. Am Verpflegungsposten 4 gibt es bei Thomas Dornburg auch noch eine Nudelsuppe aus der Wohnwagenküche. 

Den Einkauf erledigen Ingo Schulzes Frau Inge und Helmut Schieke. Der ehemalige Ultraläufer, dessen Laufbahn sich während des Transeuropalaufs 2003 seinem Ende zuneigte, der aber selbst schon Amerika und Australien zu Fuß durchquerte und beim 24 Stundenlauf immer für über 240 km gut war, gehört zu Schulzes festen Größen im Helferteam. Sein grüner Bulli hat 250.000 km auf den Reifen und damit inzwischen etwa 30.000 mehr als Schieke jemals unter die Füsse genommen hat. 

Wie für die Läufer ist auch für das Helferteam die Nacht morgens um 4 Uhr zuende. Wenn das Frühstück vom Team zubereitet werden muß, auch etwas früher. Denn ab 5 Uhr stehen die Läufer mit ihrem eigenen Geschirr vor den Wurst- und Käseplatten und Brotkörben Schlange. Um 6 Uhr wird das Rennen dann von den langsameren Läufern fortgesetzt, eine Stunde später startet die Spitzengruppe, die meist aus nicht mehr als fünf oder sechs Läufern besteht. So kommen diese nicht nur nachmittags in den Genuß längerer Pausen sondern haben auch morgens eine Stunde länger Zeit. Aber dadurch zieht sich das Feld nicht noch weiter auseinander, die Helfer an den hinteren Verpflegungsstellen haben auch so schon einen mehrere Stunden dauernden „Arbeitstag“. 

Um 21 Uhr geht in den Hallen, in denen die Läufer übernachten, das Licht aus – bei langen Etappen sind die langsameren Läufer bis dahin kaum im Ziel. Die Zeit für ausführliche Körper- und Fußpflege ist knapp und so gerät man schnell in einen Strudel der Müdigkeit und kleineren und größeren Blessuren. 

Während die Läufer zum Teil schon in Rente sind und sich zum Teil den Urlaub mehrerer Jahre für dieses Laufabenteuer aufgespart haben, besteht das Helferteam fast ausschließlich aus Rentnern. Wer sonst hat schon Zeit, sich mehr als zwei Monate von zuhause zu entfernen und in den Dienst der Sportler zu stellen? 

Aus den zwei Monaten sollen für Helmut Rosieka diesmal etwa acht werden. Der Bremer ist mit seinem Wohnmobil mit an Helferbord. Der Veranstalter und Erfinder des Bremer Zeitsprungmarathons, der jedes Jahr im Oktober in der Nacht gestartet wird, in der von Sommer- auf Winterzeit umgestellt wird, will sich ein halbes Jahr Zeit nehmen für seine Heimkehr und über Winter Südeuropa unsicher machen.

So könnte man noch stunden- und seitenlang über die Läufer und die Helfer erzählen. Für alle gilt ganz sicher Jan Knippenbergs Ausspruch „Laufen ist kein Sport, es ist eine Art zu reisen“. Dänemark – Deutschland – Frankreich – Spanien. Die Läufer kommen durch viele attraktive Gegenden, von denen sie mal mehr und mal weniger mitbekommen, je nach aktuellem psychischen und physischen Zustand. Manche machen keine Fotos, manche massenhaft. Die Japaner werden teilweise ihrem Ruf durchaus gerecht und knipsen bis zu 500 Fotos. Täglich, versteht sich. Für manche ist das Rennen wirklich eines, es geht um Zeiten und Platzierungen. Aber für die meisten geht es ausschließlich darum, Gibraltar zu Fuß zu erreichen. 

Für Ingo Schulze ist dieser dritte Transeuropalauf unter seiner Verantwortung auch der letzte. Seine Tagesberichte und die Ergebnisse kann man täglich unter www.transeurope-footrace.org  abrufen. Nach dem 21. Oktober werde ich diesen Bericht noch um ein paar Worte zu Zeiten und Platzierungen ergänzen.

Wir haben den Transeuropalauf vom 01. bis 09. September durch Deutschland begleitet, die Fotos sind alle aus diesem Zeitraum. 

Weitere Fotos von uns hier und auf Facebook


13. Bottwartal Marathon
Swiss City Marathon Luzern