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Winterlaufserie Rheinzabern - 1. Lauf 2009/2010

[eingestellt am 13. Dezember 2009]

Von: Nicole Benning

Fotos: Jochen Höschele & Nicole Benning

Armin Gotsch (VfL Ostelsheim) wird gewärmt

Startaufstellung

Vierter der Herren, Jan Lukas Becker.

Die Verfolger: Andre Zschaubitz, Marcus Imbsweiler (595) und Matthias Koch (re.)

Schnell unterwegs: Josefa Matheis wird zweite bei den Frauen

Nadine Bucci (3. W35 in 39:00 min) zufrieden im Ziel

Marika Bernhard wird am Ende sechste

Zielkanal

Endspurt bergauf zum Ziel

Sie nehmen die vorletzte Kurve

Hannes Wagner (769) und Roland Schmidt (416)

Die einen auf dem Rückweg, die anderen noch auf der Strecke zum Wendepunkt

Angelika Schlichting, 4. W50 (298)

Gernot Kurz (vorne) von der IGL Reutlingen

Elke Jerger (132)

Claudia Lörsch (205)

Kritischer Blick zur Kamera: Andrea Kleinhans (685)

Helen Lempart (197)

Uwe Büchler (35)

Herbert Britz trainiert für den Spartathlon

Stefan Reinhardt (708)

Günter Steuert (458) und Lukas Höflacher (1517), dem es wohl kalt war

Ludwig Drumm (52) und Ludwig Maurer (1333): Der doppelte Ludwig

Werner Dusch (496)

Ulla Lohmann (721)

Peter Seidel (316) und Helga Sandmaier (450)

Triathleten aus Hatzenbühl: Peter Faust (1349) und Petra Langer (1350)

Das Deutsche-Meister-Ehepaar (100 km) Tanja und Jörg Hooß beim Auslaufen

Bärbel Fischer und Gudrun Kurtz (180)

Der Jubel der Streckenpostinnen ist den Läufern gewiss

Teeausgabe

Siegerpreise

Simone Maissenbacher (li, 1. Frau) und Josefa Matheis (2. Frau)

Daniel Hochmuth moderiert die Siegerehrung

Die ersten drei Frauen: Maissenbacher, Matheis und Eve Rauschenberg

Timo Zeiler, schnellster Mann

José Luis Jessinau wird Zweiter

Die ersten drei Männer: Schönball, Jessinau, Zeiler

Werner Roth, Chef der Organisation

Alle Jahre wieder kommt …. die Läuferschar nach Rheinzabern

13. Dezember 2009 - Genau so, wie Verlass darauf ist, dass Heilig Abend alljährlich auf den 24. Dezember fällt, kann man gewiss sein, dass – sozusagen als letzte vorweihnachtliche Formüberprüfung – der erste Lauf der Rheinzaberner Winterlaufserie Läufer aus nah und fern geradezu magisch anzieht.

Mag sein, dass es daran liegt, dass der kürzeste Lauf dieser Serie mit 10 km selbst denen, die das Training für dieses Jahr quasi eingestellt haben, auch noch „machbar“ erscheint. Mag sein, dass es die für Bestzeiten sehr gut geeignete, weil flache und vermessene Strecke ist. An Konkurrenz in jedweder Leistungsklasse fehlt es auch nicht, die Organisation ist sowohl routiniert und eingespielt als auch äußerst liebenswert – was will LäuferIn eigentlich mehr?

Und so war es auch 2009 wie in all den Jahren zuvor – ein wahres Pilgern setzte ein in Richtung Vorderpfalz, welches dann aber Punkt 10 Uhr 05 min in ein zumeist flottes Rennen überging. Für die „krumme Startzeit“ zeichnet der Bahnübergang in Rheinzabern verantwortlich, der die Läuferströme sonst ausbremsen würde. Veranstalter ist der 700 Leichtathleten zählende TV Rheinzabern. An deren Spitze steht – fast möchte man sagen, seit Menschengedenken – Werner Roth, gute 40 Jahre schon. Allmählich möchte er sich aus dem aktiven Geschehen rund um die Winterlaufserie und den Osterlauf des TV Rheinzabern zurückziehen und das Zepter in die jüngeren Hände legen. „Jetzt bin ich 74, da darf ich auch mal ein wenig kürzer treten - aber Trainer mach’ ich weiterhin, ich hab’ da eine Hochspringerin, die ist die Beste ihres Jahrganges in ganz Deutschland “, berichtet der Noch-Chef stolz und freudig lächelnd. Überhaupt, das spürt man ganz deutlich, hat Werner Roth und seine gesamte Mannschaft viel Herzblut investiert und Pionierarbeit geleistet, die Südpfalz ist ein wahres Läuferdorado. Fast jede Gemeinde schmückt sich mit einem Volkslauf, der Bienwaldmarathon im gerade einmal 8 km fernen Kandel ist bundesweit bekannt und in Bellheim gibt’s einen der wenigen verbliebenen 25er.

Immer wieder wartet speziell der Winterlauf-Zehner auch mit sehr schnellen Zeiten auf, „verirren“ sich auch ausländische Spitzenläufer auf die schnelle Piste zwischen Jockgrim, Rheinzabern und Hatzenbühl.

Dieses Jahr zog es, wie auch im Januar beim 15er schon, das 28-jährige Berglauf-As Timo Zeiler hierher. Mittlerweile startet der Älbler nicht mehr für Trochtelfingen, sondern für die LG Eintracht Frankfurt, was ihn aber keineswegs daran hinderte, in 31:06 min dem Feld auf und davon zu rennen. Der Betriebswirt blickt auf eine sehr erfolgreiche Saison 2009 zurück. Bei der Europameisterschaft im Berglauf im österreichischen Telfes (Stubaital) führte er die deutsche Berglaufnationalmannschaft an und belegte einen ausgezeichneten vierten Platz. Damit verpasste er sein Medaillenziel auf der 11 km langen und mit 1.400 Höhenmetern gespickten Strecke leider denkbar knapp.

In Rheinzabern gab er dem Zweiten, José Luis Jessinau aus Mosambik, dem Heimatland der 800 m Olympiasiegerin Maria Mutola, um mehr als eine Minute das Nachsehen. Dieser startet im Moment für den LC Bingen, studiert an der Uni Mainz und ist noch bis Juli in Deutschland. Sein Aufenthalt kam aufgrund der Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen und dem Mosambikanischen Leichtathletikverband zustande. Er besucht die Trainerschule in Mainz, wo er einen einjährigen Trainerausbildungskurs absolviert. Er dürfte ein heißer Kandidat für den Seriensieg sein, denn er beabsichtigt, alle drei Läufe zu bestreiten – also auch den am 10. Januar stattfindenden 15er und den abschließenden 20er am 7. Februar. Den 10er beendete er nach 32:29 min. Dritter wurde der gerade mal 20-jährige Patrick Schoenball von ABC Ludwigshafen in 32:58 min.

Was ihm jedoch nicht gelang, schafften Andere sehr wohl – denn seine Bestzeit, die bei unter 30 Minuten steht, konnte er in Rheinzabern nicht erreichen – zweifellos gab es aber wieder etliche, die sich über neue persönliche Rekorde freuen konnten.

Bei den Frauen waren die Rollen auch von Anfang an klar verteilt – Simone Maissenbacher vorneweg, dahinter erst einmal ein großes Loch, dann kristallisierte sich ein „Mehrkampf“ zwischen der Eisenbergerin Josefa Matheis (37:16 min), Eve Rauschenberg (TV Maikammer, 37:29 min) und Anne Hohl (LG Rülzheim, 37:42 min) heraus. Sie sind in der Pfalz keine Unbekannten – regelmäßig sind sie in Rheinzabern und Umgebung zu Gast.

Die letztjährige Siegerin der Serie Marika Bernhard vom TV Herxheim kam nach 38:18 min ins Ziel und war mit Zeit und Platzierung sehr zufrieden. Sollte Simone Maissenbacher, die souverän in 35:30 min siegte, von der nahen LSG Karlsruhe alle drei Läufe bestreiten, dürfte es für Marika Bernhard sehr schwer werden, ihren Titel zu verteidigen. Der Rückstand von fast drei Minuten auf Maissenbacher war für Bernhard aber kein Grund zur Trauer: „Ich wollte unter 38:30 min laufen und bin deswegen sehr zufrieden, weil ich mein Soll voll erfüllt habe.“ Gesund bleiben und die Läufe zwei und drei bestreiten, das sind ihre kurzfristigen Ziele.

Josefa Matheis möchte ebenfalls die gesamte Serie laufen, was in den letzten Jahren nicht immer möglich war, wegen Erkältungen musste sie passen – vielleicht klappt es ja diesen Winter. „Zeit und Platzierung stimmen.“

Die läuferische Klasse des Frauenfeldes wird auch dadurch unterstrichen, dass elf Teilnehmerinnen die magische 40-Minuten-Marke unterbieten konnten. Das Männerfeld wusste da nicht ganz mitzuhalten – aber insgesamt 219 Läuferinnen und Läufer unter 40 Minuten dokumentieren wieder einmal eindrucksvoll, wie hochklassig auf dieser Strecke gelaufen werden kann.

Die zügig durchgeführte Siegerehrung, bei der Sieger und Platzierte gleichermaßen liebevoll geehrt wurden – der Jahreszeit entsprechend gab es unter anderem Schokonikoläuse - rundeten Teil eins der Winterlaufserie ab.

Diejenigen, die für die Schokoladenpodestplätze zu langsam waren, mussten aber nicht Hunger leiden, sondern konnten sich an Wurst, Brötchen, am reichhaltigen Kuchenbuffet oder – einer Rheinzaberner Spezialität – frischen Waffeln stärken.

Den „Eingeweihten“ war bei aller Tradition aber nicht entgangen, dass der „Chef“, Werner Roth, nicht nur das Zepter, sondern auch das Mikro aus der Hand legte. Sein Nachfolger, der 28-jährige Daniel Hochmuth, schwang es aber ebenso gekonnt wie „Altmeister Roth“. Dieser hat immer mehr Verantwortung in der Organisation und Durchführung der Veranstaltungen übernommen und soll bei der nächsten Mitgliederversammlung als Nachfolger gewählt werden. Uns Läufern braucht also, der vorbildlichen Nachwuchsarbeit sei Dank, nicht bange zu sein um den Fortbestand dieses beliebten Laufereignisses. Oder, um’s mit Werner Roth zu sagen: „Ich zieh’ mich zurück, aber ich bin immer noch da.“

Direkter Link zur Veranstaltung: www.tv-rheinzabern.de

Direkter Link zu den Ergebnissen: www.laufinfo.de